Drei Dinge, die bei Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund im Pokal auffielen: Ein Königreich für einen Ballverlust
Borussia Dortmund hat nach einem wilden Duell mit Eintracht Frankfurt im Elfmeterschießen (4:2) die besseren Nerven - und in Gregor Kobel einen überragenden Torhüter. Ansonsten dürften die Hausherren aus der Main-Metropole trotz der Niederlage deutlich positivere Erkenntnisse aus der Begegnung ziehen als die Gäste. Drei Dinge, die zwischen der SGE und dem BVB auffielen.
Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt lieferten sich etliche leichte Ballverluste
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Fortuna hielt es an diesem Dienstagabend mit Borussia Dortmund. In der viel zitierten Lotterie, dem Glücksspiel vom Punkt, hatten die Schwarz-Gelben gegen Eintracht Frankfurt das bessere Ende für sich.
4:2 (1:1 nach 90 Minuten und Verlängerung) hieß es nach dem Showdown aus elf Metern, Torhüter Gregor Kobel avancierte nicht nur wegen seiner entscheidenden Parade gegen SGE-Pechvogel Fares Chaibi zum gefeierten Helden.
Der Schweizer zeigte nämlich - anders als die meisten seiner Kollegen und Kontrahenten - schon während der 120 Minuten eine blitzsaubere Leistung.
Trotz der Niederlage und der verpassten Titelchance dürften die Hausherren letztlich den größeren, positiven Erkenntnisgewinn aus der Partie ziehen.
Drei Dinge, die zwischen Eintracht Frankfurt und dem BVB auffielen.
1.) Kobel macht den Unterschied
Als BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl auf die herausragende Leistung von Kobel angesprochen wurde, hielt er sich überraschenderweise mit einem Lob zurück.
Ein Elfmeterschießen, so Kehl, sei für einen Torhüter "immer von Vorteil". Als Mann zwischen den Pfosten könne man schließlich "nur gewinnen." Stattdessen hob Kehl hervor, dass die vier Dortmunder Schützen ja immerhin auch alle verwandelt hatten.
Fürwahr, sämtliche Dortmunder, namentlich Fábio Silva, Niklas Süle, Carney Chukwuemeka und Felix Nmecha hatten ihre Versuche souverän im gegnerischen Tor untergebracht - einen verbalen Schulterklopfer hätte sich Kobel dennoch verdient.
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Gregor Kobel bescherte dem BVB das Weiterkommen im DFB-Pokal
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So hatte der Schweizer nicht bloß den letzten Frankfurter Elfer entschärft, sondern womöglich überhaupt erst die Chance für die Gäste generiert, im Nachsitzen das Achtelfinal-Ticket zu lösen.
Sechs Paraden zählten die Statistiker während der 120 Minuten, allesamt versehen mit dem Prädikat "besonders wertvoll". Sehenswert: Seine Flugeinlage gegen Chaibis Fernschuss (102.) und seine blitzschnelle Reaktion gegen Knauffs Abschluss aus spitzem Winkel (69.).
Kein Wunder, dass Kobel auch hochoffiziell zum Mann des Spiels gewählt wurde.
2.) Ein Königreich für einen Ballverlust
Mit Frankfurt und Dortmund standen sich zwei technisch beschlagene Teams gegenüber.
Was der neutrale Zuschauer statt eines fußballerischen Leckerbissens (nimmt man die beiden sehr schön herausgespielten Treffer durch Ansgar Knauff und Julian Brandt einmal heraus) jedoch geboten bekam, war ein Fehlerfestival.
Über weite Strecken des Spiels reihte sich Ballverlust an Ballverlust, etliche Pässe landeten entweder direkt in den Beinen des Gegners oder im Niemandsland - und damit in letzter Konsequenz ebenfalls beim Gegner.
Das Herschenken des eigenen Ballbesitzes hatte Methode, selbst dann, wenn kein großer Druck erkennbar war. Nur knapp 80 Prozent der Pässe fanden jeweils den Weg zum Mitspieler, bei Dortmunds Rechtsverteidiger Julian Ryerson standen am Ende sage und schreibe 36 Ballverluste zu Buche.
Lediglich ein Sinnbild für das etwas hektische Gebaren der beiden eigentlich so versierten Bundesligisten. BVB-Boss Kehl brachte es im Anschluss am "Sky"-Mikrofon recht treffend auf den Punkt.
"Es gab verschiedene Phasen im Spiel, die erste Halbzeit war sehr zäh. Es gab kaum Torchancen. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht und in der Verlängerung hatte man das Gefühl, dass beide Mannschaften sehr wilde Phasen hatten."
Ein Gefühl, das wahrlich nicht getäuscht hat.
3.) Frankfurt verriegelt die Schießbude
Wenn Frankfurt in den vergangenen Wochen draufstand, dann war definitiv Spektakel geboten.
Ein paar Beispiele gefällig? 5:1-Sieg gegen Galatasaray in der Champions League, 6:4-Erfolg nach zwischenzeitlicher 6:0-Führung bei Borussia Mönchengladbach. Auf der anderen Seite setzte es in der Königsklasse aber auch zwei deftige Pleiten gegen Atlético Madrid (1:5) oder am vergangenen Mittwoch gegen den FC Liverpool (ebenfalls 1:5).
Vorne bisweilen mit Vollstrecker-DNA ausgestattet, verkam die Defensive zu einer omnipermeablen Membran (komplett durchlässig). Schießbude statt Bollwerk.
Diesem Trend wirkte die Toppmöller-Elf gegen Dortmund entgegen. Die Frankfurter Hintermannschaft um Kapitän Robin Koch wirkte deutlich sattelfester, konsequenter, besser organisiert.
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Die Frankfurter Defensive war gegen Dortmund deutlich besser als zuletzt
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"Wenn du viele Gegentore bekommst, wirst du kritisiert. Heute haben wir das sehr gut gemacht", befand Mario Götze, der die Frankfurter Führung mit einem herrlichen Pass eingeleitet hatte: "Wir haben gegen Dortmund wenig zugelassen. Wir wissen, wie schwierig das ist."
Auch SGE-Sportvorstand Markus Krösche sah einen Schritt in die richtige Richtung. "Es war mit die beste Saisonleistung. Das, was wir in anderen Spielen wie gegen Liverpool und Atlétlico vermissen ließen, haben wir heute wieder besser gemacht. Daraus müssen wir etwas Positives ziehen."
Während die Dortmunder also die Berechtigung für die Teilnahme an der Runde der letzten 16 mitnahmen, blieb in Frankfurt immerhin der Erkenntnisgewinn, dass man das Verteidigen nicht völlig verlernt hat.
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Quelle: Perform
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