DFB-Pokal - Drei Dinge, die im Finale FC Bayern vs. Stuttgart auffielen: Der VfB ist nicht PSG und Kane hält Versprechen
Publiziert 24/05/2026 um 01:24 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern hat sich mit einem 3:0-Finalsieg gegen den VfB Stuttgart den DFB-Pokal gesichert. Dabei stellte der Titelverteidiger aus Schwaben die Münchner in der ersten Halbzeit vor große Probleme, belohnte sich allerdings nicht - was sich letztlich rächen sollte. Harry Kane entschied mit einem Hattrick das Spiel - und hielt sein Versprechen an Leon Goretzka. Drei Dinge, die uns auffielen.
Rekorde über Rekorde - Bayerns Pokalsieg in Zahlen
Quelle: Perform
"Super Bayern, super Bayern", sangen die Fans im Berliner Olympiastadion, als der Pokaltriumph und gleichzeitig das erste Double von Trainer Vincent Kompany als Trainer des FC Bayern perfekt war.
Mit dem 21. Pokalsieg der Vereinsgeschichte hatten die Bayern eine bemerkenswerte Saison gekrönt und sich beim 3:0 (0:0) gegen den lange ebenbürtigen VfB Stuttgart erstmals seit sechs Jahren das Double aus Meisterschaft und Pokalsieg gewonnen.
Zum gefeierten Helden avancierte dabei Harry Kane mit seinen Saisontoren 59 bis 61 in der zweiten Halbzeit (55./80./90.+2, Handelfmeter).
"Wir haben eine lange Durststrecke gehabt, was den Pokal angeht", sagte Leon Goretzka im Anschluss. "Es war überfällig. Wir hatten fast schon vergessen, wie speziell und schön das ist."
Drei Dinge, die beim DFB-Pokalfinale in Berlin auffielen.
- Ultimatives Hoeneß-Lob für Kane - und Giftpfeile an Barça und Mourinho
- Hoeneß zweifelt an Eberl-Verbleib - Bayerns Sportvorstand reagiert
1. Stuttgart macht lange alles richtig - nur kein Tor
Stuttgart setzte voll auf Attacke. Mit ihrem laufintensiven Spiel und ihrem hohen Pressing brachten sie Unruhe und Hektik in das Aufbauspiel des FC Bayern. Nach knapp 20 Minuten hatten sie bereits ein Torschussverhältnis von 5:0. Insbesondere Maximilian Mittelstädt und Deniz Undav stellten Bayern vor Probleme.
Was die Elf von Kompany tat: zunächst wenig. Befreite sich die Elf im Aufbauspiel aus dem Pressing, hatte sie zwar viel Raum - doch das gelang ihr zu selten. In der ersten Halbzeit sprach das Torschussverhältnis von 7:3 klar für Stuttgart - und das bei nur 31 Prozent Ballbesitz.
Noch beeindruckender: Der VfB gewann 64 Prozent der Zweikämpfe, in der Luft sogar 80 Prozent. Notfalls stoppten sie das Spiel des FC Bayern mit körperlicher Härte. Siebenmal wurde Bayern in den ersten 45 Minuten gefoult, Stuttgart nur einmal.
Doch klar war auch, dass sie das hohe Pensum nicht ewig durchhalten können. "Jeder weiß, dass Stuttgart keine schlechte Mannschaft ist", sagte Bayerns Mittelfeldmotor Aleksandar Pavlovic, fügte aber hinzu: "Es ist oft so gegen Stuttgart, dass sie bis zur 60. Minute topfit sind und dann ein bisschen einknicken. So war es heute halt auch."
Das Problem aus Sicht des VfB: Krönt man eine starke Phase gegen Bayern nicht mit einem Tor, wird das meist bestraft. Freistoß Joshua Kimmich, Flanke Michael Olise, Kopfball Harry Kane - 1:0 für Bayern. Für Stuttgart glich das Tor einem K.-o.-Schlag.
VfB-Vorstand Fabian Wohlgemuth stellte fest: "Wir fanden danach nicht mehr richtig zu unserem Offensivspiel und haben keine Chancen mehr herausgearbeitet."
Die Kompany-Elf konnte daraufhin doppelt nachlegen. So brutal ist eben Fußball - vor allem gegen den FC Bayern.
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Fußball: Harry Kane (FC Bayern München) mit dem DFB-Pokal
Fotocredit: Getty Images
2. Hattrick-Held Kane hält sein Versprechen an Goretzka
Kane wusste offenbar, dass der Pokalabend für ihn erfolgreich verlaufen würde. Goretzka verriet nach dem Spiel: "Harry meinte zu mir, er holt mir das Ding zum Abschied. Er hat sein Wort gehalten."
Drei Tore von Kane wecken den Eindruck, der Engländer hätte das Spiel dominiert. Tatsächlich fand er zunächst schwer in die Partie, weil Gegenspieler Jeff Chabot ihn eng bewachte.
Doch Kane ist eben ein Spielertyp, der geduldig auf seine Chancen lauert. Bei seinem Kopfballtreffer zum 1:0 wurde er sträflich freigelassen (55.). Chabot hatte sich an Musiala orientiert, Chema ließ Kane hingegen zu viel Platz. Eine solche Gelegenheit lässt Kane nicht ungenutzt.
In der 80. Minute legte er mit seinem zweiten Treffer nach: Zunächst schoss er aus der Distanz gegen die Latte, der Abpraller landete erneut bei ihm, anschließend spielte er auf Luis Díaz.
Danach startete er in den Strafraum, bekam den Ball zurück, befreite sich mit einer Drehung geschickt aus der Deckung von Chema und traf zum 2:0. Später vollendete er den Hattrick mit einem verwandelten Handelfmeter (90.+2).
Ehrenpräsident Uli Hoeneß adelte den Engländer: "Er ist der beste Transfer, den wir je gemacht haben." Auch VfB-Stürmer Undav lobte seinen Gegenspieler: "Er ist immer da, wo die Tore sind."
Einen kleinen Seitenhieb an seine Mannschaftskollegen konnte er sich allerdings nicht verkneifen: "Ich wäre manchmal auch gerne so frei."
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Jonathan Tah (l.) und Joshua Kimmich bejubeln den Pokalsieg des FC Bayern
Fotocredit: Imago
3. Bayern kann auch Abnutzungskampf
Es gab in dieser Saison viele Spiele, in denen der FC Bayern den Gegner von der ersten Minute an dominierte. Das Pokalfinale gehörte nicht dazu.
"Stuttgart hat in der ersten Halbzeit in einer großen Intensität dagegengehalten", analysierte Sportvorstand Max Eberl. "Wir haben nicht viele Lösungen gehabt, Stuttgart auch nicht. Es war ein Abnutzungskampf."
Auch Goretzka sagte: "Es war ein zähes Ding. Wir mussten die richtig bearbeiten." Die Mannschaft offenbarte dabei Schwächen. "Es gab Eins-gegen-eins-Situationen, in denen wir nicht die richtige Entscheidung getroffen haben", erklärte Kompany. "Aber wir hatten das Gefühl, dass wir das Niveau noch erhöhen können. Es war ein enges Finale und in der zweiten Halbzeit haben wir dann die Dinge gemacht, die wir machen mussten, um zu gewinnen."
Was er damit meinte: "Wir sind manchmal richtig gut in die Räume gelaufen, dann hast du eine gute Mischung aus Aktivität am Ball und aktiven Läufen. Das ist schwer zu verteidigen."
Sehr zum Leidwesen des VfB.
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