So lief das Spiel:

Beide Trainer nahmen im Vergleich zum jüngsten Spiel ihrer Mannschaften einige personelle Startelf-Veränderungen vor. FCB-Coach Hansi Flick tauschte fünfmal, sein Gegenüber Lucien Favre gar sechsmal. Beim Schweizer Coach fiel dabei vor allem auf, dass er auf Erfahrung setzte, indem er Youngsters rausrotierte.
Die Münchner waren in der Anfangsphase etwas aktiver. Der BVB spielte, ebenso wie der Gegner, relativ munter nach vorne, doch für beide Mannschaften war zunächst meist vor dem Sechzehner Schluss. Anders in der 18. Minute, als der FC Bayern nach einer gegnerischen Standardsituation blitzschnell konterte und mit 1:0 in Führung ging.
Bundesliga
Von wegen Euphorie: Die BVB-Baustellen vor dem Klassiker
VOR 43 MINUTEN
Nach einer abgewehrten Dortmunder Ecke ging es bei den Münchner gegen aufgerückte Borussen ruck, zuck. Thomas Müller spielte aus zentraler Mittelfeld-Position in den Lauf von Robert Lewandowski, der von rechts auf den Elferpunkt querlegte. Dort scheiterte Corentin Tolisso per Direktabnahme zunächst am parierenden Marwin Hitz und der Latte, brachte seine Mannschaft durch einen erfolgreichen Nachschuss aber in Führung (18.).
Zwar verarbeitete Dortmund den Rückstand gut, doch acht Minuten nach dem ersten Streich erhöhte der deutsche Meister auf 2:0. Alphonso Davies servierte mit einer mustergültigen Flanke aus halblinker Position. Müller übersprang Felix Passlack in der rechten Strafraumhälfte und nickte von der Fünfergrenze ins kurze Eck (32.).
Das Favre-Team zeigte erneut eine gute Reaktion auf den Gegentreffer, und konterte diesen diesmal durch Julian Brandts Tor zum 1:2-Halbzeitstand. Manuel Neuer bediente in der 39. Minute Benjamin Pavard auf der rechten Seite per flachem Abstoß. Der amtierende Weltmeister spielte einen Fehlpass, dem ein schneller Dortmunder Gegenzug folgte. Erling Haaland passte zu Brandt, der in der rechten Strafraumhälfte unbedrängt ins linke obere Eck knallte.
Favres Kabinenansprache fruchtete scheinbar, denn der BVB war nach dem Seitenwechsel deutlich verbessert. Die Dortmunder erspielten sich dicke Torchancen und glichen verdient aus.
Lewandwoski verlor den Ball in der 55. Minute an Manuel Akanji, der zu Thomas Delaney spitzelte. Dieser spielte einen tollen Vertikalpass auf Haaland, der lediglich noch Manuel Neuer vor sich hatte und am Keeper vorbei zum 2:2 ins Tor schoss.
Vier Minuten später vergab Haaland den Führungstrefffer, indem Neuer einen halbhoch platzierten Ball stark abwehrte. Im Anschluss blieben die Gäste zwar spielbestimmend, erwähnenswerte Offensivszenen wurden aber seltener.
Die Bayern schafften es im zweiten Abschnitt nur selten, in der Gefahrenzone aufzutauchen. Sie waren zu großen Teilen mit der Defensivarbeit beschäftigt. Eine starke Willensleistung von Joshua Kimmich sorgte in der Schlussphase für den Treffer zum 3:2-Endstand.
Akanji bediente in der 82. Minute Delaney im Mittelkreis. Kimmich luchste dem Dänen den Ball von hinten ab und leitete einen Gegenzug ein. Lewandowski passte auf Kimmich zurück, der im Strafraumzentrum mit seinem Schuss an Hitz scheiterte, dann allerdings den Abpraller aufnahm und im Liegen das entscheidende Tore erzielte.

Die Stimmen:

Hansi Flick (Trainer FC Bayern München): "Man muss der Mannschaft ein Kompliment machen. Wir haben es uns nach der 2:0-Führung schwergemacht - das müssen wir besser machen. Aber heute zählt nur der Sieg."
Manuel Neuer (Kapitän FC Bayern München): "Man weiß ja, dass wir gegen eine starke Mannschaft spielen - da kann immer was passieren. Es war unsere Schuld, dass der BVB zurückkam."
Lucien Favre (Trainer Borussia Dortmund): "Wir hätten auch gewinnen können. Das 3:2 für uns wäre möglich gewesen. Ich bin zufrieden mit der Mannschaft. Wir haben viele Sachen richtig gemacht. Wir haben gut gepresst."
Julian Brandt (Borussia Dortmund): "Wir haben in der ersten Halbzeit zwei ärgerliche Gegentore bekommen. Gerade nach der Ecke haben wir uns nicht gut angestellt. Wir hätten unsere Möglichkeiten besser ausspielen müssen und die Chancen reinmachen. Bayern hatte in der zweiten Halbzeit kaum Chancen und macht trotzdem das Tor."
Marwin Hitz (Borussia Dortmund): "Es war ein gutes Spiel. Wir sind gut zurückgekommen. Schlussendlich haben wir eins zu wenig gemacht beziehungsweise eins zu viel gekriegt. Wir können mit dem Resultat nicht zufrieden sein."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Pionierin Steinhaus hört auf

Bibiana Steinhaus war die erste Schiedsrichterin im deutschen Männer-Profifußball. In der Saison 2017/18 pfiff sie erstmals eine Partie in der Bundesliga - 22 weitere folgten. Dabei bleibt es auch. Denn: Die 41-Jährige beendete ihre Karriere - das Duell zwischen den Bayern und dem BVB war ihr letzter Auftritt. In Deutschlands höchsten drei Ligen pfiff sie in dieser Spielzeit noch keine Partie, weil sie den dafür notwendigen Leistungstest noch nicht absolvierte. Im Supercup, der erstmals von einer Schiedsrichterin gelitten wurde, durfte sie trotz der nicht durchgeführten läuferischen Beurteilung, die sich aus Intervall- und Sprinttests ergibt, ran.

Die Statistik: 5

Wow: Die Münchner fuhren bereits den fünften Titel in diesem Jahr ein. Nach der Meisterschaft, dem DFB-Pokal, der Champions League und dem UEFA-Superpokal folgte auch der Gewinn des DFL-Supercups.

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