Artem Dzyuba kontert Kritik von Andriy Yarmolenko wegen fehlender Unterstützung im Ukraine-Krieg

Der Kapitän der russischen Nationalmannschaft Artem Dzyuba hat sich nach der Kritik einiger ukrainischer Fußballer gewehrt. Der 33-jährige Stürmer verurteilte bei Instagram vor allem die Doppelmoral, die es seiner Meinung nach gebe: "Warum haben alle immer geschrien, dass sich der Sport aus der Politik heraushalten soll?" Aber wenn es um Russland gehe, werde "dieser Grundsatz völlig vergessen".

Artem Dzyuba ist Kapitän der russischen Nationalmannschaft

Fotocredit: Getty Images

"Warum können manche Leute alles tun, aber uns hängen sie alles an?", kritisierte Dzyuba. Er habe sich bisher mit Äußerungen zurückgehalten, "nicht weil ich Angst habe, sondern weil ich kein Experte für Politik bin und mich nie damit beschäftigt habe und auch nicht vorhabe, dies zu tun".
"Krieg ist beängstigend. Aber was mich schockiert, ist die menschliche Aggression und der Hass, die jeden Tag größer werden", klagte der gebürtige Moskauer.
Zugleich teilte Dzyuba gegen seine Kollegen aus, "die auf ihren Hintern in Villen in England sitzen und gemeine Dinge sagen: Wir lassen uns davon nicht beleidigen, wir verstehen das alle! Frieden und Güte für alle!"
Damit meinte der Russe wohl unter anderem die ukrainischen Fußballer Andriy Yarmolenko (West Ham United) und Vitaliy Mykolenko (Everton), die von russischen Profis teils mit klaren Worten mehr öffentliche Unterstützung gefordert hatten.

Dzyuba: Kein Verständnis für Sanktionen gegen Sportler

Dzyuba betonte jedoch, er sei "gegen Diskriminierung aus Gründen der Nationalität. Ich schäme mich nicht, Russe zu sein. Ich bin stolz darauf, Russe zu sein. Und ich verstehe nicht, warum die Sportler jetzt leiden müssen."
Der 33-Jährige von Zenit St. Petersburg kritisierte zudem, dass "Wut, Schmutz und Galle" über alle Russen ausgeschüttet werde, "unabhängig von ihrer Position oder ihrem Beruf. (...) Es ist doppelt seltsam, all dies von Menschen zu hören, denen Russland in ihrem Leben sehr, sehr viel gegeben hat. Das schafft nur noch mehr Negativität."
Der Krieg werde enden, "aber die menschlichen Beziehungen werden bleiben. Und es wird unmöglich sein, zurückzuspulen. Vergesst das nicht", erinnerte Dzyuba in seinem Beitrag.
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