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Senkrechtstarter Gnabry: Deshalb ist er für Löw unverzichtbar

Senkrechtstarter Gnabry: Deshalb ist er für Löw unverzichtbar

12/10/2019 um 23:25Aktualisiert 13/10/2019 um 10:29

Die deutsche Nationalmannschaft befindet sich auf den Tag genau acht Monate vor Beginn der Europameisterschaft weiter im Umbruch. Sowohl in den vergangenen beiden EM-Qualifikationsspielen gegen die Niederlande (2:4) und gegen Nordirland (2:0) als auch im Testspiel gegen Argentinien (2:2) zeigte die DFB-Auswahl schwankende Leistungen - mit einer Konstante: Serge Gnabry.

Insgesamt 71 Mal konnte sich Miroslav Klose in seiner aktiven Laufbahn für die deutsche Nationalmannschaft in die Torjägerliste eintragen. So oft wie kein anderer Spieler im DFB-Trikot.

Von einer Torausbeute in diesen Sphären ist Serge Gnabry noch ein gutes Stück entfernt. Ganze 61 Tore, um genau zu sein. Einen Torrekord konnte sich der 24-Jährige jedoch bereits rund ein Jahr nach seinem Debüt für die DFB-Auswahl sichern.

Sein sehenswerter Treffer zur 1:0-Führung im Testspiel gegen Argentinien (2:2) war Gnabrys zehntes Tor im elften Länderspiel - kein Nationalspieler hat seit der Wiedervereinigung schneller zweistellig getroffen. Selbst Klose benötigte dafür 13 Einsätze.

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Fast schon selbstverständlich verwandelte der 24-Jährige gegen die in der ersten Halbzeit überforderte Defensive der Gäste auf engstem Raum, um anschließend mit seiner eigentümlichen "Umrührgeste" jubelnd abzudrehen.

Ein Bild, das in den vergangenen Auftritten der Nationalmannschaft fast schon zur Gewohnheit wurde. Schließlich traf Gnabry traf in jedem der letzten vier Länderspiele, insgesamt fünf Mal.

Serge Gnabry und Kai Havertz bejubeln den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 gegen Argentinien

Serge Gnabry und Kai Havertz bejubeln den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 gegen ArgentinienGetty Images

Den zweiten deutschen Treffer gegen die "Albiceleste" durch Youngster Kai Havertz bereitete er mustergültig vor.

"Ich habe gerade einen super Lauf. Da gehört viel Arbeit dazu, die richtige Einstellung. Man darf sich aber nicht ausruhen", erklärte Gnabry seine beeindruckende Torquote.

Bundestrainer Joachim Löw lobte den Angreifer im Anschluss an seine erneut bärenstarke Leistung in den höchsten Tönen. "Er ist ein wahnsinniges Tempo gegangen und hat unglaubliche Wege gemacht, ist überall aufgetaucht und war ständig brandgefährlich", sagte der 59-Jährige.

Sowohl in den beiden EM-Qualifikationsspielen gegen die Niederlande (2:4) und Nordirland (2:0) als auch im Test gegen Argentinien konnte sich Gnabry in einer teilweise durchwachsenen deutschen Mannschaft als einer der wenigen Akteure nachhaltig empfehlen.

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Gnabry: Hoffnungsträger beim FC Bayern und DFB

Gnabry ist nicht nur das Gesicht des Umbruchs in der deutschen Nationalmannschaft, sondern auch auf Vereinsebene beim FC Bayern München ruhen die Zukunftshoffnungen mitunter auf dem schnellen Angreifer.

Anders als unter Bundestrainer Löw, wo er zuletzt im Sturmzentrum aufgeboten wurde, agierte der 24-Jährige bei den Münchnern bisher ausschließlich auf einer der beiden Außenbahnen.

"Offensiv kann ich eigentlich alle Positionen spielen und bin da relativ variabel", so Gnabry, der beim FC Bayern einen Vertrag bis 2023 besitzt.

Das Bayern-Trio Gnabry, Niklas Süle und Joshua Kimmich soll auch in der Nationalmannschaft das neue Gerüst für die EM im kommenden Jahr und darüber hinaus bilden.

DFB-Ersatz-Kapitän Kimmich geriet über die Offensivqualitäten seines Mitspielers ins Schwärmen. "Ich habe selten einen Spieler gesehen, der so zielstrebig ist Richtung Tor", erklärte der 24-Jährige anerkennend.

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Löw baut in der Offensive auf Gnabry

In einer gegenwärtigen DFB-Auswahl, die sich auf den Tag genau ein Jahr vor Beginn der Europameisterschaft nach dem Verlust einiger Leistungsträger (Mats Hummels, Thomas Müller, Jérôme Boateng) weiter in der Findungsphase befindet, ist eine Konstante in der Offensive für Löw besonders wichtig.

Denn weder Timo Werner noch Marco Reus konnten ihre mit Abstrichen starken Leistungen aus der Bundesliga zuletzt in die Nationalmannschaft transportieren.

Auch deswegen sprach der Bundestrainer dem besten Torschützen des laufenden Länderspieljahres (6 Treffer) eine Einsatzgarantie ("Gnabry spielt immer bei mir") aus.

Gnabry zahlt das Vertrauen bislang mit konstant guten Leistungen und - fast noch wichtiger - mit Toren wie am Fließband zurück.

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