EM 2016 - Deutschland gegen Nordirland - Hummels: "DFB-Team muss es machen wie der FC Bayern!"

Bei der EM 2016 ist Deutschland im dritten Gruppenspiel gegen Nordirland ums Achtelfinale gefordert. Davor wälzt die Fußball-Nation mal wieder Debatten, für Mats Hummels sind's ein paar zu viele. Der Abwehrspieler beklagt "Verklärung" nach dem WM-Triumph 2014, verrät, was er von Mario Götze erwartet, nennt Gründe für seinen Wechsel zum FC Bayern München - und ebendiesen Klub als DFB-Vorbild.

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Mats Hummels ist so etwas wie der fußballerische Außenminister der Bundesrepublik Deutschland. Im Hauptberuf Abwehrspieler, schätzt es Hummels qua rhetorischer Begabung, die "Dinge klar und auch mal öffentlich" anzusprechen.
Er hat sich für diese Neigung viel anhören dürfen und traut sich doch, in der "Süddeutschen Zeitung" eine Kritik an die Kritiker zu platzieren.
"Es geht mir zunehmend auf den Zeiger, dass manche Leute immer noch nicht in der Lage sind, vernünftig zu reflektieren", moniert er. Im Angesicht der Anspruchshaltung an die deutsche Nationalmannschaft findet Hummels, dass sich mit dem WM-Triumph 2014 das gesunde Maß verschoben hat.
"Es wird zurzeit so getan, als hätten wir bei der WM den Weltfußball dominiert", sagt er. Dabei habe das DFB-Team von sieben Spielen nur zwei klar gewonnen, aber dann schoss Mario Götze im Finale halt dieses Tor, "und seitdem wird alles verklärt und so getan, als sei alles überragend gewesen".

Was Hummels von Götze sehen will

Zwei Jahre später, bei der EM in Frankreich, müht sich Deutschland noch etwas. 2:0 über die Ukraine, wackelig, 0:0 gegen Polen, zäh. Hinterher wurde die lahmende Angriffsreihe einer Qualitätskontrolle unterzogen. "Die Debatte über unsere Offensive ist grundsätzlich berechtigt, aber in der Größenordnung wie immer übertrieben", merkt Hummels an, wenngleich er weiß, woran es speziell hakt.
Die Özils, Draxlers, Schürrles überzeugen nicht, und WM-Goldschütze Götze ist sowieso Gegenstand seiner eigenen Debatte. Hummels plaudert spannende Sachen aus.
Idealerweise schon im dritten Gruppenspiel gegen Nordirland (heute ab 18:00 Uhr im Liveticker). Generell, führt Hummels aus, bedarf es des Glaubens, dass ein Dribbling elementar ist: "Die Offensivspieler müssen wieder mehr in Eins-gegen-Eins-Duelle gehen, wir brauchen wieder mehr Risiko im letzten Drittel und mehr Präsenz im Strafraum. Da müssen einfach mehr Leute sein. So wie der FC Bayern das macht."

Boateng und Neuer für Hummels ein Wechselgrund

Nach München wechselt der 27-Jährige im Sommer, zuvor musste er entscheiden, ob's Deutschland, England oder Spanien sein soll. Ein interessierter Klub aus der Premier League, vermutlich Manchester United, kann keine Champions League bieten, mit Spanien gab es "immer wieder mal Kontakt, aber aktuell keine Möglichkeit".
So wurde es der FC Bayern, zumal er dort mit Innenverteidiger-Kollege Jérôme Boateng und Torhüter Manuel Neuer aufs DFB-Gespann trifft: "Das hat bei meiner Vereinswahl sicher auch eine Rolle gespielt. Es war eines von mehreren Argumenten."
Und Fußball hin, Außenminister her: Dass es Boateng war, der nach dem Polen-Spiel verbal vorpreschte, erleichterte Mats Hummels dann doch.
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