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EM: Halbfinalist Italien schwebt auf Wolke sieben und träumt vom großen Triumph
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Publiziert 03/07/2021 um 13:11 GMT+2 Uhr
Italien schwebt. Und über den Wolken fand sogar der einzige traurige Azzurro sein Lächeln wieder. Als seine himmelhoch jauchzenden Teamkollegen auf dem Heimflug immer wieder "Ole, Spina!" grölten, waren die bitteren Tränen des Leonardo Spinazzola endgültig getrocknet. Lorenzo Insigne, einer der Helden der "magischen Nacht" von München, schwor: "Wir versuchen jetzt, ganz weit zu kommen - für ihn."
Leonardo Spinazzola feiert mit Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci beim Spiel gegen Belgien
Fotocredit: Getty Images
Linksverteidiger Spinazzola ist eine der Entdeckungen der EM, auch bei diesem denkwürdigen 2:1 (2:1) im Viertelfinale gegen Mitfavorit Belgien spielte er stark. Doch in der Schlussphase verletzte sich der 28-Jährige ohne Fremdeinwirkung schwer an der Achillessehne und musste unter Tränen vom Platz getragen werden.
In den unbändigen Jubel über den Einzug ins Halbfinale gegen Spanien mischte sich bei den Azzurri der Spina-Schock.
"Das ist ein schwerer Verlust für uns. Er war so wichtig für diese Mannschaft", sagte Insigne blass. Trainer Roberto Mancini ergänzte sichtlich betrübt: "Das hat er nicht verdient. Er hat brillant gespielt, er ist einer der besten Spieler der EM. Es ist so schade, wir wünschen ihm alles Gute."
Das kam im Flieger zum Ausdruck - ebenso wie der Stolz und die Freude über diesen großen Sieg. Federico Bernardeschi riss das Bordmikrofon an sich, und neben dem Trost spendenden Liedchen für ihren niedergeschlagenen Freund sangen die Azzurri das unvermeidliche "Notti Magiche", den 31 Jahre alten WM-Hit von Rock-Queen Gianna Nannini.
Insigne: "Wir können Großartiges erreichen"
1990 bei der Heim-WM war im Halbfinale Schluss. Die jetzige Mannschaft aber, schrieb die "Gazzetta dello Sport", "verdient diesen EM-Titel" - und sie hat das Zeug dazu. Trainer Mancini sieht sein Jungs fußballerisch auf einer Stufe mit den "besten italienischen Mannschaften". Mit den WM-Helden von 2006 und 1982, oder mit jener Squadra Azzurra, die 1968 zum bislang einzigen Mal den EM-Pokal gewann.
"Wir können Großartiges erreichen", sagte Insigne, der mit seiner Arjen-Robben-Gedächtnis-Finte das spielentscheidende 2:0 (44.) besorgt hatte. Worauf dieser unerschütterliche Glaube beruht? Auf ganz viel spielerischer Klasse gepaart mit nicht nur taktischer Cleverness und einem Teamgeist, dem bisher niemand etwas entgegensetzen konnte.
"Ich habe so viel Spaß hier wie noch nie", sagte Insigne. Mit diesen Azzurri zu spielen, sei "wie mit den Kumpels unter der Woche. Wir spielen alle mit einem Lächeln im Gesicht, das ist unser Geheimnis."
EM: Mancini und italienische Presse euphorisch nach Halbfinaleinzug
"Tuttosport" schwärmte von "bellissima Italia", von "Herz und Kopf, Mut und Technik". "La Repubblica" stellte angesichts der geringen Körpergrüße der Torschützen Nicolo Barella (1,72 m) und Insigne (1,63) begeistert fest, man könne auch als kleiner Mensch "Fußball spielen wie ein Riese".
Das soll nun auch der große Titelfavorit Spanien zu spüren bekommen. Mancini sagte mit Blick auf das vorweggenommene Endspiel am Dienstag (21.00 Uhr) im Londoner Wembley-Stadion:
Nach 32 Spielen ohne Niederlage fühlt sich Italien zu allem fähig - zumal gegen Belgien erstmals in dieser historischen Serie eine Top-15-Nation bezwungen wurde. "Das war nicht Wales, Schweiz, die Türkei oder Österreich", sagte Mancini, "sondern die Nummer eins der Welt! Und hätten sie nicht einen fragwürdigen Elfer bekommen, wäre es noch einfacher gewesen."
In den Straßen Roms oder auf dem zentralen Piazza del Popolo feierten Zehntausende Tifosi, als wäre der EM-Triumph bereits perfekt. "Das ist der Höhepunkt meiner Karriere", schwärmte Insigne. Doch bevor er und ganz Italien völlig abhoben, mahnte er eilig:
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(SID)
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