Angesprochen auf die starke Leistung von Paul Pogba sagte Christoph Kramer: "Wie der heute spielt, das sieht aus, als würde der gegen Kinder spielen. Wenn der seinen Körper drin hat - das ist unfassbar, was der für eine Qualität hat, defensiv und offensiv", lobte der Weltmeister von 2014 Pogba für seine Spielweise gegen Deutschland.
Pogba glänzte gegen die deutsche Mannschaft nicht nur mit seiner körperlichen Präsenz, sondern war an zahlreichen Offensivaktionen beteiligt. Beim 1:0 in der 20. Minute, das letztlich ein Eigentor von Mats Hummels war, spielte Pogba einen überragenden Ball auf die linke Seite zu Lucas Hernández, der anschließend das Leder in die Mitte spielte und so Hummels' Eigentor provozierte.
Auch bei den beiden wegen Abseits nicht gegebenen Treffern der Franzosen in der zweiten Halbzeit war Pogba maßgeblich beteiligt.
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In der 66. Minute bediente er Mbappé mustergültig. Rund 20 Minuten später spielte der Mittelfeld-Star einen wunderbaren Steilpass auf Mbappé, der dann Benzema in der Mitte fand. Jedoch stand Mbappé auch hier ebenfalls im Abseits.

Kramer: "Wenn Pogba diese Spielfreude hat, ist er der beste Mann Frankreichs"

Bei all dem verdienten Lob zeigte sich Kramer zugleich jedoch verwundert, warum der Franzose bei Manchester United nicht so glänzen kann. "Was der das ganze Jahr bei Manchester United manchmal macht - da frage ich mich wirklich: Wo ist er das ganze Jahr?", so Kramer.
Am Dienstagabend war Pogba aus Kramers Sicht "weltklasse". "Also wenn er diese Spielfreude hat und bei Frankreich spielt, dann ist das deren bester Mann", meinte Kramer.
Pogba selbst machte um seine Leistung nicht viel Aufhebens. Stattdessen stellte er die Mannschaft nach dem 1:0-Erfolg in den Vordergrund. "Es war wichtig, mit einem Sieg zu starten. Das tut uns gut. Immerhin war das Deutschland, da muss ich nicht viel zu sagen: Ein starkes Team, das uns jede Menge Probleme bereitet hat", sagte Pogba nach dem wichtigen Auftakterfolg für den Weltmeister, während vor ihm die "Man of the Match"-Trophäe glänzte.

Pogba erweist sich auch als fairer Sportsmann

Neben einem starken sportlichen Auftritt erwies sich der 28-Jährige auch als fairer Sportsmann. Als in der 45. Minute DFB-Verteidiger Antonio Rüdiger in einer kuriosen Szene im Zweikampf kurz am Trikot Pogbas knabberte, verzichtete der Ex-Juve-Spieler darauf, daraus eine große Szene zu machen. Der Angreifer schrie zwar kurz auf, ließ sich aber nicht fallen und provozierte somit kein Eingreifen von Schiedsrichter Carlo del Cerro Grande. Dieser hatte den Vorfall offenbar nicht gesehen.
Pogba beschwerte sich zwar kurz beim Unparteiischen, beließ es dann aber auch dabei. Hätte der spanische Schiedsrichter das Vergehen wahrgenommen, hätte es im schlimmsten Fall einen Platzverweis geben können, vielleicht sogar müssen.
"Wir können froh sein, dass Pogba nur kurz schreit und nicht liegen bleibt", betonte Kramer in der Halbzeitpause. "In der Zeitlupe sehen wir, dass das ein Beißen ist." Kramer sprach von einem "ganz blöden Zeichen".
Dieses blieb für Rüdiger jedoch glücklicherweise ohne Konsequenzen.
Weiter geht es für Pogba und Frankreich am Samstag (15:00 Uhr) in Budapest gegen Ungarn, das am Dienstag gegen Portugal 0:3 (0:0) verlor.
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