So lief das Spiel:

Die Begegnung brauchte etwas Anlaufzeit, bis sie etwas ins Rollen kam. Der FC Kopenhagen war gegen das klar favorisierte Manchester United zunächst auf die Defensivarbeit bedacht. Das gelang den Dänen auch gut, sodass sich United schwer tat, ernstzunehmende Chancen herauszuspielen.

Bundesliga
BVB-Ansage: Wie definitiv ist definitiv?
11/08/2020 AM 08:08

Es war sogar Kopenhagen, das als erstes im Strafraum gefährlich wurde: Mohammed Daramy (12.) konnte eine Vorlage von Jens Stage im Fünfmeterraum nicht kontrollieren, sodass Maguire in höchster Not klären konnte.

Auch in der Folge wagten die Dänen mehr und profitierten von einem Fehlpass Freds im Aufbauspiel. So war es wieder Daramy (17.), der die große Chance zur Führung bekam, doch Maguire warf sich erneut in den Ball und blockte den vielversprechenden Abschluss.

United hatte viel Ballbesitz - gefährlich wurde es erstmals aber nach einem Freistoß. Bruno Fernandes (28.) zirkelte den Standard aus 22 Metern jedoch klar über das Tor von Karl-Johann Johnsson.

Wenige Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit erhöhte ManUnited den Druck und ging sogar durch Mason Greenwood (45.) in Führung. Nach kurzer Unterbrechung entschied Schiedsrichter Clement Turpin aber zurecht auf Abseits und nahm den Treffer zurück.

Das Spiel blieb zunächst auch im zweiten Durchgang behäbig. Ein satter Schuss von Greenwood (57.) hätte United beinahe erlöst, doch der Youngster zimmerte den Ball aus zwölf Metern an den Pfosten.

Kopenhagen suchte die eigene Offensive nur noch selten, doch wenn die Dänen vor United-Keeper Sergio Romero auftauchten, wurde es stets gefährlich. Bryan Oviedo (65.) hatte nach einer Einzelaktion von Falk Jensen die große Chance zur Führung, doch Eric Bailly warf sich in den Ball und verhinderte den Einschlag aus kurzer Distanz.

Die Red Devils dagegen agierten ideenlos. So prüfte der Favorit Johansson regelmäßig mit Distanzschüssen. Die Versuche von Paul Pogba und Bruno Fernandes (68.) parierte der Schwede aber problemlos.

Bis zum Ende der regulären Spielzeit tat sich nicht mehr viel, einzig einen weiteren Schuss aus der zweiten Reihe von Anthony Martial (85.) wehrte Johnsson mit einer tollen Parade ab.

In der Verlängerung fehlte den tapfer kämpfenden Dänen die Kraft, um dagegenhalten zu können. Erst scheiterte Martial im Eins-gegen-Eins noch an Johnsson, wenige Sekunden später schindete der Franzose nach leichtem Kontakt gegen Andreas Bjelland einen fragwürdigen Elfmeter, den Fernandes (95.) sicher zur Führung verwandelte.

Auch interessant: Verstärkung aus Griechenland: Liverpool holt neuen Außenverteidiger

Kopenhagen konnte auch mit dem Rücken zur Wand kein offensives Feuer entfachen. United hatte durch Martial (98.), den eingewechselten Juan Mata (98., 105.+3) und Fernandes (105.+2) mehrere hochkarätige Chancen zur Entscheidung, die Johnsson jedoch allesamt mit tollen Paraden vereitelte.

Die beste Möglichkeit zum Ausgleich hatte Kopenhagen kurz vor Schluss, doch eine Flanke des eingewechselten William Vick konnte der ebenfalls frische Mikkel Kaufmann (116.) nicht verwerten, da Victor Lindelöf Kaufmann beim Abschluss entscheidend störte.

So schaukelte United den Sieg letztlich problemlos über die Zeit und zieht das erste Mal seit 2017 wieder ins Halbfinale der Europa League ein. Der Gegner wird am Dienstag im Spiel zwischen den Wolverhampton Wanderers und dem FC Sevilla ermittelt.

Die Stimmen:

Ole Gunnar Solskjaer (Trainer Manchester United): "Es ist das dritte Mal in dieser Saison, dass wir in einem Halbfinale stehen. Wir freuen uns sehr, dass wir es geschafft haben. Wir haben es verdient, ihr Torhüter war unglaublich und wir haben ein paar Mal den Pfosten getroffen. Es hätte einer dieser Abende werden können, an dem du am Ende eine Elfmeterschießen siehst. Wir mussten gut verteidigen, sie haben es uns schwer gemacht. Sie waren gut organisiert, ich wusste, dass es schwierig sein würde, sie zu brechen. Wir mussten geduldig sein. Wir wussten, dass wir Chancen bekommen würden, unsere Angreifer werden immer Chancen schaffen. Ob wir jetzt gegen die Wolves oder Sevilla, zwei gute Teams, spielen, ist mir egal."

Juan Mata (Manchester United): "Die Mannschaft ist körperlich ziemlich müde. In dieser Phase der Saison ist es wichtig, Spiele wie heute zu gewinnen, um einfach nur weiterzukommen. Wir bleiben einige Zeit in Deutschland und hoffentlich können wir diese Reise mit dem Titel beenden. Sie spielten guten Fußball und haben sich gut verkauft. Wir hätten in der Verlängerung mehr Tore erzielen können, aber Hauptsache wir sind durch."

Das fiel auf: Teufelskerl Johnsson

Ganze 14 Schüsse auf das Tor von Johnsson setzte United bis zum Ende der Verlängerung, nur ein Elfmeter fand dabei den Weg ins Tor. Der Schwede war gerade in der Verlängerung der Garant dafür, dass Kopenhagen bis zur letzten Sekunde theoretisch noch die Chance auf den Ausgleich hatte. In der regulären Spielzeit waren es keine Glanzparaden, doch Johnsson strahlte stets Sicherheit aus und war bei Uniteds Distanzschüssen immer hellwach. Johnsson hätte zweifelsohne ein Elfmeterschießen verdient gehabt.

Der Tweet des Spiels:

Die Statistik: 0

In 120 Minuten hat es Kopenhagen fertig gebracht, keinen einzigen Schuss auf das Tor von United-Keeper Romero zu setzen. Dabei hatten die Dänen einige gefährliche Chancen, ManUnited blockte vier dieser Abschlüsse jedoch in höchster Not.

Spotify oder Apple Podcast? Höre alle Folgen "Extra Time" auf der Plattform deines Vertrauens

Das könnte Dich auch interessieren: Messi oder Lewandowski? Die unnötigste Debatte der Welt

Müller über Barça-Spiel: "Dann kannst du die ganzen Rekordserien in die Tonne kloppen ..."

La Liga
Kampf gegen Coronavirus: Messi mit großzügiger Spende
10/08/2020 AM 14:33
Fußball
Transfer-News: Bale schon in Tottenham angekommen
GESTERN AM 16:01