Eurosport Star of the Year: Die besten Fußballerinnen 2020 - Teil 1

Ein langes und ungewöhnliches Fußball-Jahr neigt sich dem Ende. Die Corona-Pandemie beeinflusst bis heute die Ligen europaweit, auch bei den Damen des Sports. Dennoch konnten sich einige Spielerinnen in diesem Jahr hervortun. Die Eurosport-Journalisten in ganz Europa haben deshalb abgestimmt und ihre Top-Spielerin gewählt, den "Eurosport Star of the Year".

Eurosport Star of the Year - Die besten Fußballerinnen des Jahres 2020

Fotocredit: Getty Images

Auch bei den Damen hatte die Corona-Pandemie einen großen Einfluss auf die Wettbewerbe.
In Frankreich wurde im Frühjahr deshalb nicht nur die Saison der Herren abgebrochen, auch in der Division 1, der höchsten Frauen-Liga Frankreichs, gab es in der vergangenen Saison keinen Meister.
Olympique Lyon durfte sich dafür beim Finalturnier der Champions League in San Sebastian zum fünften Mal in Folge zum Titelträger küren. Dem VfL Wolfsburg blieb im Endspiel nur der zweite Platz.
Die Eurosport-Journalisten warfen einen Blick zurück auf dieses ungewöhnliche, aber auch ereignisreiche Fußballjahr und wählten ihre beste Spielerin 2020, den "Eurosport Star of the Year".
6. Dzsenifer Marozsan - Olympique Lyon
von Fabien Esvan
Dzsenifer Marozsán wurde 2019 zum dritten Mal in Folge zur besten Spielerin der Division 1 gewählt und nutzte ihr Momentum bei Olympique Lyon im Jahr 2020.
Die Geschichte begann vor vier Jahren und hätte in diesem Sommer zu Ende sein können. Die Deutsche sollte in die USA wechseln, doch Klub-Präsident Jean-Michel Aulas überzeugte sie, in Lyon zu bleiben und ihren Vertrag bis 2023 zu verlängern.
Der Name Dzsenifer Maroszan im Jahr 2020 bedeutete wieder einmal Titel zu gewinnen. Sie holte ihren vierten Champions-League-Sieg in Folge und hatte dabei auch großen Anteil, denn sie beendete den Wettbewerb als beste Passgeberin. Bei der deutschen Nationalmannschaft feierte sie ihren 100. Länderspieleinsatz.
Auch wenn sie gemeinsam mit ihren Teams strahlte, die Deutsche hob sich auf individueller Ebene hervor. Sie gewann in diesem Jahr viele Preise: Sie wurde von der UEFA als beste Mittelfeldspielerin der Saison ausgezeichnet und erhielt zum zweiten Mal nach 2016 von der IFFHS (International Federation of Football History & Statistics) den Titel als Weltspielmacherin des Jahres. Maroszan ist 28 und hat noch weitere wundervolle Jahre vor sich.

7. Delphine Cascarino - Olympique Lyon

von Fabien Esvan
Sie ist erst 23 Jahre alt, aber die Französin gewann schon viele Pokale mit ihrem Verein. Eine Situation, die bei vielen Leuten für Neid sorgen kann. Als Eigengewächs der Lyon-Akademie hatte Delphine Cascarino auch 2020 ein großartiges Jahr. Ihr Beitrag zu den Erfolgen von Lyon war entscheidend. Cascarino war im Lyon-Angriff sehr lebhaft und eine echte Gefahr für die gegnerischen Abwehrreihen.
Auch wenn sie nicht viele Tore erzielte (drei Treffer in der vergangenen Saison), so war sie dennoch beim überirdischen Olympique Lyon eine der Hauptfiguren. Schnell, explosiv, technisch stark – die Französin erstrahlte auch in dieser seltsamen Saison. Ihr Champions-League-Finalturnier in San Sebastian ist das beste Beispiel dafür. Sie war mit einer Geschwindigkeit von 31,45 km/h die schnellste Spielerin im Turnier und wurde von der UEFA zur besten Spielerin des Endspiels gekürt.
Obwohl sie keine Tore erzielte, sorgte sie doch für Disharmonie in der Wolfsburger Defensive und zahlreiche gefährliche Situationen. Die Cascarino-Rakete fliegt immer noch gut. Einzig Tore fehlen noch, um sie unaufhaltbar zu machen.

7. Eugénie Le Sommer - Olympique Lyon

von Fabien Esvan
2020 sieht für Eugénie Le Sommer wahrscheinlich ganz normal aus, bis jetzt. Die Stürmerin bewies in den vergangenen Monaten einmal mehr ihr Talent für Lyon und das französische Nationalteam. In dieser Saison gewann OL fast alles, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene.
Trotz des Abbruchs der Ligasaison aufgrund der Corona-Pandemie holten sich die Fenottes durch den Sieg gegen Paris den Pokal. Diese Trophäe spielt eine wichtige Rolle für den Verein, denn er ist der 13. Sieg in der Geschichte des Klubs. Aber über allem steht der siebte Champions-League-Triumph, der fünfte in Folge. Eine erstaunliche Leistung, bei der Eugénie Le Sommer eine entscheidende Rolle spielte. Sie eröffnete mit ihrem Treffer das Finale gegen Wolfsburg.
2020 schrieb Eugénie Le Sommer auch in der französischen Nationalelf Geschichte. Mit ihren beiden Toren gegen Nordmazedonien im September wurde sie zur Rekordtorschützin ihres Teams. Sie überholte damit auch Marinette Pichon und deren 81 Tore von 1995 bis 2007. Le Sommer bewies in diesem Jahr durch ihre Vielseitigkeit und ihr Timing, wie wichtig sie ist und dass sie eine der besten Spielerinnen aller Zeiten ist.

9. Megan Rapinoe - Reign FC

von Carrie Dunn
Ein durchaus ruhigeres Jahr für die offene Amerikanerin, wenn es um die Tätigkeit auf dem Platz geht. Denn durch die Pandemie wurde die Saison in der NWSL (National Women’s Soccer League) verhindert. Sie traf zu Beginn des Jahres zwei Mal für das Nationalteam. Dabei wurde sie im Spiel gegen Kanada eingewechselt und erzielte das dritte Tore beim 3:0-Erfolg, welcher einen Platz bei Olympia absicherte.
Danach traf sie beim 3:1-Sieg gegen Japan im Finale des SheBelieves-Cup. Dennoch hatte sie abseits des Platzes viel zu tun. Sie setzte sich weiterhin für die Black-Lives-Matter-Bewegung ein, unterstützte das Gerichtsverfahren der amerikanischen Frauen-Nationalmannschaft in ihrem Kampf für eine gleiche Bezahlung und veröffentlichte im November ihr Buch "One Life".
Sie begrüßte die Ergebnisse bei der US-Wahl und retweetete das berüchtigte Video von ihr, auf dem sie sich weigert, Donald Trump zu treffen. Dazu kommentierte sie: "Ich kann nicht schnell genug, ins verdammte Weiße Haus kommen!" Zusätzlich gab sie auf persönlicher Ebene ihre Verlobung mit Freundin Sue Bird bekannt.

10. Amandine Henry - Olympique Lyon

von Fabien Esvan
Es ist ein seltsames Jahr für Amandine Henry. Als Eckpfeiler von Olympique Lyon, das 2020 alles abräumte, machte die Kapitänin abseits des Platzes mit ihrer Meinung zur französischen Nationaltrainerin Corinne Diacre von sich reden. Zuletzt eröffnete sie eine Diskussion über das Management des Nationalteams. Es war eine gewaltige Rede, die den französischen Fußball auf den Kopf stellte.
Wenn man ihre verzwickte Beziehung zu Diacre beiseitelässt, hatte Amandine Henry dennoch eine ganze Saison mit Lyon. Die Spielerinnen von Jean-Luc Vasseur holten wieder einmal das Quadruple und der Mittelfeldstar hatte damit viel zu tun. Die 31-Jährige aus Lille ist das Barometer des Teams und erledigte viel Arbeit im Schatten, um ihren Mitspielerinnen Raum zu geben.
In der Saison 2020/21 wurden sie bisher von PSG abgehängt und um den Thron erneut besteigen zu können, benötigt Lyon weiterhin Amandine Henry. Die Kapitänin der Fenottes hat das Rezept dazu.
+++ Am Montag lüften wir für Euch an dieser Stelle zwischen 16:00 und 20:00 Uhr die Plätze 5 bis 1 in einem Countdown +++
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Quelle: Eurosport

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