Robert Lewandowski wollte sich nicht locken lassen.
Wo das denn noch alles hinführen soll mit ihm und seinen Toren - immerhin schon wieder 29 in der laufenden Saison - wollte ein Reporter wissen.
Doch anstatt über sich zu sprechen, lenkte Lewandowski den Fokus gleich auf die Mannschaft und die historische Chance, die sich dem FC Bayern am Donnerstagabend (19:00 Uhr im Liveticker) im Finale der Klub-WM gegen UANL Tigres bietet.
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"Man kann sagen, das ist die Kirsche auf der Torte", meinte der Pole auf einer Pressekonferenz am Dienstag im Hinblick auf das mögliche Sextuple: "Wenn du weißt, dass das erst eine Mannschaft geschafft hat und du die zweite sein und große Fußball-Geschichte schreiben kannst, wenn du so nah dran bist, musst du alles versuchen, um diesen Titel zu holen." Bisher gelangen sechs Titel in einer Saison nur dem FC Barcelona (2009).

Sextuple ohne Lewandowski? Schwer vorstellbar

An individuelle Bestmarken wie den 40-Tore-Rekord von Gerd Müller in der Bundesliga verschwende der Stürmer hingegen "fast" keine Gedanken: "Mit dieser Belastung, die wir in dieser Saison haben, gibt es wichtigere Sachen. Zum Beispiel zu gewinnen."
Das gelingt dem deutschen Rekordmeister nach einer kleinen Schwächephase Anfang des Jahres wieder sehr regelmäßig. Jüngst am gestrigen Montag im Halbfinale gegen den ägyptischen Vertreter Al Ahly Kairo. Mit Mühe zwar, aber man hatte eben diesen Lewandowski da vorne drin, der einmal mehr für beide Münchner Treffer verantwortlich war.

Robert Lewandowski

Fotocredit: Getty Images

Auch wenn sich der Pole am vergangenen Freitag in Berlin (1:0) einen seltenen, trefferlosen Abend leistete - übrigens erst der vierte in seinen 19 Bundesliga-Einsätzen 2020/21 - kann man sich den FC Bayern ohne seine eingebaute Torgarantie überhaupt nicht mehr vorstellen.
Das Triple, Quadruple, Quintuple - und am Donnerstag vielleicht gar Sextuple ohne Lewandowskis Tore? Schwer vorstellbar.

Haaland und Silva mögliche Lewandowski-Erben?

Was also, wenn der polnische Nationalspieler (wird in diesem Jahr immerhin 33 Jahre alt) wirklich mal nicht mehr für den deutschen Rekordmeister die Fußballschuhe schnürt? Lewandowski selbst hat da ein paar interessante Vorschläge.
"Wenn wir generell über die Bundesliga sprechen, gibt es drei oder vier richtig gute Stürmer. Zum Beispiel in Frankfurt, oder bei der Borussia (Dortmund, Anm. d. Red.)", so Lewandowski: "Da gibt es Spieler, die viele Tore schießen können."
Wen er damit meint, ist nicht allzu schwer zu erraten. Frankfurts André Silva (17 Tore) und BVB-Stürmer Erling Haaland (14 Tore) rangieren auf den Plätzen zwei und drei in der Bundesliga-Torschützenliste. Gerade Letzterer gilt mit seinen erst 20 Jahren als eines der spannendsten Offensiv-Talente Europas. Dass sich der Rekordmeister noch nicht aktiv mit dem Norweger beschäftigt hat, liegt einzig und allein an Lewandowskis unglaublicher Fitness und Resistenz.
Intern findet sich nach dem Abgang von Joshua Zirkzee (Leihe nach Parma mit Kaufoption) auf jeden Fall kein Stürmer, dem man diese Aufgabe auch nur im Ansatz perspektivisch zutraut.

Lewandowski: "Mein Alter bedeutet nicht so viel"

Noch, so Lewandowski, müssten sich die Bayern-Fans aber keine Sorgen machen. "Mein Alter bedeutet nicht so viel. Das sieht man auch", so der amtierende Weltfußballer: "Deshalb ist es noch zu früh. Ich habe noch ein bisschen Zeit, um bei Bayern zu spielen."
Sein Vertrag läuft noch bis 2023. Bereits bei seiner Unterschrift 2019 hatte er klar gemacht, dass es "sicher nicht mein letzter Vertrag ist, den ich in meiner Karriere unterschrieben habe". Verlängert er noch einmal in München? Wer weiß.
Vielleicht zieht es den Polen zum Ende seiner Karriere auch noch einmal an exotische Orte. So wie André-Pierre Gignac zum Beispiel, den Top-Stürmer des kommenden Gegners Tigres, den es 2015 nach Mexiko verschlug - mit großem Erfolg.
Aber noch, das machte Lewandowski klar, "ist das einen Moment zu früh".
Jetzt gilt es erst einmal Geschichte zu schreiben. Gegen Gignac und seine "Tiger".
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