FC Bayern braucht mehr Offensivpower und einen Ersatz für Harry Kane - Spiel mit dem Feuer auf Transfermarkt
Update 26/06/2025 um 21:01 GMT+2 Uhr
Der FC Bayern München hat zum Abschluss der Gruppenphase eine unerwartete Niederlage gegen SL Benfica kassiert (0:1). Der verpasste Gruppensieg mag zwar verkraftbar gewesen sein, doch das Geschehen auf dem Rasen offenbarte: Der deutsche Rekordmeister spielt mit dem Feuer. Der Kader ist voll auf Kante genäht, vor allem im Sturm fehlt die Tiefe. Erinnerungen an Robert Lewandowski werden wach.
Müller offen für MLS-Job: "Möglichkeit besteht"
Quelle: Perform
Wohl dem, der zur Halbzeit Joshua Kimmich, Michael Olise und Harry Kane einwechseln kann.
Bis dahin behäbigen und lethargischen Bayern verlieh das Trio neuen Elan, der deutsche Rekordmeister erarbeitete sich plötzlich eine Chance nach der anderen. Die 0:1-Niederlage gegen SL Benfica konnten die Starspieler jedoch nicht verhindern.
Es mag sein, dass die zwei eng gestaffelten Abwehrketten der Portugiesen bei Temperaturen von 36 Grad Celsius eine Herausforderung sondergleichen darstellten. Doch ausgerechnet in solchen Momenten muss die Bayern-Offensive knipsen - die kläglich vergebenen Großchancen von Leroy Sané waren dahingehend ein Armutszeugnis.
Der FC Bayern steht vor einem Problem, das man nur zu gut aus Zeiten mit Robert Lewandowski kennt - auch wenn man damals eine adäquate Lösung in der Hinterhand hatte. Diese gibt es nun nicht mehr. Der Abgang von Thomas Müller verschärft die Situation noch weiter.
FC Bayern: Wo ist die Lebensversicherung?
In der immer noch laufenden Saison war es bislang stets das gleiche Spiel. Auf Kane und Olise war in den entscheidenden Momenten vor dem Tor Verlass, in der Hinrunde galt dies auch noch für Jamal Musiala.
Die ersten 45 Minuten gegen Benfica offenbarten jedoch, was geschieht, wenn keiner der drei auf dem Platz steht.
Durch die Mitte funktionierte wenig bis gar nichts, auf den Flügeln setzte sich Serge Gnabry einmal sehenswert durch. Das war in der 44. Minute.
Der viel zitierte Dosenöffner war in der Küchenschublade vergessen worden und selbst nach der Einwechslung von Kimmich, Olise und Kane wurde man das Gefühl nicht los, dass den Bayern etwas Grundlegendes fehlte.
Eine Niederlage wie jene am Dienstagabend kann einmal passieren, im Normalfall knipst aber Lebensretter Kane doch noch. Doch was passiert, wenn ebenjener ausfällt? Wo ist dann die Lebensversicherung?
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Thomas Müller (links) und Harry Kane (rechts) nach der Niederlage gegen Benfica
Fotocredit: Getty Images
Müller weg - und das Kane-Problem wird größer
Wie die Startaufstellung gegen Benfica zeigte, stand Thomas Müller im Bedarfsfall als Backup für Kane zur Verfügung. In spätestens zweieinhalb Wochen - dann steigt das Finale der Klub-WM im MetLife Stadium zu New York - ist der Ur-Bayer aber Geschichte. Und das Kane-Problem noch viel größer.
In seinen beiden Jahren beim FCB verpasste der Engländer lediglich sechs Spiele verletzungsbedingt. Verkraftbare Partien, geschah dies doch jeweils außerhalb der Crunch-Time im Europapokal. Eine hartnäckige Verletzung und damit ein längerer Ausfall würde die Bayern prompt in alte Zeiten katapultieren.
Wie heutzutage Kane war zwischen 2014 und 2022 Robert Lewandowski das teure Porzellan im Sturm, das nicht zerbrechen durfte. Beim polnischen Superstürmer waren die Münchner größtenteils vom Worst Case verschont geblieben, ab Sommer 2020 immerhin für den Ernstfall gerüstet - der dann auch eintreten sollte.
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Eric-Maxim Choupo-Moting war für den FC Bayern München in den wichtigen Momenten zur Stelle
Fotocredit: Getty Images
Eine Bänderdehnung setzte Lewandowski im Frühjahr 2021 für sieben Spiele außer Gefecht, darunter auch das CL-Viertelfinale gegen Paris Saint-Germain. Mit Eric-Maxim Choupo-Moting sprang sein positionsgetreuer Ersatz ein und traf sowohl im Hinspiel (2:3) als auch im Rückspiel (0:1).
Die Bayern mögen das Halbfinale damals zwar trotzdem verpasst haben, gescheitert sind sie aber nicht aufgrund ihrer fehlenden Kadertiefe.
Und auf ein solches Szenario steuern sie nun sehenden Auges zu. Einfach wird die Lösung jedoch nicht.
Auf Kan(t)e genäht: Bayerns Spiel mit dem Feuer
Ein Spieler mit dem Profil eines Kane-Ersatzes sucht man im Kader vergeblich. Müller ist bald weg, Gnabry überzeugte als Neuner kaum, Musiala bringt die Voraussetzungen nicht mit. Und Olise ist auf Rechtsaußen gesetzt.
In den vergangenen Wochen waren die Flügel an der Säbener Straße das Thema schlechthin gewesen, doch der Kauf eines reinen Flügelspielers wie Nico Williams oder Bradley Barcola sorgt in der Hinsicht nur für einen Status Quo.
Die beiden Top-Talente sind zwar Künstler, die Durchschlagskraft und Körperlichkeit für die Momente im Zentrum lassen sie aber vermissen. Immerhin: Nach dem geplatzten Traum von Florian Wirtz steht dem Rekordmeister für anderweitige Verpflichtungen wieder ein großes Budget zur Verfügung.
Ein kostengünstiger Stürmer im besten Fußballeralter, der sich hinter Kane anstellt - wie damals Choupo-Moting - ist aber so selten wie die Blaue Mauritius.
Woltemade-Transfer Bahnt sich an
Mit Nick Woltemade kickt Deutschlands Stürmer der Zukunft in Stuttgart quasi vor der Haustür. Kein Wunder also, dass sich der FC Bayern intensiv um den 23-Jährigen bemüht.
Laut Medienberichten von "Bild" und "Sky" soll sich der Rekordmeister sogar schon mit Woltemade über einen Wechsel in diesem Sommer geeinigt haben. Der Torjäger habe seine Entscheidung bereits dem VfB mitgeteilt.
Allerdings hatte Stuttgart-Boss Alexander Wehrle einem möglichen Wechsel des begehrten Stürmers zuletzt einen Riegel vorgeschoben. Ausgang offen.
Eine weitere Option wäre ein Flügel-Sturm-Hybrid. In dieser Kategorie fiel zuletzt auch der Name Rafael Leão von der AC Milan.
So oder so: Der Kader der Bayern ist auf Kante genäht, die Verantwortlichen um Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund müssen aktiv werden, eine neue Lebensversicherung muss her.
Mit einer Kadertiefe wie bei der Klub-WM sieht es im Konzert der Großen nämlich nicht allzu rosig aus.
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Müller offen für MLS-Job: "Möglichkeit besteht"
Quelle: Perform
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