FC Bayern München - Joshua Kimmichs Aussage hallt nach: Der Rekordmeister muss vorne nachbessern
Joshua Kimmich hat am Rande der Klub-WM recht unverblümt Neuzugänge für den FC Bayern eingefordert. Im Anschluss fing Sportvorstand Max Eberl den Nationalspieler wieder ein, erinnerte an dessen Stellenprofil. Als Störgeräusch wird die Geschichte dennoch wahrgenommen. Kimmichs Ansage hallte nämlich medial nach – und setzt Eberl und Co. bezüglich Transfermarkt-Tätigkeiten unter Druck.
Joshua Kimmich (r.) und Thomas Müller vom FC Bayern München
Fotocredit: Imago
Die Begegnung mit dem Auckland City FC war medial schnell abgefrühstückt. Zu eklatant waren die sportlichen Unterschiede auf dem Platz, zu deutlich das Ergebnis. 10:0 hatte der FC Bayern sein Auftaktspiel bei der Klub-WM in Cincinnati gegen die Halb-Profis aus Neuseeland gewonnen – standesgemäß.
Nachdem die Partie nicht allzu viele Erkenntnisse geliefert hatte, beherrschte schnell ein anderes Thema die Berichterstattung: Joshua Kimmichs kritische Einschätzung zur Kaderplanung für die kommende Saison. Grundsätzlich sei er für derlei Fragen der falsche Ansprechpartner, leitete Kimmich ein, ehe er sich doch noch zu einigen Aussagen hinreißen ließ.
"Natürlich hat man das Gefühl, dass wir etwas machen könnten, dadurch, dass Flo (Wirtz - wechselt stattdessen zum FC Liverpool, Anm. d. Red.) nicht kommt, Leroy (Sané - wechselt zu Galatasaray, Anm. d. Red.) wegfällt und Thomas (Müller - Ziel noch unbekannt, Anm. d. Red.) wegfällt", sagte der Nationalspieler und forderte damit wenig subtil Neuzugänge für die Offensivabteilung.
Bei Sportvorstand Max Eberl, der von Kimmich als der richtige Ansprechpartner deklariert wurde, stieß die öffentlich kommunizierte Einschätzung des Führungsspielers augenscheinlich nicht auf Gegenliebe.
Eberl kontert Kimmich
"Der Jo ist auf dem Platz und ich mache es neben dem Platz", war seine knappe Antwort, als er mit Kimmichs Aussagen konfrontiert wurde. Spieler gibt sich vermeintlich zu offenherzig, Boss fängt ihn wieder ein. Keine große Sache – normalerweise. Beim FC Bayern und der dazugehörigen Berichterstattung – das ist gemeinhin bekannt – ticken die metaphorischen Uhren aber etwas anders.
Kimmichs Forderung und Eberls Reaktion wird als Schlagabtausch und dementsprechend als Störgeräusch gewertet. Ex-Bayern-Star Lothar Matthäus schlug sich nur wenige Stunden in seiner Rolle als "Sky"-Experte auf Kimmichs Seite.
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Auf der Suche nach dem neuen Superstar: Christoph Freund (l.), Max Eberl (M.) und Vincent Kompany
Fotocredit: Getty Images
"Max Eberl hat zwar Recht, wenn er sagt, der Spieler solle auf dem Platz Leistung bringen. Eberl macht seinen Job, aber trotzdem dürfen sich andere zu Wort melden", schrieb Matthäus in seiner Kolumne für den Pay-TV-Sender.
Der Rekordnationalspieler schob nach: "Der FC Bayern sollte dankbar sein, dass Kimmich als Führungsspieler auch über den Tellerrand hinausschaut und darüber nachdenkt, wo man zulegen muss." Genau das mache Kimmich laut Matthäus "so wichtig für den Verein".
FC Bayern unter Druck
Obwohl Eberl zur Geduld mahnt, kommt Kimmichs Appell nicht von ungefähr: Drei Offensivleute gehen (neben Sané und Müller wird auch Mathys Tel den Verein verlassen), der große Wunschspieler möchte lieber nach England. Dem Vernehmen nach würde der Klub auch Serge Gnabry und Kingsley Coman keine Steine in den Weg legen.
Auf der Habenseite gibt es bis dato im Offensivbereich noch nichts, allerdings hat das Transferfenster bis Anfang September geöffnet. Dennoch: Je früher der Kader steht, desto mehr Zeit bleibt Trainer Vincent Kompany für das Feintuning.
Auf der Suche nach dem neuen Superstar scheinen die Bayern indes den nächsten Korb zu kassieren. Nico Williams, seines Zeichens Europameister und kongenialer Partner von Lamine Yamal in Spaniens Nationalmannschaft, soll sich laut "Sky" mit dem FC Barcelona auf einen Transfer verständigt haben, die Münchner würden also erneut bei einem großen Namen leer ausgehen.
Neben Williams macht vor allem ein Name seit geraumer Zeit in der bayrischen Landeshauptstadt die Runde: Rafael Leão von der AC Mailand soll bei den Verantwortlichen hoch im Kurs stehen.
Matthäus würde Leão holen
Matthäus würde einen Transfer des Portugiesen sogar gegenüber Williams präferieren. "Rafael Leão kann auf dem Flügel und im Sturmzentrum spielen", begründete Matthäus in seiner Kolumne, warum er Leão vorziehen würde: "Man hört zwar, dass Leão kein einfacher Typ sein soll, aber jeder Künstler hat seine Macken und er ist ein Spieler, der Dynamik reinbringt."
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Rafael Leao ist aktuell noch bei der AC Mailand unter Vertrag
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Leão, der bis 2028 in der Modestadt unter Vertrag steht, soll laut "Bild Zeitung" für rund 70 Millionen Euro zu haben sein, dass die Mailänder den Sprung ins internationale Geschäft verpasst haben, dürfte die Chancen des FCB wachsen lassen. Aber: Wie in Williams‘ Fall ist die Konkurrenz namhaft: Insbesondere der FC Arsenal beschäftigt sich ebenfalls intensiv mit dem 26-Jährigen.
Im Buhlen um PSG-Youngster Bradley Barcola werden den Bayern nur geringe Chancen auf einen Deal attestiert. Der frischgebackene Champions-League-Sieger ist nämlich nicht gewillt, den 22-Jährigen abzugeben, zudem ist in Barcolas Vertrag (bis 2028) keine Ausstiegsklausel verankert.
Fakt ist: Die Situation auf dem Transfermarkt ist kompliziert, die ganz große Strahlkraft ist den Bayern abhandengekommen, das ist allerspätestens seit der Wirtz-Absage klar. Dennoch gibt man sich in der Chefetage mit Blick auf Neuzugänge optimistisch: "In der Offensive haben wir von der Anzahl jetzt zwei weniger. Das ist Fakt. Von daher ist es unser Ziel, uns da noch zu verstärken und Qualität dazu zu holen", machte Sportdirektor Christoph Freund unlängst deutlich.
Worte, die bei Joshua Kimmich vielleicht ein wenig zur Beruhigung beitragen könnten.
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Kompany: "Schwierig, sich für das Spiel Lob zu verdienen"
Quelle: Perform
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