71. Minute im Achtelfinale zwischen Brasilien und Mexiko (2:0) - Neymar liegt nach einem Rempler in Mittellinienhöhe im Aus und blockiert den Ball. Gegenspieler Miguel Layún tritt an den Superstar heran und nicht nur das: seinen rechten Fuß setzt er beim Versuch, Neymar den Ball zu nehmen, zielsicher auf den Knöchel des Brasilianers.
Ergebnis: Neymar rollt sich beinahe eine Minute lang wild auf dem Boden herum, schaut dabei immer wieder den vierten Offiziellen entsetzt an und lässt sich anschließend ausgiebig behandeln, ehe er weiterspielen kann.
WM
Mexiko-Trainer greift Neymar an: "Schande für den Fußball!"
02/07/2018 AM 17:30

Tritt von Layún unstrittig - Neymar macht zuviel draus

Schiedsrichter Gianluca Rocchi (Italien) belässt es nach einer kurzen Unterredung mit seinen Assistenten aber dabei, zeigt Layún keine Gelbe oder gar Rote Karte, die durchaus möglich gewesen wäre.
Der Tritt war unstrittig, allerdings fehlte die von Neymar suggerierte Gewalt: Layún hatte nämlich die Ferse auf den Boden aufgesetzt, trat Neymar also nur mit dem Vorderfuß auf den Knöchel.

Neymar

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Dass sich der brasilianische Superstar danach erneut unschön selbst in Szene setzte, stieß sogar Landsmann Zé Roberto im "ZDF"-Studio sauer auf.

Zé Roberto lästert über Neymars Einlage

Stellvertretend für alle Brasilianer sagte der ehemalige Bundesliga-Star vom FC Bayern München:
Das regt die Leute auf, das wollen sie nicht sehen.

Neymar nach Tritt von Miguel Layún

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"Wir wissen, dass er gerne mal Show macht", fuhr der 43-Jährige fort. "Er rollt sich herum, als hätte er einen offenen Bruch, aber es war nun wirklich kein harter Tritt. Er hat das nicht nötig, so müsste er nicht schreien."
Sein Tipp an Neymar: "Er sollte die Leute lieber mit seiner Qualität überraschen, nicht so."

Mexiko-Trainer außer sich wegen Neymar

Sportlich war der Angreifer nämlich durchaus entscheidend gegen Mexiko: Das 1:0 leitete er selbst mit einem Hackentrick ein und besorgte es schließlich höchstpersönlich (51.), zum 2:0-Endstand des eingewechselten Roberto Firmino lieferte Neymar die Vorlage (88.).
Mexiko-Coach Juan Carlos Osorio sah es allerdings noch drastischer als Zé Roberto:
Es ist eine Schande für den Fußball. Es ist ein Negativbeispiel für die Welt, für Kinder und für den Fußball. Es sollte nicht so viel Schauspielerei vorhanden sein, und das hatte einen großen Einfluss auf uns. Ich denke, wir haben aufgrund der Entscheidungen des Schiedsrichters in der zweiten Halbzeit den Faden verloren.

Neymar reagiert auf Provokation

Neymar selbst äußerte sich nach der Partie uneinsichtig, gab sogar an, Brasilien habe sich hart und entschlossen präsentiert. "Man muss auch mal einstecken können, das haben wir gezeigt", sagte der 26-Jährige.
Zur Aktion von Layún meinte er:
So ein Tritt ist furchtbar, ich musste wieder viel einstecken. Das kann er nicht machen, wenn ich schon dort draußen liege.
Dass Mexiko in Person von Vize-Kapitän Andrés Guardado zuvor öffentlich explizit auf Neymars Schauspieleinlagen hingewiesen hatte ("Er fällt gerne viel"), war ihm jedoch nicht entgangen.
Neymars knapper Kommentar hierzu:
Sie haben viel geredet vor dem Spiel - jetzt fahren sie nach Hause.
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