Trotz Pool, Palmen und perfekten Temperaturen knapp unter 20 Grad - auf der letzten Dienstreise des Jahres darf bei den deutschen Fußballerinnen keine Urlaubsstimmung aufkommen. Denn mit einem Sieg beim Verfolger Portugal soll an der Algarve ein großer Schritt zum WM-Ticket gelingen.
Entsprechend deutlich monierte der mitgereiste DFB-Interimspräsident Rainer Koch, dass "diese so wichtige" Begegnung am Dienstag (19:00 Uhr) nicht im Free-TV, sondern im ZDF-Livestream übertragen wird. So könne das Spiel "nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die es aus unserer Sicht verdient hätte", sagte Koch bei einer Medienrunde in Faro.
Auch weil eine solche Entscheidung bei einer ähnlich bedeutsamen Begegnung des Männer-Nationalteams nicht vorstellbar sei, wolle er "ein Zeichen für die DFB-Spitze" setzen, "dass wir darauf setzen, dass sich so ein Fall nicht wiederholt".
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Abseits der anhaltenden Diskussion um Sendeplätze und Anstoßzeiten ist dem DFB-Team die Stolpergefahr im Spitzenspiel bewusst. Mit dem sechsten Erfolg im sechsten Spiel könnte der Tabellenführer seinen Vorsprung auf die Portugiesinnen in Gruppe H auf komfortable fünf Punkte ausbauen.

Mit Aufwind ins EM-Jahr

Nur die Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die WM 2023 in Australien und Neuseeland, 28:1 Tore stehen bislang in der deutschen Bilanz. Alle Mannschaftsteile stellen sich aber auf deutlich mehr Arbeit ein als beim lockeren 8:0 (3:0) gegen die Türkei in Braunschweig am vergangenen Freitag.
"Wir werden diese Herausforderung voller Energie, voller Freude angehen", sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die wieder auf Dzsenifer Marozsan und Sophia Kleinherne zurückgreifen kann, und warnte vor einem "zweikampf- und spielstarken" Gegner: "Wir brauchen Maximalität in den Umschaltphasen."
Bei einem erfolgreichen Abschluss macht sich der Rekordeuropameister mit Rückenwind auf ins EM-Jahr. Bei den Titelkämpfen in England (6. bis 31. Juli 2022) soll die DFB-Auswahl nach zwei enttäuschenden Turnieren wieder als Titelanwärter auftreten.
Zur Standortbestimmung geht es im Februar schon ins Mutterland des Fußballs. Duelle mit dem EURO-Gastgeber, EM-Gegner Spanien und Olympiasieger Kanada bei einem Vier-Nationen-Turnier sollen Aufschluss geben über die Titelreife und Schwachstellen, die in der WM-Qualifikation verborgen blieben.

Pionierin Ratzeburg wird verabschiedet

Am meisten Kopfzerbrechen bereitet noch die Abwehr. Die lief in allen elf Länderspielen des Jahres bisher in unterschiedlicher Formation auf. Rückkehrerin Marina Hegering könnte hier eine Schlüsselrolle zukommen. Dazu muss die leidgeprüfte 31-Jährige nun verletzungsfrei bleiben.
Nicht mehr dabei sein wird künftig Hannelore Ratzeburg als DFB-Vizepräsidentin, daher geht es im Estadio de Sao Luis auch um einen gebührenden Abschied für die Pionierin. Die 70-Jährige, die in Portugal mit Koch letztmals die Delegation leitet, scheidet nach Jahrzehnten auf Funktionärsebene im Deutschen Fußball-Bund (DFB) beim anstehenden Bundestag im März aus.
"Ein bisschen Wehmut kommt schon auf, aber ich bin ja nicht aus der Welt", sagte Ratzeburg.
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