Gareth Bale bei Real Madrid: Ein unlösbares Problem?
Gareth Bale hat es wieder getan. Mit Provokationen auf der Ersatzbank stellte der Waliser jüngst öffentlichkeitswirksam sein Desinteresse am Höhenflug Real Madrids in der spanischen Liga zur Schau und entfachte damit einmal mehr eine Wechsel-Debatte. Besonders wahrscheinlich ist ein Abgang des Superstars, der heute seinen 31. Geburtstag feiert, trotzdem nicht. Das hat vor allem einen Grund: Geld.
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So langsam kann Zinédine Zidane die Fragen nicht mehr hören.
"Mein Gott, was soll ich darauf antworten? Du versuchst gerade, einen Keil zwischen uns zu treiben, wirst es aber nicht schaffen", blaffte der Coach von Real Madrid einen Journalisten an, der sich auf der Pressekonferenz im Vorfeld des 37. Spieltags danach erkundigt hatte, ob ein Abgang von Gareth Bale nicht das Beste für das Team des Franzosen wäre: "Wir sind eine Einheit und alle, ob Gareth oder James (Rodríguez; Anm. d. Red.), denken gleich."
Nun, ganz so einfach stellt sich die Situation zwischen Bale und den Königlichen aktuell nicht dar. Ganz im Gegenteil. Wenn sich alle Real-Profis momentan so verhalten würden wie Bale, wäre in Madrid wohl der Teufel los.
Bale: Die Provokationen häufen sich
Während seine Teamkollegen in der spanischen Liga derzeit ein Spiel nach dem anderen gewinnen und sich anschicken, mit einem Sieg gegen Villarreal den 34. Meistertitel in die spanische Hauptstadt zu holen (21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de), fristet Bale auf der Ersatzbank ein ganz eigenes Dasein.
Ob mit seinen Händen ein Fernglas formend oder schlafend unter dem Mundschutz, der 31-Jährige tut momentan alles dafür, sein Desinteresse beziehungsweise seine Unzufriedenheit mit seiner Situation bildlich und öffentlichkeitswirksam darzustellen. Obwohl fit, hatte ihn der Coach nur in zwei von neun Partien seit dem Restart eingesetzt.
Es ist bei Weitem nicht die erste Provokation des Walisers in Richtung Verein, Zidane und der Madridistas. Im vergangenen Dezember hatte sich Bale die Zeit während eines Liga-Spiels mit der Bottle-Flip-Challenge vertrieben, beim Pokal-Aus im Februar gegen Real Sociedad verließ er noch vor Abpfiff das Stadion.
Und dann war da ja noch der Vorfall mit der walisischen Flagge, auf der relativ klar aufgedruckt stand, was der Offensiv-Spieler aktuell in seiner sportlichen Karriere als Priorität ansieht: "Wales. Golf. Madrid.“ In dieser Reihenfolge.
Bale will damit seine Wechselabsichten untermauern - sollte man zumindest meinen. Allerdings stellt sich die Causa des einst teuersten Spielers der Welt (kam 2013 für 101 Millionen Euro von Tottenham) deutlich komplexer dar. Ein Transfer im Sommer dürfte sich trotz allem als schwierig erweisen.
Bale in der finanziellen Zwickmühle
Bereits 2018 und im vergangenen Sommer rankten sich immer wieder Wechselgerüchte um Bale. Der 31-Jährige war unzufrieden, Zidane war unzufrieden, die Fans waren unzufrieden – ein Wechsel schien die einzig logische Folge. So wie auch in diesem Sommer. Doch am Ende passierte nichts. Und das hat einen Grund.
"Bale will seinen Mega-Vertrag bei Real nicht verlieren. Er hätte schon vor einem Jahr bei einem chinesischen Klub unterschreiben können", erklärt Fußball-Experte Adrian Garcia von Eurosport in Madrid: "Mittlerweile ist die Situation zwischen ihm und Real wie ein Kalter Krieg."
Um die 650.000 Euro soll Bale pro Woche einstreichen, über 30 Millionen pro Jahr. Eine Summe, die, besonders in Zeiten der Corona-Pandemie, wohl kein anderer Klub stemmen könnte, geschweige denn wöllte. Selbst in China soll derzeit kein Interesse bestehen.
Ist Bale nicht bereit, auf einen Großteil seines Gehalts zu verzichten, dürfte sich an seiner frustrierenden Situation also so schnell nichts ändern.
Und darf man seinem Berater Glauben schenken, dann möchte er das auch gar nicht: "Er ist sehr glücklich in Madrid, er genießt das Leben dort. Auch finanziell wird er bis ans Lebensende keine Sorgen haben, wie auch seine Kinder und Enkelkinder", sagte Jonathan Barnett Anfang Juni der "BBC". Er sehe daher "keinen Grund, warum er seine Karriere außerhalb von Madrid fortsetzen sollte".
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Gareth Bale: Was will Real?
Bleibt die Frage: Was will Real? Im Sommer stehen inklusive Leihspieler mehr als 30 Spieler im Kader des weißen Balletts, zudem belasten die Coronakrise und der Umbau des Estadio Santiago Bernabéu den Klub finanziell. Um zukünftige Mega-Deals - wie etwa von Kylian Mbappé - realisieren zu können, müssen einige Stars im Sommer gehen. Im Fall Bale scheint man sich diesbezüglich aber klubintern nicht einig zu sein. Trotz der ständigen Provokationen.
"Zidane weiß, dass es der Wunsch von Florentino Pérez und der Klubführung ist, dass Bale ein wichtiger Spieler und nach dem Abgang von Cristiano Ronaldo auch ein Leader im Team ist", so Garcia: "Aber mit seinem Verhalten ist das schlicht nicht möglich."
Ein Teufelskreis, der in den Augen des Eurosport-Experten so schnell nicht zu durchbrechen ist: "Ich schätze, dass wir Bale auch im kommenden Jahr im Real-Trikot sehen werden."
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