Luis Suárez saß mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen des King Abdullah Sports City Stadions in Saudi-Arabien.Ganz Barcelona stockte der Atem, schließlich ist der 32-Jährige in der laufenden Spielzeit gemeinsam mit Superstar Lionel Messi so etwas wie die Lebensversicherung der Katalanen.

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Suárez biss bis zum Ende auf die Zähne, konnte aber letztlich die bittere 2:3 (0:0)-Niederlage der Blaugrana im Halbfinale der Supercopa gegen Atlético Madrid nicht verhindern.

Nur wenige Tage später folgte dann die traurige Gewissheit: Der Torjäger muss sich einer Operation am rechten Knie unterziehen und fällt voraussichtlich bis Mai, und damit bis weit in die entscheidende Saisonphase hinein, aus.

Luis Suarez (am Boden) während des Halbfinals in der Supercopa gegen Atlético Madrid

Fotocredit: Getty Images

Trotz Suárez-Ausfall: Barça nimmt wohl Abstand von Transfers

Der Ausfall von Suárez ist für Barça sowohl im Titelkampf in der spanischen Liga als auch hinsichtlich der bevorstehenden K.o.-Phase in der Champions League ein schwerer Schlag ins Kontor. Der Uruguayer kam nach einem eher mäßigen Saisonstart immer besser in Tritt und konnte bislang wettbewerbsübergreifend in 23 Partien sagenhafte 25 Scorerpunkte verbuchen (14 Tore, 11 Assists). Darüber hinaus war Suárez an 41 Prozent aller Treffer von Barça mitverantwortlich.

Neu-Trainer Quique Setién muss sich zum Start seiner Amtszeit somit gleich mit Verletzungssorgen in der Offensive, dem einstigen Prunkstück des FC Barcelona, herumschlagen. Denn neben Suárez fällt auch der ehemalige Dortmunder Ousmane Dembélé aufgrund einer Oberschenkelverletzung weiter aus.

Wird Barça nun also auf dem Transfermarkt aktiv und verstärkt sich in diesem Winter noch mit einem klassischen Mittelstürmer? Adrian Garcia, Fußball-Experte von Eurosport in Spanien, verneint dies entschieden:

Setién wird den jungen Spielern wie Carles Pérez und Ansu Fati vertrauen - die Klubphilisophie setzt schließlich Vertrauen in La Masia voraus. Zudem waren die letzten Erfahrungen mit Kevin-Prince Boateng alles andere als zufriedenstellend.

Erstes Training mit Messi und Co. für Barcelona-Trainer Setien

Barças Offensive hängt am Tropf von Messi

Somit liegt die nicht gerade geringe Last des spanischen Meisters einmal mehr auf den Schultern von Messi. Der amtierende Weltfußballer musste zu Beginn der Saison ebenfalls verletzungsbedingt kürzertreten (Fußverletzung), zeigte sich seit jeher aber gewohnt zuverlässig und trug sich in 20 Partien 16 Mal in die Torjägerliste ein. Die Katalanen scheinen in diesen Tagen mehr denn je auf ihren Superstar angewiesen zu sein, wie auch Garcia bestätigt:

Barça ist zu 100 Prozent von Messi abhängig - und auch von Marc-André ter Stegen. Nur, wenn Barça unter Setién den besten Spielstil wiedererlangt, könnte Messi entlastet werden. Im Moment besteht die Mannschaft aber aus ter Stegen, Messi und neun anderen Spielern.

Ein niederschmetterndes Urteil, vor allem für den anfangs so gefeierten Neuzugang Antoine Griezmann. Der französische Weltmeister zeigte mit einem Treffer gegen seinen Ex-Klub Atlético zuletzt ansteigende Form, bleibt aber insgesamt weiter deutlich hinter den Erwartungen zurück. Der Ausfall von Suárez könnte für Griezmann die Möglichkeit sein, sich endlich ins Rampenlicht des Camp Nous zu spielen. Im Hinblick auf einen möglichen Zweikampf in La Liga mit Real Madrid wäre eine Leistungsexplosion wahrscheinlich sogar essenziell.

Duell auf Augenhöhe zwischen Real und Barça

Schließlich zeigte die Formkurve der Königlichen in den vergangenen Wochen deutlich nach oben. Die Mannschaft von Trainer Zinédine Zidane blieb in den vergangenen 16 Pflichtspielen ungeschlagen (10 Siege, 6 Unentschieden) und sicherte sich in Saudi-Arabien die spanische Supercopa. In der spanischen Liga liegt Real aktuell punktgleich mit dem FC Barcelona auf Platz zwei.

"Real Madrid wird stärker, vor allem in der Defensive, aber sie haben keinen Spieler mehr wie Cristiano Ronaldo, der mit seinen Toren einzelne Spiele entscheiden kann. Die Chancen stehen meiner Meinung nach daher aktuell 50:50", äußerte sich Garcia zum Titelkampf in La Liga. Hinsichtlich des Champions-League-Achtelfinals gegen den SSC Neapel sieht der spanische Fußball-Experte jedoch keine Schwierigkeiten für Barcelona:

Ohne Suárez ist Barça eine schwächere Mannschaft, aber sie werden keine Probleme damit haben, Neapel im Achtelfinale zu bezwingen.

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