FC Bayern München: Wie David Alaba zum Abwehrchef beim Rekordmeister wurde
Den FC Bayern plagen unmittelbar vor dem Rückrundenstart noch immer Verletzungssorgen. Die Achillesferse bleibt dabei die Defensive, wo die beiden etatmäßigen Innenverteidiger Lucas Hernández und Niklas Süle weiterhin ausfallen. Trainer Hansi Flick krempelte aufgrund dessen bereits in der Hinrunde seine Hintermannschaft um und beorderte David Alaba zum "Abwehrchef" - wenn auch wider Willen.
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"Wie er sich entwickelt, ist er zurzeit der Abwehrchef", bestätigte Trainer Hansi Flick die neue Rolle von David Alaba im "kicker" unmittelbar nach Abschluss der Hinrunde, die für den FC Bayern mit Tabellenplatz drei und 33 Zählern noch recht glimpflich ausging.
Schließlich ging der Rekordmeister personell gegen Ende des Jahres arg auf dem Zahnfleisch. So fanden sich am 17. Spieltag im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (2:0) neben den arrivierten Kräften Sven Ulreich und Jérôme Boateng plötzlich die Namen der Youngsters Leon Dajaku, Sarpreet Singh, Lukas Mai, Oliver Batista Meier und Joshua Zirkzee im Kader der Profis wieder. Auch wenn letzterer in seinen ersten beiden Einsätzen für Furore sorgte, entblößte die Ersatzbank die dünne Personaldecke des FC Bayern.
Neuer und Flick adeln Alaba
Besonders hart traf es den amtierenden Deutschen Meister in der Defensive, wo Flick seit seinem Amtsbeginn im November improvisieren musste. Sowohl Lucas Hernández als auch Alabas Vorgänger als Abwehrchef, Niklas Süle, fielen aufgrund von Verletzungen langfristig aus. Der 54-Jährige beorderte daher den österreichischen Nationalspieler von der Linksverteidigerposition ins Zentrum der Viererkette und beförderte ihn sogleich von der Aushilfskraft zum Chef.
"Defensiv und auch mit Ball ist er für uns sehr wichtig, weil er viele Optionen hat, das Spiel aufzubauen. Er bietet uns eine große Palette an Möglichkeiten. Darüber hinaus kann er eine Mannschaft auch führen. Das hat er oft gezeigt. Das sind für mich Kriterien, damit hinten einer als Abwehrchef gelten kann", begründete Flick den Aufstieg seines Schützlings. In die gleiche Kerbe schlug auch Kapitän Manuel Neuer:
Alaba selbst genießt die Wertschätzung innerhalb des Klubs:
Alaba der Anker in der Defensive
Dabei ist jene taktische Umstellung alles andere als eine Innovation. Startrainer Pep Guardiola erkannte während seiner Zeit als Übungsleiter an der Säbener Straße bereits die Qualitäten von Alaba in der Abwehrzentrale. Auch Carlo Ancelotti übernahm die Idee seines Vorgängers und zog Alaba oftmals von der linken Defensivseite ab. Insgesamt lief der 27-Jährige in 59 Partien als Innenverteidiger auf - in dieser Spielzeit alleine neunmal.
Unter der Leitung des Eigengewächses stabilisierte sich die teils wacklige Defensive der Münchner zunehmend. So gab es in der Ära Flick wettbewerbsübergreifend in acht Partien gerade einmal sechs Gegentreffer.
Zum Hinrundenabschluss gegen Wolfsburg blühte Alaba in ungewohnter Rolle sogar regelrecht auf. Der 27-Jährige konnte am Ende des 2:0-Erfolges nicht nur die meisten Ballaktionen (108) und Pässe (97) aufseiten der Gastgeber verbuchen, sondern brillierte mit einer makellosen Zweikampfbilanz von 100 Prozent.
Flick bremst Alabas "Offensivdrang" ein
Trotz jener beeindruckenden Zahlen sieht sich der Leistungsträger langfristig ein Stück weiter vorne auf dem Spielfeld, wie er jüngst im Trainingslager in Doha durchblicken ließ. "Die Rückrunde ist lang. Ich weiß, dass ich die nächsten Spiele auf der Position innen gesehen werde. Wie es in der Zukunft aussieht, weiß ich nicht", gestand Alaba und ergänzte:
Seine Offensivqualitäten stellte der achtmalige Deutsche Meister in der Vergangenheit durchaus unter Beweis, was 30 Treffer und 47 Vorlagen in rund neun Jahren belegen.
Flick plant jedoch in der für den FC Bayern so wichtigen Rückrunde vorerst keine weiteren personellen Veränderungen innerhalb der Viererkette.
"Es geht immer nach Leistung. Wir sind aufgrund der Situation mit Alphonso Davies auf der linken Seite ganz gut besetzt. Man muss einfach sagen: David macht es als Innenverteidiger sehr gut. Es ist wichtig für mich, dass er die Leistung weiterhin so abruft", äußerte sich der 54-Jährige und verwies Alabas "Offensivdrang" somit vorerst wieder in die Schranken.
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