Lionel Messi das Problem? Die verbotene Frage schwebt über dem FC Barcelona
Der FC Barcelona zerfleischt sich selbst. Nach der verpassten Meisterschaft stellte Lionel Messi den Verein öffentlich an den Pranger. Schlimmer noch: Er machte die Hoffnungen zunichte, dass es in der Königsklasse besser laufen könnte. "Wenn es nicht für die Liga reicht, wie soll es dann für die Champions League reichen?", unkte Messi. Könnte es sein, dass er am Ende selbst Teil des Problems ist?
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Hat Barça seine Seele verkauft?
Es gibt nicht wenige unter den vielen Millionen Anhängern des katalanischen Weltvereins, die diese Frage wohl bejahen würden.
Ganz so weit mag Adrian Garcia von Eurosport Spanien nicht gehen, doch auch der Experte für die spanische Liga kommt nicht umhin, festzustellen: "Unter Präsident Josep Maria Bartomeu hat sich die Vereinspolitik dahingehend verändert, dass Barça vermehrt teure Stars wie Griezmann, Dembélé, Coutinho oder Pjanic einkauft und den Talenten der hauseigenen Kaderschmiede 'La Masia' nicht mehr vertraut."
Diese Einstellung vertrete auch Trainer Quique Setién. Der 61-Jährige übernahm im Januar das Amt von Ernesto Valverde. Der Erfolg wollte sich nicht so recht einstellten - oder mit den Worten von Lionel Messi: "Seit Januar lief alles schlecht."
Fati und Puig sollen Barça in die Zukunft führen
Ein verbaler Angriff aus der Ecke des Superstars, nicht nur auf Setíen.
"Diese Botschaft war für Präsident Bartomeu bestimmt, mit dessen Klub-Management Messi überhaupt nicht einverstanden ist", erläutert Garcia. Routiniers wie der argentinische Superstar oder auch Luis Suárez hätten sich unter Valverde wohler gefühlt.
Dabei hat der Verein prinzipiell die nötigen Toptalente an Bord, um der Mannschaft ein jüngeres und möglicherweise auch erfolgreicheres Gesicht zu geben. Ansu Fati, gerade einmal 17 Jahre alt, wird in Barcelona schon als nächster Messi gehandelt. Dann ist da Riqui Puig, der ebenfalls aus der eigenen Jugend kommt und alles mitbringt, um einen moderneren Spielstil zu etablieren.
Prinzipiell wäre auch Ousmane Dembélé mit seiner Klasse und seinen erst 23 Jahren einer für die Zukunft des Teams, nach zahlreichen Eskapaden hat sich der französische Rechtsaußen allerdings selbst das Leben schwer gemacht. Ein Transfer scheint jederzeit im Bereich des Möglichen.
Geht es auch ohne Messi?
In Barcelona fokussiert man sich aber zu viel darauf, das letzte große Projekt des Lionel Messi zu realisieren. Der Argentinier will mit Barça noch einmal die Champions League gewinnen.
Und an der Stelle wirft Garcia die Frage auf, die in Barcelona ein Sakrileg ist: "Niemand im Verein oder bei den Medien vor Ort hat die Frage gestellt: 'Könnte Messi das Problem sein?' Wäre es denkbar, dass Barça ein neues Erfolgsprojekt initiiert und dabei ohne den fünfmaligen Weltfußballer auskommt?"
Irgendwann wird es ohnehin soweit sein, dass die Katalanen auf ihre Gallionsfigur verzichten müssen. Solange Messi aber fit ist und spielen will, führt kein Weg an ihm vorbei. "Leo ist einer der größten Fußballer der Geschichte und er ist heilig in Barcelona. Außerdem hat er mehr Macht als alle anderen Spieler und auch als jeder Präsident", beschreibt Garcia die Kräfteverhältnisse im Verein.
Dem 33-Jährigen, der in La Masia ausgebildet wurde und nie bei einem anderen Profiklub spielte, die Tür zu weisen, verbietet sich daher von selbst. Sollte es dennoch geschehen, dann würde wohl die komplette Barça-Anhängerschaft die Frage nach der verkauften Seele mit Ja beantworten.
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