Am Montag machte sich am Flughafen Josep Tarradellas Barcelona-El Prat Unruhe breit. Dutzende Journalisten warteten auf Xavi, Ex-Profi beim FC Barcelona und mittlerweile seit einigen Jahren Trainer in Katar.
Die Klub-Legende landete mit seiner Familie in Barcelona - nach eigenen Angaben, um in seiner alten Heimat Urlaub zu machen. Laut spanischen Medien allerdings mit verdächtig vielen Koffern, angeblich über 20.
Aufgrund der aktuellen Situation beim FC Barcelona wurde daher schnell vermutet, der 41-Jährige könnte für Vertragsgespräche eingeflogen sein. Schließlich soll Cheftrainer Ronald Koeman vor dem Aus stehen.
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Vor allem Klub-Präsident Joan Laporta will den Weltmeister von 2010 offenbar schon im Sommer nach Barcelona zurückholen. Vereinslegende Xavi scheint von ihm als neuer Heilsbringer auserkoren, um die am Boden liegenden Katalanen wieder an die Spitze zu führen.

Barcelona lässt zu viele Punkte liegen

Koemans Bilanz ist nach seinem ersten Jahr nämlich mehr als ausbaufähig. Zwar holte Barcelona unter dem Niederländer den spanischen Pokal, doch die Meisterschaft vergab Barça erst am vergangenen Wochenende endgültig mit einer Niederlage gegen Celta Vigo (1:2).
Schon in den Vorwochen schienen die Katalanen den Titel beinahe selbst verhindern zu wollen. Die Leistungen ließen zumindest derartige Schlussfolgerungen zu.
In den vergangenen fünf Liga-Spielen kassierte Barcelona zwei Pleiten. Hinzu kamen zwei Remis, unter anderem gegen Tabellenführer Atlético Madrid (0:0). Die Katalanen ließen damit alleine seit Ende April zehn Punkte liegen. Zu viel, um im Meisterschaftsrennen trotz einiger Aussetzer der Konkurrenz bis zum Ende mitzumischen.
Auch in der Champions League bekleckerte sich der viermalige Titelträger nicht mit Ruhm. Im Achtelfinale schied Barça nach einem desaströsen 2:5-Gesamtergebnis gegen PSG aus. Den Saisonstart hatte Barcelona ebenfalls gehörig in den Sand gesetzt (nur elf Punkte aus acht Spielen).

Leistung von Messi spielt wichtige Rolle

Félix Martin, Eurosport-Redakteur aus Spanien, sieht einen der Hauptgründe bei Lionel Messi. "Wenn man über Barcelonas Leistung spricht, muss man auch über Messi reden. Denn wenn Messi gut ist, ist auch Barça gut. Aber wenn er nicht so spielt, wie man es von ihm gewohnt ist, dann leidet auch Barcelona. Sowohl bei Messi als auch bei Barça war die gesamte Saison eine einzige Achterbahnfahrt", erklärte Martin.
Gerade zu Beginn habe es außerdem so gewirkt, als passten die Stile von Koeman und des Argentiniers nicht zusammen. Der Wechsel an der Vereinsspitze habe sein Übriges getan, erklärt der Spanien-Experte.
Koeman wurde noch von Ex-Präsident Josep Bartomeu im Sommer 2020 als Chefcoach installiert. Weder Laporta noch der neue Sportchef Mateu Alemany haben daher eine enge Bindung zum Niederländer.
Allerdings soll es Dissonanzen bezüglich einer Nachfolge geben. Während Laporta Xavi als Lösung bevorzugt, soll Alemany eine Rückkehr des 41-Jährigen für zu früh erachten. Xavi verlängerte zudem erst vor wenigen Tagen bei seinem Verein Al-Sadd.

Barça beantragt neuen Millionen-Kredit

Ein anderer Faktor könnte Koeman in die Karten spielen: Aufgrund der schwierigen finanziellen Situation könnte Barcelona vorerst an ihm festhalten - auch in Ermangelung echter Alternativen, erklärt Martin. Denn der Vertrag des Niederländers läuft noch 2022, bei einer vorzeitigen Ausflösung müssten die Katalanen eine Entschädigung zahlen.
"Barça hat einen großen Schuldenberg, sie können im Sommer nicht so viel Geld in den Transfermarkt hineinstecken. Ich denke, sie würden es bevorzugen, dieses wenige Geld ins Team zu investieren als es auszugeben, um den Coach zu feuern", glaubt Martin.
Andererseits werde "von einer Mannschaft wie Barça erwartet, dass sie es mindestens ins Halbfinale (der Champions League, Anm. d. Red.) schafft und bis zum letzten Spieltag um die Meisterschaft kämpft". Daher sei noch nicht abzusehen, ob Koeman bleiben darf.
Laut "Marca" könnte auch ein beantragter Kredit über 500 Millionen Euro eine Rolle spielen. Wird dieser genehmigt, hätte Barça nicht nur im Hinblick auf den Trainerposten mehr Spielraum. Auch in den Verhandlungen mit Messi wären die Katalanen weniger eingeschränkt.

Neue Transfers geplant

Hilfreich könnte dabei auch ein Transfer von Sergio Agüero sein. Eine Verpflichtung des Stürmers würde eine Verlängerung von Messi wahrscheinlicher machen. "Agüero ist eng mit Messi befreundet. Das könnte darauf hindeuten, dass Messi in Barcelona bleibt", meint etwa Martin.
Auch der Name Memphis Depay fiel zuletzt mehrfach. Zudem will Barça wohl Spieler wie Philippe Coutinho, Samuel Umtiti und Martin Braithwaite verkaufen.
Koeman hatte zuletzt selbst Zweifel, ob er noch lange in Barcelona das Sagen hat. "Ich möchte und kann weitermachen, wenn ich das Vertrauen des Vereins habe", erklärte der Niederländer auf einer Pressekonferenz. Ihm sei aber auch bewusst, dass er "als Trainer die maximale Verantwortung" trage.
Die kommenden Wochen dürften bei den Katalanen spannend werden.
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