Barcelona ohne Lionel Messi aufgeschmissen? Warum es nicht danach aussieht
Der Abgang von Lionel Messi hat eine Lawine an Emotionen ausgelöst beim und rund um den FC Barcelona. Was soll nur werden ohne den Argentinier, der einst in der Nachwuchsschmiede La Masia anfing und später zur Ikone des Klubs wude? Zwölf Tage ist es nun her, dass Barça den Abschied Messis bekannt gab - und es mehren sich die Anzeichen, dass es auch ohne den 34-Jährigen ganz gut laufen könnte.
Barcelona startet mit Sieg gegen Real Sociedad in die Ära nach Messi
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Wenn Lionel Messi beim FC Barcelona geblieben wäre, hätte das die Zukunft des Vereins gefährdet.
Wie bitte?
Hat Klub-Präsident Joan Laporta das wirklich so gemeint? Man muss die Aussagen natürlich in den richtigen Kontext setzen - und der ist kompliziert. Der große FC Barcelona hat sich über viele Jahre ins finanzielle Abseits manövriert. "Die Schulden belaufen sich ab dem 30. Juni auf 1,35 Milliarden Euro", diktierte Laporta den Journalisten auf der Bilanz-Pressekonferenz in die Notizblöcke.
Was für einen Bundesliga-Verein wohl das Ende im Profi-Fußball bedeuten würde, wird man bei Barça nun irgendwie hinbiegen. "Wir hatten einen Plan, der immer noch gilt. Mit diesem werden wir hart arbeiten, um die wirtschaftliche Situation wieder geradezubiegen", gab sich Laporta optimistisch.
Angefangen haben der Präsident und die Führungsetage damit, dass der Topverdiener des Teams keinen neuen Vertrag mehr bekam. Messi soll Medienangaben zufolge seit 2017 ein Brutto-Jahresgehalt von 71 Millionen Euro kassiert haben. Der Posten fällt nun weg.
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Barça-Präsident Laporta: Darum war ein Messi-Verbleib nicht möglich
Quelle: Perform
Was aber auch wegfällt, sind die Geniestreiche des für viele Experten und Fans besten Fußballspielers seiner Zeit. Kann die Mannschaft das auffangen, kann der Mann ersetzt werden, der Barcelona mit 672 Toren und 305 Assists zu sagenhaften 35 Titeln in 16 Jahren führte?
Erste Antworten gibt es seit vergangenem Wochenende.
Tore, Spektakel, Heimsieg - wie Barça den Messi-Abschied kompensiert
Im Spiel eins nach Messi kam Barça in der Liga zu einem 4:2-Erfolg gegen Real Sociedad aus San Sebastián. Tore, Spektakel, Heimsieg. Es lief gut an im Camp Nou, auch wenn der Erfolg durch zwei Gegentore in der Schlussphase noch einmal kurzzeitig in Gefahr geriet. In der Offensive aber zeigte die Auswahl von Trainer Ronaldo Koeman, wie es auch ohne Messi scheppern kann.
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Martin Braithwaite - FC Barcelona
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Ein Trio um Neuzugang Memphis Depay, Martin Braithwaite und Antoine Griezmann füllte die Lücke. Immer wieder ließ sich einer der drei Offensivspieler tief ins Mittelfeld fallen, um Angriffe zu initiieren.
Statt fester Positionen hatte Koeman sein Angreifer auf Rochaden eingestelllt. Die Folge: Barcelona war nicht ausrechenbar, sorgte permanent für Überraschungsmomente und Gefahr.
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Barça-Präsident Laporta geht in die Offensive: "Wir werden das zurechtbiegen"
Quelle: Perform
Braitwaite trug sich gleich zweimal in die Torschützenliste ein, Griezmann zeigte sich in seinem Pflichtspiel für die Blaugrana extrem agil, während Neuzugang Depay keinerlei Anlaufschwierigkeiten hatte und das 1:0 vorbereitete. Mit den derzeit verletzten Sergio Agüero, Ansu Fati und Ousmane Dembélé stehen Koeman perspektivisch drei weitere hochkarätige Optionen für die zentrale Spitze und die Flügel zur Verfügung.
Koeman optimistisch: "Der Weg, den wir gehen wollen"
Messi-Abgang hin oder her, der 26-malige spanische Meister hat noch immer einen überragend und breit aufgestellten Kader. "Wenn die verletzten Spieler wieder zur Verfügung stehen, werden ein sehr starkes Team haben, um große Dinge zu erreichen", so Koeman. Man dürfe nach dem Wechsel von Klub-Legende Messi zu PSG nur nicht den Fehler machen, "in der Vergangenheit zu leben".
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Neuer Barça-Kapitän würdigt Lionel Messi
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Seine Profis, so scheint es, haben das auch nicht vor. Die ersten 30 Minuten rief Koeman gar zur "besten Barça-Leistung der letzten Jahre" aus. "Das ist der Weg, den wir gehen wollen", betonte der Niederländer. Es gehe nun darum, das Spiel etwas kollektiver auszurichten. Weg von einem System, in dem nahezu alles auf Messi ausgerichtet war, hin zu einer Taktik, die allen Offensivkräften mehr Verantwortung abverlangt.
Ein Indiz, dass es teamintern gut passt, ist der partielle Gehaltsverzicht der vier Kapitäne. Gerard Piqué, Sergio Busquets, Jordi Alba und Sergi Roberto nehmen Kürzungen in Kauf, um dem Verein Spielraum zu verschaffen und die Regularien des Financial Fair Play einzuhalten. Der Klub will die Lohnkosten auf rund 65 bis 70 Prozent der Gesamtausgaben drücken. "Aktuell liegen wir bei über 90 Prozent", konstatierte Laporta.
Piqué geht voran - auf dem Platz, neben dem Platz
Piqué verzichtete als erster Spieler auf Teile seines Gehalts und ging auch gleich in der ersten Partie sportlich voran. Der Innenverteidiger erzielte gegen Real Sociedad das 1:0, sein 50. Treffer für Barça. Es sei zwar erst ein kleiner Schritt in eine neu Ära gewesen, aber das Team sei "gut genug, um bis zum Ende der Saison um Titel zu spielen", bekräftigte der 34-Jährige.
Tatsächlich hat Barcelona eine gesunde Mischung im Kader aus arrivierten Spielern wie Piqué, Schlussmann Marc-André ter Stegen oder Sergio Busquets und Jungprofis wie Pedri, Sergiño Dest oder Fati. Ist der Abgang von Messi also kein Problem?
So komisch es klingen mag, es spricht einiges dafür.
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Barcelona startet in Nach-Messi-Ära: Emotionaler Heim-Sieg gegen Juve
Quelle: Eurosport
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