Real Madrid - Aurélien Tchouaméni schneller als gedacht im Rampenlicht: Der "neue" Casemiro überzeugt
In der vergangenen Woche wurde überraschend das bestätigt, was kurz zuvor wohl niemand für möglich gehalten hätte: Casemiro, sieben Jahre lang kongenialer Mittelfeld-Partner von Luka Modric und Toni Kroos, verlässt Real Madrid, um bei ManUnited anzuheuern. Grund für Frust besteht aber nicht: Die Königlichen haben im Sommer bereits mit einem "neuen" Casemiro vorgesorgt – und der überzeugt prompt.
Emotionale Worte: Casemiro verabschiedet sich unter Tränen
Quelle: SNTV
Toni Kroos wurde emotional, als Casemiros Wechsel zu Manchester United in der vergangenen Woche offiziell vermeldet wurde. "Ich werde dich vermissen. Als einen vorbildlichen Profi, als einen Top-Spieler. Aber vor allem als guten Menschen", schrieb der ehemalige deutsche Nationalspieler auf Twitter.
Kroos weiter: "Wir haben Geschichte geschrieben, verdammt! Was für eine legendäre Etappe. Jetzt trennen sich unsere sportlichen Wege, aber unsere Freundschaft bleibt." Garniert wurde der Post mit einem Bild, auf dem Kroos gemeinsam mit Casemiro und Luka Modric, dem dritten Protagonisten eines der erfolgreichsten Mittelfeldtrios der Fußballgeschichte zu sehen ist.
Ebenjener Modric verschaffte seinen Gefühlen ebenfalls auf Twitter Ausdruck: "Du warst der beste Leibwächter der Welt. Ich werde dich vermissen, wünsche dir aber das Beste. Das verdient ein Profi und ein Mensch wie du. Danke für alles und viel Erfolg, Kumpel", hieß es unter anderem in einem ausführlichen Beitrag des Kroaten.
Der Tenor wurde deutlich: Mit Casemiro verlässt nicht nur ein verdienter Spieler den Verein, sondern auch ein beliebter Teamkollege. Ein Teamkollege, dessen Vita nicht nur mit etlichen nationalen Erfolgen, sondern mit satten fünf Champions-League-Titeln aufwartet. Dass die Kroos-Modric-Casemiro-Ära eines Tages enden würde, war absehbar, dass in dem 30-jährigen Brasilianer aber das jüngte Puzzleteil als Erstes wegbricht, galt bis zuletzt als unwahrscheinlich.
Casemiros Tränen-Abschied aus Madrid
Unter Tränen verabschiedete sich Casemiro am Montagmittag. "Wie ihr wisst, ich mag es nicht als Protagonist im Rampenlicht zu stehen", sagte er, ehe er zu einer minutenlangen Rede ansetzte, in Erinnerungen schwelgte. Er schloss mit den Worten: "Der Klub hat immer die besten Spieler, deshalb ist er der beste Klub der Welt. Er wird weiter erfolgreich sein."
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Casemiro wechselt zu Manchester United
Fotocredit: Getty Images
An Real-Boss Florentino Perez gerichtet, prophezeite Casemiro: "Präsident, mit dir vornweg wird der Verein weiterhin eine brillante Gegenwart und Zukunft haben." Eine Prognose, die trotz des unbestrittenen Qualitätsverlusts durchaus realistisch ist. Denn: Real hat im Vorfeld seine Hausaufgaben gemacht und mit Aurélien Tchouaméni einen verheißungsvollen Mittelfeldspieler von der AS Monaco verpflichtet.
Dass die Verantwortlichen dem 22-Jährigen einiges zutrauen, spiegelt sich allein in der Ablösesumme wider: 80 Millionen Euro ließen sich die Königlichen ihren neuen Kronprinzen kosten. Aufgrund des Abgangs Casemiros, der das Rampenlicht scheut, wird der junge Franzose nun früher als erwartet in ebenjenes gerückt.
Tchouaméni überzeugt auf der Sechs
Wie schon im ersten Liga-Spiel (2:1 bei UD Almería) durfte Tchouaméni am vergangenen Wochenende gegen Celta Vigo (4:1) von Beginn an ran. Bei den Galiziern wusste der Neuzugang vollumfänglich zu überzeugen. Flankiert von Modric und Eduardo Camavinga, der den erkälteten Kroos ersetzte, verbuchte Tchouaméni die meisten Ballaktionen aufseiten der Blancos (87).
Besonders im Defensivbereich wandelte der zwölfmalige Nationalspieler auf den Spuren seines Vorgängers. Vier klärende Aktionen, drei abgefangene Pässe, neun Balleroberungen waren jeweils teaminterner Spitzenwert.
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Carlo Ancelotti und Aurélien Tchouaméni
Fotocredit: Getty Images
Trainer Carlo Ancelotti war im Anschluss an die Partie voll des Lobes für Tchouaméni: "Er hat heute sehr gut gespielt und gezeigt, was er im Training so gut macht", sagte der Italiener und schob nach: "Er hat sehr gut verteidigt und sich wohlgefühlt, weil Modric, Camavinga und er mithilfe von Valverde einen sehr guten Job gemacht haben."
Ancelotti: "Werde ihm nicht sagen, dass er wie Casemiro spielen muss"
Ancelotti war kürzlich jedoch darum bemüht, zu verdeutlichen, dass Tchouaméni eben nicht als klassischer Eins-zu-Eins-Ersatz für Casemiro betrachtet werden sollte. "Tchouaméni wurde für diese Position verpflichtet, er ist zurzeit einer der besten zentralen Mittelfeldspieler überhaupt", sagte er mit Blick auf eine Zukunft ohne Casemiro.
Der Erfolgscoach ergänzte: "Es ist klar, dass er dazulernen und sich gewöhnen muss. Er ist im Zweikampf stark, sehr gut in der Luft, hat einen guten Schuss und presst gut mit nach vorne. Ich werde ihm nicht sagen, dass er so wie Casemiro spielen muss." Ancelottis Fazit: "Der Spieler ist bereit, um bei Real Madrid zu spielen."
Die ersten Auftritte lassen diesen Schluss definitiv zu, Tchouaménis Leistungen legitimieren das Vertrauen. Jetzt, da der Mittelfeld-Umbruch vorzeitig eingeläutet wurde, fällt die Schonzeit für den Youngster freilich deutlich geringer aus. Tchouaméni wird quasi ins kalte, königliche Wasser geworfen. Er wird alles dafür tun, dass Kroos' und Modrics Trauer nicht allzu lange anhält.
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