Ilkay Gündogan greift beim FC Barcelona an - ein Traumwechsel mit Gefahrenpotenzial
Ilkay Gündogan verlässt Manchester City auf dem Gipfel der Vereinsgeschichte, der Mittelfeld-Stratege heuert aller Voraussicht nach in Barcelona an. Es sieht so aus, als ob er damit alles richtig macht. In Manchester hat Gündogan alles erreicht, beim FC Barcelona kommt das vielleicht letzte große sportliche Abenteuer auf ihn zu. Nur eine Sache sollte dem 32-Jährigen unbedingt zu denken geben.
Ilkay Gündogan (Manchester City)
Fotocredit: Getty Images
The job is done. Ilkay Gündogan kann nach sieben Jahren Manchester hinter jeden Wettbewerb ein Häkchen setzen. Meisterschaft, FA Cup, Ligapokal, Supercup - in England räumte der Mittelfeldspieler alles ab.
Im August vergangenen Jahres wählten ihn die Teamkollegen bei City zum Kapitän, und als solcher führte er die Mannschaft zum historischen Triple, das mit dem Triumph in der Champions League gekrönt wurde.
Sieht man vom UEFA Supercup und der FIFA Klub-WM ab, blieb einfach nichts mehr übrig. Der Job ist erledigt.
Gündogan kommt also reich dekoriert nach Barcelona, zu einem Verein, dessen Ansprüche ebenso hoch sind wie jene in Manchester. Allerdings ist die Lage bei Barça ein wenig so wie beim FC Bayern München: Das Ziel Meisterschaft wurde erreicht, auf europäischem Parkett rutschte man böse aus.
"Gündogan wichtigste Transaktion für Barcelona"
Vom Gündogan-Transfer erhoffen sich die Katalanen eine Menge. "Es ist wahrscheinlich die wichtigste Transaktion für Barcelona in diesem Jahr", glaubt Fußball-Experte Félix Martín von Eurosport in Spanien. Umso mehr, als dass der Klub "aufgrund seiner finanziellen Probleme nur sehr günstige oder gar keine Neuverpflichtungen tätigen" könne. Gündogans Vertrag bei City läuft am 30. Juni aus, eine Ablöse wird dementsprechend nicht fällig.
So schwierig sich die finanzielle Situation, über die noch zu sprechen sein wird, auch darstellt, sportlich ist das Projekt Barça extrem spannend.
Gündogans Erfahrung soll im Mittelfeld auf die talentierten Youngster Gavi (18), Pedri (20) und Pablo Torre (20) abfärben, dazu stehen mit Frenkie de Jong (26) und Franck Kessié (26) zwei gestandene Profis im Kader.
Gündogans Profil passt zu Barças DNA
Was die Frage aufwirft, ob Gündogan ob der starken Konkurrenz um seine Rolle als Taktgeber im zentralen Mittelfeld fürchten muss? Die Gefahr sei - zumindest zu Beginn - gering, so Experte Martín. "Meiner Meinung nach wird er als unumstrittener Stammspieler kommen. Gündogans Profil passt perfekt zur DNA von Barça."
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Ilkay Gündogan
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Darüber hinaus helfe dem 32-Jährige die siebenjährige Zusammenarbeit mit City-Coach Guardiola, der Barcelona einst als Spieler und Trainer prägte. "Wie bei Pep spielt auch bei Xavi der Ballbesitz eine große Rolle", erläutert Martín. Er rechne damit, dass Gündogan aufgrund dessen keine Anlaufschwierigkeiten haben werde.
Gündogan muss flexibel sein im Mittelfeld
Ein wenig Flexibiliät müsse der Neuzugang aber mitbringen. "Entweder Gündogan oder Gavi werden in Xavis Planungen eine defensivere Rolle einnehmen müssen, um die Lücke zu schließen, die durch den Abgang von Urgestein Sergio Busquets entsteht", so Martín. "Ich vermute, dass Barça auf Gündogans Vielseitigkeit baut, um alle Mittelfeldpositionen zu besetzen."
Man darf davon ausgehen, dass der Routinier damit umzugehen weiß, denn in Manchester war seine Rolle ebenso wenig in Stein gemeißelt. In der Triple-Saison gab Gündogan zwar meist den zentralen Mittelfeldmann, war aber auch davor und dahinter im Einsatz. Einmal wagte Guardiola gar das Experiment und stellte seinen Musterschüler als hängende Spitze auf.
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Gündogan nach Triple vor Wechsel? City-Kapitän mit Top-Stats
Quelle: Perform
Bemerkenswert war überdies die Torgefahr, die Gündogan in der finalen Phase der Saison ausstrahlte. In seinen letzten drei Premier-League-Partien traf er dreimal, im Halbfinale der Champions League einmal, das FA-Cup-Finale gegen Manchester United (2:1) entschied er per Doppelpack quasi im Alleingang.
Barça und die Finanzen - ein Desaster
Eine Zusatzqualifikation, die noch wichtig werden könnte, da Barcelona ein massives Problem hat: die Finanzen.
Einen zweiten echten Mittelstürmer als Backup für Robert Lewandowski zu verpflichten, wird schwierig, dazu könnte der Verein fast gezwungen sein, Flügelangreifer wie Ansu Fati oder Ferran Torres zu verkaufen. Beide gelten als Wechselkandidaten.
Denn: Über dem Camp Nou türmt sich weiterhin drohend eine tiefdunkle Schuldenwolke auf. 1,35 Milliarden Euro betragen die Ausstände offiziell - und da ist der Kredit für das Stadion noch nicht eingerechnet.
Spezialklausel in Gündogans Vertrag?
Im schlimmsten Fall könnte der spanische Ligaverband LFP Transfers blockieren. So geriet Jules Koundé bei seinem Wechsel vor einem Jahr vom FC Sevilla nach Katalonien in eine prekäre Warteschleife. Lange war nicht klar, ob Barcelona den bereits verpflichteten Innenverteidiger auch zum Spielbetrieb anmelden darf. Es wurde über eine Vertragsauflösung spekuliert, bis die LFP schließlich grünes Licht gab.
Gündogan, so berichtet es der "kicker", habe sich vertraglich zusichern lassen, dass er als erster Neuzugang für die kommende Spielzeit registriert werde, um eine böse Überraschung zu vermeiden.
Nichtsdestotrotz begibt sich der Deutsche auf unsicheres Terrain. Verständlich ist die Entscheidung pro Barça dennoch. Gündogan verlässt City auf der Höhe seines Schaffens und im Moment des größten Erfolgs, um bei einem Verein mit noch höherer Strahlkraft und Tradition das nächste Kapitel aufzuschlagen. Es ist ein grandios attraktiver Job ...
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Walker: Gündogan hat sich in "Prime Zidane" verwandelt
Quelle: Perform
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