Real Madrid: 100 Tage von Cheftrainer Xabi Alonso bei den Königlichen - die neuen Königlichen nehmen langsam Form an

Xabi Alonso leitet die Geschicke von Real Madrid seit rund 100 Tagen und seine Vision für die "Königlichen reloaded" nimmt langsam Formen an. Der neue Cheftrainer hat das Weiße Ballett nicht nur strategisch, sondern auch personell umgestellt. Das Motto lautet dabei ganz klar: Jugend forscht. Doch die ersten echten Aufgaben warten nach dem erfolgreichen Saisonstart noch auf die Elf von Alonso.

Xabi Alonso baut Real Madrid nach seinen Vorstellungen um

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Rund 100 Tage ist Xabi Alonso nun bei Real Madrid im Amt. Neun Pflichtspiele haben die Königlichen unter dem neuen Cheftrainer mittlerweile absolviert.
Nach den sechs Partien der Klub-WM, die mit einer krachenden 0:4-Pleite im Halbfinale gegen Paris Saint-Germain im Halbfinale gegen Paris Saint-Germain endete, gewann Real die drei ersten Partien in La Liga unter seinem neuen Intendanten.
1:0 gegen Osasuna Pamplona, 3:0 bei Aufsteiger Real Oviedo und ein 2:1 daheim nach Rückstand gegen den RCD Mallorca - nicht wirklich Gegner auf Augenhöhe, aber immerhin.
Auch wenn die Menge an Spielen in der Ära nach Carlo Ancelotti bisher noch überschaubar ist, sind schon jetzt erste Trends erkennbar.
Bereits vorab war klar gewesen, dass Alonso in der spanischen Hauptstadt seinen Ballbesitz-Fußball nach dem Vorbild seiner Zeit bei Bayer 04 Leverkusen aufziehen würde.

Huijsen neuer Abwehrchef

Nach drei Spieltagen hat Real in der Meisterschaft die meisten Schüsse aufs Tor (22) abgegeben, die wenigsten Gegentore (eins) kassiert und die dritthöchste Zahl an eigenen Treffern (sechs) erzielt. Dazu passen auch die tiefer gehenden Analyse-Daten: Der bisherige xGoals-Wert von 6,1 bedeutet ebenso Rang eins, wie die erwartete Anzahl an Gegentreffern (1,6).
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Soll bei Real Madrid direkt Verantwortung übernehmen: Dean Huijsen

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Diese Statistiken liegen Stand heute - teils deutlich - über dem Niveau der vergangenen Saison. Ein erster Fingerzeig, wohin die Reise gehen soll.
Alonso hat dabei nicht nur die Spielweise des Teams verändert, sondern auch die personelle Besetzung. Neuzugang Dean Huijsen, für 62,5 Millionen Euro vom AFC Bournemouth gekommen, ist der neue Chef in der Innenverteidigung und erhielt zum Saisonstart in zwei von drei Begegnungen Unterstützung durch Éder Militão.
Huijsen, Spanier mit niederländischen Wurzeln, stand in acht von neun Matches unter Alonso in der Startelf. Lediglich gegen PSG bei der Klub-WM fehlte er wegen einer Rotsperre aus der Nachspielzeit des vorangegangenen Viertelfinales gegen Borussia Dortmund (3:2) - mit bekanntem Ausgang.

Überraschung um ALexander-Arnold

Auf der linken Abwehrseite setzt Alonso ebenfalls auf einen Sommer-Transfer: Der 50 Millionen Euro teure Álvaro Carreras, der von Benfica kam, machte alle drei Partien seit seiner Ankunft über die volle Spielzeit.
Die hohen Einsatzzeiten des Duos gehen aktuell vor allem zu Lasten von Antonio Rüdiger, der auch in der deutschen Nationalmannschaft vor einer ungewissen Zukunft steht. Der Verteidiger stand unter Alonso immerhin einmal über 90 Minuten auf dem Platz. Im Unterschied zu den Kollegen David Alaba und Fran Gárcia, die noch überhaupt nicht zum Zug kamen.
Etwas überraschend ist bis dato die Art und Weise, wie Alonso auf der rechten Abwehrseite aufstellt. Trent Alexander-Arnold, den Real vom FC Liverpool losgeeist hatte, teilt sich seine Rolle mit dem (dienst-)ältesten Profi im Kader: Dani Carvajal.
Obwohl Alexander-Arnold nach vorne klare Vorteile gegenüber dem Kapitän besitzt, scheint Alonso die Erfahrung und Führungsqualitäten des Europameisters von 2024 nicht missen zu wollen.

Güler glänz in Bellinghams Abwesenheit

Das Mittelfeld stellt sich im Vergleich mit dem Überangebot in der Defensive beinahe von selbst auf. Superstar Jude Bellingham fällt mit einer Schulterverletzung seit Mitte Juli aus, während Eduardo Camavinga wegen eines verstauchten Sprunggelenks seit Anfang August fehlt.
In Abwesenheit des Duos baut Alonso auf der Doppel-Sechs voll auf Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni. Bellinghams Lücke auf der Zehn füllt der hochveranlagte Arda Güler, der mit einem Tor und einer Vorlage glänzen konnte.
Xabi ist strikter, disziplinierter.
Die vielleicht größte Überraschung lieferte Alonso allerdings in der Offensive. Neben den formstarken Kylian Mbappé (drei Tore) und Vinícius Júnior (zwei Treffer, eine Vorlage) erhielten dort das von River Plate gekommene Supertalent Franco Mastantuono und Brahim Díaz den Vorzug vor dem Brasilianer Rodrygo.
Der Flügelstürmer spielt fast gar keine Rolle mehr. Unter Ancelotti noch Stammkraft mit 39 Startelfeinsätzen, kommt der 24-Jährige, um den sich im Sommer diverse Transfergerüchte gerankt hatten, unter Alonso auf mickrige 174 von 810 Spielminuten - und dürfte sich zeitnah einen neuen Verein suchen.

Carvajal: ALonso "disziplinierter" als Ancelotti

Insgesamt ist die Mannschaft auch durch die Abgänge des 34-jährigen Lucas Vázquez und des mittlerweile 40-jährigen Luka Modric stark verjüngt. Auch im historischen Vergleich: Der Altersdurchschnitt von 25,07 Jahren ist so niedrig wie zuletzt 1998/99 - eine Zeit, zu der der Großteil der Mannschaft noch nicht einmal geboren war!
Zusätzlich zu den Neuerungen beim Personal und den Abwandlungen der Spielweise hat sich bei Reals Alonso aber vor allem eine Sache verändert, wie Kapitän Carvajal durchblicken ließ.
Der Baske Alonso fahre im Vergleich zum Italiener Ancelotti eine deutlich strengere Linie, erklärte Carvajal. Unter Ancelotti sei es üblich gewesen, dass das Team mit Verspätung zu Meetings eingetroffen sei, "auch wenn er sich dann ärgerte. Xabi ist strikter, disziplinierter."
Ob der neue Führungsstil beim Team dauerhaft verfängt, dürfte auch vom Abschneiden in Alonsos Premierensaison abhängen.

Alonsos Personal-Puzzle wird größer

Schließlich warten die Madrilenen noch auf die ersten echten Härtetests. Das schwächelnde Real Sociedad San Sebastián bietet am Samstag (ab 16:15 Uhr im Liveticker) die Möglichkeit zum Warmschießen für den Champions-League-Auftakt gegen Olympique Marseille am kommenden Dienstag (ab 21:00 Uhr im Liveticker).
Wirklich ernst wird es aber erst Ende September. Dann geht es für Real innerhalb eines Monats unter anderem gegen den Stadtrivalen Atlético (27. September), das stark gestartete Villarreal (4. Oktober) und Juventus Turin (22. Oktober), bevor es zum ersten Clásico gegen den FC Barcelona von Hansi Flick (26. Oktober) kommt.
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Real Madrid: Alonso im Gespräch mit Tchouaméni

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Bis zu den Wochen der Wahrheit dürfte sich der Aufgabenzettel von Alonso noch verlängern, da mit der Rückkehr der verletzten Bellingham und Camavinga für eben diesen Zeitraum gerechnet wird.
Zudem dürften die ebenfalls ausgefallenen Endrick und Ferland Mendy zurück in den Kader drängen. Vier Stars, denen der neue Trainer teils signifikante Spielzeit (Bellingham) einräumen muss, ohne deren (aktuell fitten) Kollegen zu sehr vor den Kopf zu stoßen.
Das Personal-Puzzle bei Real wird also kaum einfacher für den ehemaligen Profi des FC Bayern München. Doch zur Lösung dürfte er im notorisch hektischen Umfeld in Madird kaum 100 weitere Tage bekommen - es sei denn die Ergebnisse stimmen.
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Hjulmand und Rolfes freuen sich auf Start

Quelle: Perform


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