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Paris Saint-Germain: PSG vor großer Kaderrevolution
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Publiziert 16/06/2020 um 12:41 GMT+2 Uhr
Paris Saint-Germain hat die ersten Weichen für die Zukunft gestellt. Sportdirektor Leonardo gab bekannt, dass gleich fünf namhafte Spieler den Verein im Sommer verlassen werden. Während viele Klubs finanziell mit den Folgen der Corona-Pandemie zu kämpfen haben und versuchen die Saison irgendwie rumzukriegen, nutzen die Pariser die Zeit und stellen sich neu auf. Ein kluger Schachzug.
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In einem Interview mit "Le Journal du Dimanche" ließ Leonardo die Bombe platzen.
Die auslaufenden Verträge der beiden PSG-Legenden Thiago Silva und Edinson Cavani werden nicht verlängert. "Das war eine sehr schwere Entscheidung. Aber sie werden den Klub am Saisonende verlassen. Das ist bestätigt", erklärte der Brasilianer.
Silva, unter Trainer Thomas Tuchel als Kapitän und Abwehrchef bislang gesetzt, spielt seit 2012 an der Seine, absolvierte in dieser Zeit 310 Pflichtspiele (17 Tore) und gewann sieben Meistertitel mit Paris. Cavani kam ein Jahr später aus Neapel und avancierte zum Rekordtorschützen des Klubs (301 Spiele, 200 Tore). Allerdings war der Uruguayer zuletzt nicht mehr erste Wahl.
"Vielleicht machen wir einen Fehler, ich weiß es nicht. Es gibt keinen perfekten Moment", meinte Leonardo mit Blick auf die Abgänge. Laut "L’Équipe" spart Paris allerdings durch die Abgänge der beiden langjährigen Leistungsträger Jahresgehälter in Höhe von 34 Millionen Euro.
Auch Thomas Meunier, Layvin Kurzawa sowie Eric Maxim Choupo-Moting werden in der kommenden Saison nicht mehr im Prinzenpark auflaufen. "Wir mussten eine logische Entscheidung treffen. Auch in Bezug auf die wirtschaftliche Situation und die nachkommende Generation", begründete der Sportdirektor die Maßnahmen.
Zudem stehen die Talente Tanguy Kouassi und Adil Aouchiche vor dem Abgang. Die Zukunft von Nationalspieler Julian Draxler, Leandro Paredes sowie Alphonse Aréola ist offen. Paris steht also vor einem gewaltigen Umbruch.
PSG: Tuchel bleibt in der kommenden Saison Trainer
Da der französische Ligaverband die Ligue 1-Saison bereits offiziell Ende April abgebrochen hat, kann der Serienmeister nun in Ruhe die Planungen für die Zukunft vorantreiben. Und macht es clevererweise auch.
Das kann sich als Vorteil erweisen, denn schließlich setzen die andere europäischen Topligen ihre Spielzeiten fort. Paris hingegen richtet den Blick voll auf die strategische Ausrichtung.
Denn mit dem eng getakteten Spielplan muss sich PSG nicht beschäftigen, statt dessen macht Leonardo Nägel mit Köpfen und gibt Thomas Tuchel eine Jobgarantie für die Saison 2020/21.
"Er hat noch ein Jahr Vertrag und er wird in der nächsten Saison auf der Bank sitzen. Er macht eine gute Arbeit, die Ergebnisse sind gut", meinte der 50-Jährige. PSG wurde nach dem Saisonabbruch zum französischen Meister erklärt, zudem stehen die Hauptstädter in der Champions-League im Viertelfinale sowie im französischen Pokalfinale.
Trotz des Treuebekenntnisses soll das Verhältnis zwischen Tuchel und Leonardo nicht das beste sein. In der Vergangenheit tauchten immer wieder Medienberichte auf, die Differenzen in der Kaderplanung thematisierten. Es ist also gut möglich, dass Leonardo im Hintergrund bereits für eine Zukunft ohne Tuchel plant.
PSG: Leonardo holt Icardi und will Telles
Dafür gibt es zumindest Indizien. So wurde Torjäger Mauro Icardi, der zu Saisonbeginn von Inter Mailand ausgeliehen wurde, fest verpflichtet. Tuchel soll dies nicht unbedingt befürwortet haben. Schließlich geriet der Argentinier mit dem PSG-Coach aneinander, nachdem dieser ihn im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Borussia Dortmund nicht für die Startelf berücksichtigte.
Außerdem möchte Leonardo angeblich unbedingt Linksverteidiger Alex Telles vom FC Porto holen. Tuchel soll dem Vernehmen nach allerdings nicht hundert Prozent vom Brasilianer überzeugt sein. Zudem hat der Sportdirektor noch weitere Spieler ins Auge gefasst, darunter soll neben Lazio-Star Sergej Milinkovic-Savic laut "Cadena SER" auch Bayerns Lucas Hernández stehen.
Zu guter Letzt hat Tuchel die Entlassung von Team-Arzt und Freund Laurent Aumont nicht gefallen. Aumont galt als einer der engsten Mitarbeiter des PSG-Trainers und musste laut Informationen der "L’Equipe" im Zuge der Umstrukturierung im medizinischen Bereich die Pariser verlassen.
PSG: Abhängigkeit von Neymar und Mbappé
Noch hat Tuchel aber Zeit, mit Paris den großen Wurf zu landen und Sportdirektor Leonardo zu überzeugen. Nach drei Spielzeiten in Folge, in denen PSG im Champions-League-Achtelfinale scheiterte, hat das Team unter dem 46-jährigen Deutschen erstmals seit 2016 wieder den Sprung unter die besten acht Teams Europas geschafft.
Das Ziel der Verantwortlichen ist allerdings nicht nur der erstmalige Einzug ins Halbfinale der Königsklasse, sondern der Titelgewinn.
Mit dabei helfen sollen dabei auch Silva und Cavani. Denn Paris möchte die Verträge der beiden Stars bei der FIFA bis Ende August ausdehnen. Dann soll auch die Champions League zu Ende gespielt werden. "Es ist unsere Idee, bis Ende August mit ihnen weiterzumachen. Aber es ist noch nicht klar, wie das erreicht werden kann", sagte Leonardo.
Von Tuchels sportlichem Erfolg und Leonardos Transferentscheidungen werden dann kurzfristig auch die beiden wichtigsten Personalien an der Seine abhängen. Denn Spekulationen um die Abgänge der beiden Superstars Neymar (FC Barcelona) und Kylian Mbappé (Real Madrid) standen in den vergangenen Monaten immer wieder im Raum. Mit ihnen stehen und fallen die Titelhoffnungen des Vereins.
Ein Erfolg in der Champions League sowie qualitativ hochwertige Neuzugänge dürften die Erfolgsaussichten eines Verbleibs der beiden Offensivakteure deutlich erhöhen. Die Verträge von Neymar und Mbappé laufen beide 2022 aus.
Um dauerhaft in der absoluten europäischen Spitze mitspielen zu können, braucht PSG daher neue Silvas und Cavanis. Der entscheidende Moment für die große und richtungsweisende Kaderrevolution scheint jetzt gekommen zu sein.
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