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Kylian Mbappé - PSG-Dilemma ohne Ausweg: Wie realistisch ist ein Wechsel des Frankreich- Superstars?
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Publiziert 14/10/2022 um 11:32 GMT+2 Uhr
Kylian Mbappé hat mit seinem Wechselwunsch bei Paris Saint-Germain für ein Erdbeben gesorgt. Rund fünf Monate nach seiner in Paris umjubelten Vertragsverlängerung und der krachenden Absage an Real Madrid will Frankreichs Superstar wieder einmal das Weite suchen. Doch was steckt hinter dem erneuten Aufflammen der Transfer-Saga? Und welche Option hat Mbappé hinsichtlich eines möglichen Wechsels?
Kylian Mbappé sorgt in Paris für ein Erdbeben
Fotocredit: Getty Images
Kylian Mbappé strahlte. "Ich bin sehr zufrieden, dass ich hier weitermachen kann. Ich habe immer gesagt, dass Paris meine Heimat ist. Ich hoffe, dass ich hier weiter erfolgreich Fußball spielen kann", sagte er im Mai. An der Seite von PSG-Eigentümer Nasser Al-Khelaifi verkündete der 23-Jährige seine Vertragsverlängerung bis 2025. Eine kostbare Unterschrift, die eine goldene Ära einläuten sollte.
Fünf Monate später ist von der Euphorie an jenem Samstagnachmittag im Mai nichts mehr zu merken.
"Kylian Mbappé will PSG schon im Januar verlassen!", titelte die renommierte französische Sportzeitung "L'Equipe" am Dienstag. Die Meldung sorgte in Paris für einen "Donnerschlag".
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Der Grund für das Umdenken des jungen Superstars sei simpel: Mbappé fühlt sich verschaukelt.
Neymar vs. Mbappé: Wenn sich Superstars streiten
Was vor allem an seinem Teamkollegen Neymar Jr. liegen soll. Die beiden Ausnahmespieler bekleiden dieselbe Position - ein Umstand, der offenbar für große Spannungen sorgt.
"Wir haben in der Vergangenheit den Fehler gemacht, zwei Spieler für dieselbe Position zu verpflichten", gestand Sportdirektor Luis Campos das Missgeschick in der Kaderplanung gegenüber "RMC Sport" ein.
Tatsächlich soll sich Mbappé laut "L'Equipe" nach seiner Vertragsverlängerung für einen Verkauf von Neymar ausgesprochen haben. Immerhin soll ihm in seinem neuen Vertrag ein Mitspracherecht bei Transfers zugesichert worden sein.
In einem Team voller Superstars wollte der Weltmeister von 2018 zum alleinigen Führungsspieler aufsteigen. Nach dem Verbleib von Neymar und der Verpflichtung von Lionel Messi wurde dieses Projekt aber vorerst auf Eis gestellt.
Diese Entwicklung führte nun dazu, dass sich Mbappé von den PSG-Verantwortlichen vorgeführt fühlt - und die Reißleine ziehen will. Doch wie realistisch ist sein Abgang vom Klub an der Seine?
Mbappé-Wechsel gestaltet sich schwierig
"Das ist keine Aussage des Spielers, das ist eine Presse-Information. Ich bin hier, um zu dementieren und klar zu sagen, dass Kylian Mbappé weder mit mir noch mit dem Präsidenten jemals darüber gesprochen hat, PSG im Januar zu verlassen", erklärte Campos im Vorfeld der Champions-League-Partie zwischen Paris Saint-Germain und Benfica Lissabon (1:1) bei "Canal+".
"Ich habe das Thema überhaupt nicht angesprochen, weder mit meinen Spielern noch mit meinem Stab", äußerte sich auch PSG-Coach Christophe Galtier scheinbar ahnungslos zur Causa Mbappé. "Ich habe keine Spieler gesehen, die durch dieses Gerücht verunsichert waren. Ich habe das Thema nicht angesprochen, weder individuell noch kollektiv."
Demnach stehe ein kurzfristiger Wechsel im anstehenden Winter-Transferfenster in Paris zurzeit überhaupt nicht zur Debatte. Und warum auch?
Wie die spanische "Marca" berichtete, soll Mbappés Preisschild bei rund 400 Millionen Euro liegen - ein Betrag, der die bisherige Rekord-Ablösesumme von 222 Millionen Euro für Neymar fast verdoppeln würde. Die Informationen beziehen sich übrigens auf ein Gespräch zwischen PSG und den Vertretern des Superstars über einen möglichen Wechsel im Juli 2022. Zwei Monate nach seiner Vertragsverlängerung.
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Kylian Mbappé sorgt in Paris für Wirbel
Fotocredit: Getty Images
Die absurden Forderungen der Franzosen dürften damit jene Vereine, die sich Mbappés Dienste auch nur annähernd leisten könnten, vorerst abschrecken. Doch auch ein Abgang für eine geringere Ablöse ist unwahrscheinlich.
Denn ein Nachgeben seitens Paris wäre ein Zeichen von Schwäche. Nachdem Mbappé bei der Vertragsverlängerung laut "New York Times" offenbar einen Unterschriftsbonus von 300 Millionen Euro und ein jährliches Gehalt von rund 85 Millionen Euro einstrich, würde sich der Deal für den Hauptstadtklub bei einem möglichen Abgang des 23-Jährigen als absoluter Flop erweisen.
Wie "Le Parisien" berichtet, hat PSG jedoch aktuell mit dem höchsten Defizit der Vereinsgeschichte zu kämpfen. In der Saison 2021/22 verzeichnete der Klub einen Rekordverlust von 300 bis 350 Millionen Euro. Grund seien einerseits die Folgen der Corona-Krise, andererseits aber auch die enormen Gehaltskosten - wie jene von Sorgenkind Mbappé.
Mbappé-Wechsel im Sommer: Wer kann überhaupt?
Neben dem finanziellen Aspekt spielt natürlich auch die fußballerische Wichtigkeit von Mbappé eine große Rolle. Wer sollte den angepriesenen Weltfußballer der Zukunft denn ersetzen? Ein Verkauf im Winter würde auch aus sportlicher Sicht (zwölf Tore in 13 Spielen) keinen Sinn ergeben.
Vielmehr dürfte sich bei anhaltenden Spannungen ein Transfer im Sommer anbieten. Somit bliebe PSG genügend Zeit, um sich nach einem adäquaten Ersatz umzusehen, und Mbappé träfe keine voreilige Entscheidung. Doch auch hier stellt sich die Frage, wer sich den Franzosen überhaupt leisten will.
Wie die "Marca" weiter berichtete, soll sich der FC Liverpool bereits in Stellung bringen. Der LFC könnte angesichts seiner anhaltenden Krise in der Premier League frischen Wind in der eigenen Offensive gebrauchen - und möglicherweise auch potenten Ersatz für Mohamed Salah suchen, sollte Ägypter abwandern.
Angesichts der Transferhistorie Liverpools, das in der Vergangenheit eher konservativ agierte und auf Mega-Transfers verzichtete, erscheint ein Zuschlag der Engländer aber als unwahrscheinlich, auch wenn sich Paris' Schmerzgrenze aus irgendeinem Grund auf realistische Werte um 100 Millionen Euro verschieben sollte.
Während Liverpool einen Spieler wie Mbappé gebrauchen könnte, hat sich die Frage beim nächsten finanzstarken Kandidaten bereits erledigt. Manchester City verfügt schon über einen Luxus-Kader, an dessen Spitze ein überragender Erling Haaland steht. Pep Guardiola hat also absolut keinen Bedarf.
Beim FC Bayern München wird Mbappé übrigens auch kein Thema sein. Wie bereits in den vergangenen Jahren bewegt sich der Starspieler in Gehalts-Sphären, die der deutsche Rekordmeister nicht betreten will. Ein Spieler wie der 23-Jährige würde den Rahmen an der Säbener Straße völlig sprengen. Ohnehin sind die Münchner an einem anderen Stürmer interessiert - nämlich Harry Kane.
Mbappé liebäugelt mit Real - doch das Tischtuch ist zerschnitten
Laut "Marca" gibt es für Mbappé aber ohnehin nur eine Option: Real Madrid. Nach dem Transfer-Theater im vergangenen Frühjahr dürfte sich ein erneuter Flirt zwischen den Königlichen und dem eigentlich als Ronaldo-Nachfolger angepriesenen Mbappé jedoch als schwierig erweisen.
Bei PSG stößt dieser Wunsch auf größten Widerstand, wie die "L'Equipe" berichtet. Demzufolge sollen die Verantwortlichen des Vereins klargemacht haben, dass ein Wechsel zu Los Blancos nicht bewilligt werden würde.
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Nasser Al-Khelaifi und Florentino Pérez stehen auf Kriegsfuß
Fotocredit: Imago
Abgesehen vom (teuren) Tauziehen von vor wenigen Monaten soll auch die anhaltende Fehde zwischen Al-Khelaifi und Real-Präsident Florentino Pérez eine Rolle spielen. Die beiden Bosse bekriegen sich nämlich seit längererr Zeit wegen der Super League.
Darüber hinaus gilt es nicht als ausgemacht, dass sich Real nach der deutlichen Absage im letzten Mai noch einmal um den Franzosen bemühen wird. "Der arme Mann wird es schon bereuen", meinte ein schelmischer Pérez damals in Richtung Mbappé: "Das ist nicht der Mbappé, den ich holen wollte. Er ist ein anderer, dessen Traum sich verändert hat."
Tenor: Der 23-Jährige hat es sich (erstmal) mit seinem Wunschverein verspielt.
Angesichts der angeführten (Nicht-)Möglichkeiten, die sich Mbappé bieten, scheint die Marschroute für die kommenden Monate klar: Mbappé bleibt in Paris.
Sollte sich der Franzose nicht aus heiterem Himmel dazu entscheiden, auf einen Großteil seines bisherigen Gehalts (85 Millionen Euro pro Jahr) zu verzichten, bleibt PSG wohl oder übel die einzige Option.
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