Sergio Ramos nimmt neuen Anlauf bei PSG - wie es für den Superstar nach der Seuchensaison weitergeht
Sergio Ramos greift nochmal an: In einem ungewohnten System unter einem neuen Trainer will der Routinier bei Paris Saint-Germain beweisen, dass er noch immer einer der besten Verteidiger der Welt ist und sich damit sogar für eine Vertragsverlängerung in Position bringen. Ein realistisches Szenario für den 36-Jährigen oder pure Utopie? Die Saisonvorbereitung verlief jedenfalls vielversprechend.
Sergio Ramos
Fotocredit: Eurosport
Sergio Ramos hielt sich die rechte Hand wie einen Telefonhörer ans Ohr und schaute grinsend in die TV-Kameras. Dabei wedelte der Spanier mit dem linken Arm als wolle er sagen: "Kommt schon, ruft mich an! Ich bin noch lange nicht fertig."
Sekunden vorher hatte er seine Leistungsfähigkeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Beim 4:0 von PSG im französischen Supercup gegen den FC Nantes steuerte er den dritten Treffer sehenswert per Hacke bei und versetzte das Publikum in Tel Aviv ins Staunen.
Dass der langjährige Kapitän von Real Madrid trotz seiner 36 Jahre noch lange nicht genug hat und sogar "noch vier bis fünf Jahre auf hohem Niveau spielen" will, machte er bereits im vergangenen Jahr in einem Interview mit "Amazon Prime" deutlich.
Stellt sich nur die Frage: wo?
Sergio Ramos bei PSG: Ein Jahr zum Vergessen
"Ich habe zwei Jahre Vertrag hier in Paris. Wir versuchen, drei daraus zu machen”, meinte der Spanier in besagtem Interview. Heißt: Ramos strebt eine Vertragsverlängerung seines am 30. Juni 2023 auslaufenden Arbeitspapiers an.
Um die Bosse davon zu überzeugen, ihm ein Angebot vorzulegen, muss seine zweite Spielzeit an der Seine aber anders laufen als das Premierenjahr.
Ganz anders.
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Traumtor mit der Hacke: Sergio Ramos trifft zum 3:0 im französischen Supercup
Fotocredit: Getty Images
33 Spiele verpasste der Routinier 2021/22 verletzungsbedingt. Insgesamt 197 Tage fehlte Ramos dem Scheichklub wegen muskulärer Probleme. Nach seinem Transfer im Sommer 2021 feierte er erst im November sein Debüt für PSG.
Zudem soll das Verhältnis zu Ex-Trainer Mauricio Pochettino nicht das beste gewesen sein, wie die spanische Tageszeitung "ABC" im Februar berichtete. Die von den Klubbossen und Fans in ihn gesteckten Hoffnungen, Paris auf dem Weg zum ersten Champions-League-Titel anzuführen, wurden jäh enttäuscht.
In der Königsklasse schaffte es Ramos nur im Gruppenspiel bei Manchester City im November (1:2) in den Kader - auf den Platz gar nicht. Immerhin: Gegen Ende der Spielzeit stand er in fünf der letzten sechs Ligaspiele über die volle Distanz auf dem Feld. Das lässt auf die Trendwende hoffen.
Neustart unter neuem Trainer Christophe Galtier?
Zumal mit Christophe Galtier nun auch ein neuer Mann an der Seitenlinie steht, mit dem sich Ramos besser versteht. "Wir haben immer noch ein kleines Problem mit der Sprache, aber wenn er langsam spricht, verstehe ich ihn perfekt", verriet der Verteidiger kürzlich augenzwinkernd bei "PSG-TV" und fügte hinzu: "Ich glaube, wir verstehen uns sehr gut. Er ist ein Trainer auf hohem technischen und taktischen Level."
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PSG-Coach seit Juli 2022: Christophe Galtier
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Ramos und Galtier würden sich viel über das neue Spielsystem und dessen Anforderungen an die Spieler unterhalten. Galtier setzt auf die Dreierkette, was ungewohnt für Ramos ist. "Es ist etwas länger her, dass ich in einer Dreierkette gespielt habe. Sowohl bei Real Madrid, als auch in der Nationalmannschaft. Aber ich passe mich an alles an", betonte Ramos.
Beim 5:0-Auswärtserfolg beim FC Clermont am ersten Spieltag war genau dies der Fall: Ramos stand zusammen mit Kapitän Marquinhos und Presnel Kimpembe im 3-4-3-System in der Startelf und konnte überzeugen. Ein vielversprechender Saisonstart.
Ramos genießt hohen Stellenwert in der Kabine
In der Kabine ist der Weltstar ohnehin über jeden Zweifel erhaben. Ramos gilt als extrem beliebt unter den Kollegen, vor allem mit Kylian Mbappé und Keylor Navas, den er noch aus gemeinsamen Zeiten bei Real Madrid kennt, versteht er sich bestens.
Sein Wort hat Gewicht, allein schon wegen der Erfahrung von 19 Spielzeiten auf allerhöchstem Niveau. Genau wie in der vergangenen Saison soll Ramos auch in der laufenden Spielzeit ein Leader in der Kabine sein - und wenn er gesund bleibt, dann auch auf dem Platz.
PSG sucht allerdings noch einen weiteren Top-Verteidiger - Milan Skriniar (27, Inter Mailand) und Wesley Fofana (21, Leicester City) sollen ganz oben auf der Liste von Sportdirektor Luis Campos stehen.
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Sergio Ramos von Paris Saint-Germain
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Sollte einer der beiden noch in diesem Sommer an die Seine wechseln, könnte es wieder eng werden für Ramos.
Aktuell jedoch spielt der viermalige Champions-League-Sieger und wirkt in den ersten Saisonwochen wie die Verstärkung, die man sich bei seinem Transfer im Sommer 2021 versprochen hat.
Der mittlerweile entlassene PSG-Sportdirektor Leonardo hatte damit schon vor seiner Entlassung zum Ende der vergangenen Spielzeit nicht mehr gerechnet. Das zumindest legt ein Zitat aus dem Juni in der "L'Équipe" nahe: "Leider ist das, was wir uns vorgestellt haben, nicht eingetroffen. Es ist schwer für ihn und für uns alle. Ich habe keine Angst davor, zu meinen Fehlern zu stehen, wenn ich welche mache."
Wenn er da mal kein zu frühes Urteil gefällt hat.
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Quelle: Eurosport
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