Kylian Mbappé - die Transfer-Saga des Sommers aus drei Blickwinkeln: PSG ist der große Verlierer

Kylian Mbappé ist noch immer Spieler von Paris Saint-Germain, obwohl beide Seiten eigentlich keine Lust mehr aufeinander haben. Während der Verein liebend gerne das 300-Millionen-Euro-Angebot aus Saudi-Arabien annehmen würde, denkt Mbappé nicht daran, in die Wüste zu gehen. Während PSG im Wechsel-Poker um den Superstar die Hände gebunden sind, ist Mbappé in einer sehr komfortablen Situation.

Kylian Mbappé

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Zwei Fliegen mit einer Klappe wollten Vertreter des Saudi-Klubs Al-Hilal auf ihrer Reise nach Paris in dieser Woche schlagen: Den Brasilianer Malcom fix verpflichten und Kylian Mbappé persönlich einen Wechsel schmackhaft zu machen.
Der Plan mit Malcom ging auf, der 26-Jährige einigte sich im Nobelhotel Four Seasons George V. mit Al-Hilal auf einen Vierjahresvertrag.
Im Fall von Mbappé haben die Saudis die Rechnung jedoch ohne den Wirt gemacht. Wie die Zeitung "L'Equipe" berichtete, verweigerte sich Mbappé jeglichen Gesprächen mit den Gästen aus Saudi-Arabien. Doch welche Optionen hat der Spieler jetzt und wie kommt PSG aus der Nummer raus?
Der Stand im Mbappé-Poker aus drei Blickwinkeln.

Die Sicht von Paris Saint-Germain

Der Klub ist als Eigentum von Katars Staatsfond nicht in Geldnot, aber hinsichtlich der Einhaltung der Regeln des Financial Fairplay der UEFA drauf angewiesen, Einnahmen aus dem Fußballgeschäft zu generieren. Unabhängig vom Imageschaden, den vielleicht beste Stürmer der Welt gratis gehen zu lassen, will und (muss) Präsident Nasser Al-Khelaifi aus diesem Grund verhindern, dass Mbappé den Verein 2024 ablösefrei verlässt.
Auf die Asienreise nach Japan und Südkorea nahm PSG den Spieler erst gar nicht mit. Der Verein will so Druck auf Mbappé ausüben, um ihn doch noch zu einer Vertragsverlängerung über 2024 hinaus zu bewegen oder einen Wechsel im bis 1. September geöffneten Transferfenster herbeizuführen.
Mbappé kann noch bis 31. Juli die einseitige Option ziehen, sich bis 2025 vertraglich an PSG zu binden. Das gilt jedoch als ausgeschlossen. Infolgedessen sondiert Paris den Markt nach möglichen Abnehmern und hatte mit dem 300-Millionen-Euro-Angebot von Al-Hilal den Jackpot in Aussicht. Doch Mbappé will nicht in die Wüste.
PSG ist im Mbappé-Poker grundsätzlich in der Defensive. Laut dem Magazin "France Football" hat der Verein 150 Millionen Euro Ablöse für Mbappé aufgerufen. Die Zeit drängt, mit jedem Tag dürfte die Summe schrumpfen. Cyril Morin von Eurosport Frankreich hält es für sehr unwahrscheinlich, dass PSG den Spieler zu einem Wechsel zwingen kann.
"PSG hat erkannt, dass es in eine Falle getappt ist. Man hat Mbappé im letzten Sommer alle Befugnisse übertragen und versucht nun, den Fehler wieder gut zu machen. Mbappé hat alle Karten in der Hand. Der öffentliche Aufschrei von Paris Saint-Germain wird daran nichts ändern", sagt Morin.
Rein sportlich kann PSG auf Mbappé nicht verzichten. Fünf Mal in Folge wurde er Torschützenkönig der Ligue 1. Der neue Trainer Luis Enrique hofft, "dass Kylian Teil der Gruppe sein wird und uns in dieser Saison helfen kann." Der Spanier ist sich der Problematik aber durchaus bewusst.
"Es ist ein heikles Thema. Der Spieler hat außergewöhnliche Qualitäten, aber es geht in erster Linie um den Verein", sagte Enrique.
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Das Verhältnis zwischen Nasser Al-Khelaifi und Kylian Mbappé ist mittlerweile arg beschädigt

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Die Sicht von Kylian Mbappé

Der Spieler ist in einer komfortablen Situation - er allein entscheidet, wo er in der kommenden Saison spielen wird. Saudi-Arabien scheidet als Option offensichtlich aus, daran ändert auch das kolportierte Gesamtpaket in Höhe von 700 Millionen Euro für ein Jahr nichts.
Mbappé hat in der Vergangenheit öffentlich mehrfach klargemacht, dass er eine Legende des Fußballs werden und den Sport über einen möglichst langen Zeitraum beherrschen will. Dafür braucht er große Titel. der 24-Jährige wurde bereits mit 19 Jahren Weltmeister. Seine 13 Titel mit PSG und die Meisterschaft mit der AS Monaco 2017 verhelfen ihm jedoch nicht in die Hall of Fame.
Die Ligue 1 gehört nicht zu den besten Ligen in Europa und auf internationalem Terrain hat er auf Klubebene noch nichts gerissen. "Ein mögliches Double aus Saudi League und arabischer Champions League passt nicht in die Kategorie großer Titel", sagt Cyril Morin. Dann schon eher die Meisterschaften in Spanien oder England und natürlich die europäische Champions League.
"Messi hat vier, Ronaldo fünf Titel in der Champions League. Da möchte ich auch hinkommen", sagte Mbappé vor dem Achtelfinale in der Königsklasse gegen den FC Bayern im Frühjahr. Bislang steht für ihn jedoch lediglich eine Finalteilnahme 2020 zu Buche (0:1 gegen den FC Bayern).
Mbappé hat eine klare Vorstellung davon, mit welchem Verein er in Europa abräumen will: Real Madrid. 2021 war er sich mit den Königlichen bereits über einen Wechsel einig, machte aber im letzten Moment einen Rückzieher und verlängerte in Paris.
Dass Mbappé (spätestens) 2024 für Real spielt, gilt als abgemachte Sache zwischen beiden Parteien. Laut mehrerer französischer Medien ist der Weltmeister von 2018 bereit, notfalls sein letztes Vertragsjahr in Paris auszusitzen. Auch diesbezüglich hat er alle Trümpfe in der Hand, denn das Vorhaben von al-Khelaifi, den Superstar auf die Tribüne zu setzen, sollte man ihn nicht noch verkaufen können, käme einem sportlichen Wahnsinn gleich.
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Mbappés (vorerst) letzter Auftritt für PSG: Testspiel gegen Le Havre am 21. Juli

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Die Sicht von Real Madrid

Im Wissen, dass Mbappé unbedingt nach Madrid will, verfolgt Real das Theater in Paris völlig entspannt. Der Klub hat keine Eile, zumal der Kader laut Trainer Carlo Ancelotti für die anstehende Saison komplett ist. Als er nach dem 2:0-Testspielsieg gegen Manchester United am Mittwoch von einem Journalisten auf Mbappé angesprochen wurde, entgegnete Ancelotti: "Wenn Sie mich nach Mbappé fragen, können sie gleich die nächste Frage stellen."
Das Verhältnis von Real zu PSG ist seit Jahren angespannt. Al-Khelaifi betonte im Frühjahr 2022, das man quasi keine Beziehung zueinander habe aufgrund "unterschiedlicher Meinungen, Mentalitäten und Ziele." Die Königlichen werden Paris daher bei der Ablösesumme für Mbappé in diesem Sommer kaum entgegenkommen.
"Real hat 2021 schon einmal sein Gesicht verloren, als man fest mit Mbappé gerechnet hat und sich dann von PSG düpieren ließ. Das wird man kein zweites Mal zulassen", schrieb die Zeitung "Marca" zuletzt.
In dieser Transferperiode spielen die Umstände klar für Real, der Druck liegt auf PSG. Ein Wechsel von Mbappé nach Madrid im laufenden Transferfenster hängt einzig und allein von der Höhe der Ablösesumme ab.
Real wird keine verrückten Dinge machen, zumal der Verein bereits 103 Millionen Euro für Jude Bellingham ausgegeben hat und die Kosten für den Stadionumbau explodieren. Die Rede ist von 1,1 Milliarden Euro statt der kalkulierten 600 Millionen.
Da man Mbappé ein üppiges Gehalt von etwa 25 Millionen jährlich und wohl auch ein Handgeld bezahlen muss, käme es Real sehr gelegen, Mbappé ablösefrei zu bekommen. Aber es ist ja noch Zeit bis zum 1. September ...
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Mbappé-Drama hält PSG in Atem: "Sehr heikle Situation"

Quelle: Perform

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