FC Liverpool: Jota macht Salah, Mané und Firmino Beine
Der FC Liverpool sorgte mit der Verpflichtung von Diogo Jota für Aufsehen. Der außerhalb von England und Portugal eher unbekannte Offensivspieler wechselte für knapp 45 Millionen Euro an die Anfield Road. Es war nicht unbedingt zu erwarten, dass Jota nur fünf Wochen nach dem Transfer dermaßen für Schlagzeilen sorgt - und sogar zur Gefahr für das geniale Angriffstrio der Reds werden würde.
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Salah, Mané, Firmino ... der langsame Gang von Diogo José Teixeira da Silva, kurz Diogo Jota, in der Kabine des FC Liverpool vorbei an den Trikots seiner prominenten Teamkollegen. So war es im offiziellen Video des Vereins zu sehen, nachdem der Transfer des 23-Jährigen unter Dach und Fach war.
Dem neutralen Beobachter drängten sich da unweigerlich Fragen auf: Hat der Neuzugang von den Wolverhampton Wanderers in Jürgen Klopps Starensemble eine echte Chance und kann er den englischen Meister wirklich verstärken?
Inzwischen weiß man: Die Antwort auf beide Fragen lautet ja.
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26/07/2025 um 21:12 Uhr
So viel steht fest nach fünf Wochen und acht Einsätzen in Liga, Ligapokal und Champions League. Jota fügte sich schnell ins System ein, auch wenn es bei seinem bislang einzigen Spiel über 90 Minuten ein historisches Debakel setzte: 2:7 gegen Aston Villa! Es war das erste Mal seit 1963, dass Liverpool sieben Treffer kassierte.
Jota ist das freilich kaum anzukreiden, der Portugiese ist als offensiver Mittelfeldspieler für die Abteilung Attacke verantwortlich - und in dieser Rolle setzte er zuletzt Duftmarken.
Nur Joker bei Liverpool? Jota bleibt cool
Beim mühsamen 2:0-Heimsieg in der Champions League gegen Außenseiter FC Midtjylland brachte Jota die Reds mit dem Führungstor in der 76. Minute auf Kurs und sicherte sich nebenbei noch einen Eintrag ins Geschichtsbuch. Es war der 10000. Pflichtspiel-Treffer der glorreichen Vereinsgeschichte.
"Das ist natürlich immer eine schöne Sache, aber der Sieg macht mich glücklicher", gab Jota später zu Protokoll.
Große Töne sind nicht so sein Ding, zumal er weiß, dass ihm in Liverpool auf absehbare Zeit wohl nur die Rolle als Joker bleiben wird. "Jeder in der Mannschaft weiß, dass er in einigen Phasen der Saison wichtig wird. Wir haben einen vollgepackten Terminkalender, viele Spiele - und leider kommen dann auch noch Verletzungen hinzu. Man muss also bereit sein und zeigen, dass man in der Lage ist, seinen Job zu machen", unterstrich Jota.
Das bewies der Portugiese, der einst beim FC Paços de Ferreira seine ersten Schritte als Profi machte, zuvor auch in der Premier League. Am vergangenen Spieltag erzielte der nur 1,78 m große Jota per Kopf den 2:1-Siegtreffer gegen Sheffield United.
Jota eine Gefahr für Salah, Mané, Firmino?
Für Klopp ist der Neue die ideale Lösung für ein drohendes Problem. Was tun, wenn es in Reihen des genialen Offensivtrios um Mohamed Salah, Sadio Mané und Roberto Firmino Verletzungsausfälle gibt? Wenn die Belastung so hoch ist, dass dem einen oder anderen eine Pause guttun würde?
Mit Jota hat Klopp nun eine spannende Alternative. Der Nationalspieler ist flexibel einsetzbar, Klopp brachte ihn sowohl als Rechts- als auch als Linksaußen. Denkbar wäre auch ein Einsatz im Zentrum.
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Jota, so der Teammanager, sei in der "Luft und am Boden" stark. "Das sind genau die Qualitäten, die wir brauchen." Schöner Nebeneffekt für den Coach: Der inter Konkurrenzkampf gewinnt an Intensität. Jota könnte langfristig sogar zur Gefahr werden für die etablierten Leistungsträger der Reds.
Gegen Sheffield wagte Klopp sogar das Experiment, Jota und sein Star-Trio gemeinsam in die Startelf zu stellen. Der 23-Jährige spielte rechts, Firmino zentral, Mané links und Salah in der Spitze.
Jota könnte aber noch aus einem ganz anderen Grund wichtig werden für den LFC.
Durch den langfristigen Ausfall von Abwehrchef Virgil van Dijk wurde Fabinho in die Abwehr beordert - und verletzte sich dabei in der Partie gegen den FC Midtjylland prompt am Oberschenkel. Immerhin soll die Blessur, wie der "Daily Mirror" erfahren haben will, nicht allzu gravierend sein.
Die so oder so freie Planstelle im Mittelfeld könnte - je nach taktischem System - Jota übernehmen.
Klopp sicher: Bei Jota geht noch mehr
Klopp weiß aber auch, dass der Neue noch nicht absolutes Weltklasse-Format hat. Jota könne "noch 100 Prozent besser" werden, mahnte der 53-Jährige, schob allerdings nach, dass dies "eine gute Nachricht" sei. Klopp versteht es eben perfekt, seine Profis zu motivieren.
In der Öffentlichkeit sorgte der englische Meister im Spätsommer vor allem mit dem Transfer von Bayern-Star Thiago Alcántara für Aufsehen, die Verpflichtung von Jota ging da fast ein wenig unter. Zu Unrecht, wie sich nun zeigt. Jota entpuppt sich als Glücksgriff.
Man darf annehmen, dass in den kommenden Jahren die Neuzugänge des FC Liverpool mit Ehrfurcht auf das Trikot mit dem Schriftzug Diogo J. blicken werden ...
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Quelle: Perform
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