FC Liverpool und Jürgen Klopp drohen in der Coronakrise ihr Gesicht zu verlieren

Der FC Liverpool und Jürgen Klopp galten aufgrund ihres sozialen Engagements als Vorbild in der Coronakrise - bis der Verein einige Mitarbeiter überraschend in Kurzarbeit schickte. Statt Lobeshymnen sehen sich die Reds plötzlich einem Proteststurm ausgesetzt. Mittlerweile ruderte der Verein zurück, ein Imageverlust bleibt trotzdem.

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Es ist gerade einmal wenige Wochen her, dass Jürgen Klopp mit einem emotionalen Statement an den Solidargedanken in der Gesellschaft appellierte.
"In erster Linie müssen wir alle alles tun, um uns gegenseitig zu schützen", äußerte sich der Liverpool-Coach auf der Klub-Homepage und betonte:
In der Tat schienen die Worte der Galionsfigur nicht nur leere Hülsen zu sein. Der FC Liverpool agierte in der Coronakrise vorbildlich und engagierte sich dabei in vielen sozialen Bereichen.
Egal, ob es Klopp selbst war, der sich persönlich bei den Corona-Helfern bedankte oder Stürmerstar Sadio Mané, der eine beachtliche Summe an seine senegalesische Heimat spendete, der LFC gab in diesen schwierigen Zeiten ein rundum gutes Bild ab.

Liverpool schickte Mitarbeiter in Zwangsurlaub

Umso überraschender kam die Nachricht, dass der englische Traditionsverein Was erst mal wie ein normaler Vorgang aussah, artete schnell in einen regelrechten Proteststurm aus. Dem FC Liverpool und Klopp schlugen plötzlich hohe Wellen der Verachtung entgegen.
Während der ehemalige Liverpool-Profi Dietmar Hamann betonte, dass dies der "Moral und den Werten des Klubs widerspreche", ließ Klublegende Jamie Carragher kein gutes Haar an Klopp und Co.:
24 Stunden später zeigte die Kritik Wirkung und der Klub sagte in einem offiziellen Statement "Sorry" und zog den Antrag für das sogenannte "Furlough"-Programm zurück. Hierbei will die britische Regierung den Arbeitnehmern während der Coronakrise im Falle von Kurzarbeit bzw. Zwangsurlaub 80 Prozent ihres Gehalts bis zu einer Höhe von 2.500 Pfund (2.824 Euro) im Monat garantieren.

Reds mit moralisch fragwürdiger Entscheidung

Dass ausgerechnet der FC Liverpool, der unter der Leitung der milliardenschweren Fenway Sports Group erst im Februar einen Gewinn von rund 50 Millionen Euro verkündet hatte, nun die für kleinere Unternehmen ausgerichteten Regierungshilfen in Anspruch nehmen wollte, erregte die Gemüter.
Fußball-Experte Alex Netherton von Eurosport in London nahm den Premier-League-Spitzenreiter dennoch in Schutz und machte stattdessen die Regierung für die Zweckentfremdung verantwortlich:
Nichtsdestotrotz bleibt das Vorgehen der Reds fragwürdig und nicht wenige Fans fühlen sich aufgrund des Vereinsmottos "You'll never walk alone" arg getäuscht.

Manchester City verzichtet auf Steuergelder

Die Frage ist nun, ob es dem selbst ernannten Arbeiterverein gelingt, sein Gesicht trotz des moralischen Eigentors zu wahren - mit der Entschuldigung und dem damit einhergehenden Rückzug von dem Kurzarbeit-Plan tätigten die Liverpooler einen ersten Schritt. "Sie könnten das Geld im Kampf gegen das Coronavirus einsetzen oder der Regierung und den lokalen Behörden Hilfe leisten", schlug Netherton weiter vor:
Im Gegensatz zum amtierenden Champions-League-Sieger und vier weiteren Ligakonkurrenten (Tottenham Hotspur, Newcastle United, Norwich City und AFC Bournemouth) verkündete Manchester City sofort, auf die bereitgestellten Gelder zu verzichten, .

Premier League: Etliche Klubs in finanziellen Nöten

Nicht jeder Verein in der Premier League ist aber mit einem finanziellen Polster gesegnet wie Liverpool oder City, was es umso schwerer macht, auf das Hilfsprogramm zu verzichten. "Einige Vereine wie der FC Burnley befinden sich derzeit in ernsthaften finanziellen Schwierigkeiten, während beispielsweise Manchester United enorm wohlhabend ist. Es ist daher keine leichte Entscheidung", so Netherton.
Wie "The Athletic" berichtet, haben die Liverpool-Verantwortlichen zunächst jene kontroverse Entscheidung getroffen, da viele Mitarbeiter lediglich spieltagsbezogene Aufgaben hätten und diese aufgrund der Spielpause nun wegfallen würden. Darüber hinaus würde der Klub bei einem dreimonatigem Shutdown alle vier Wochen zwischen 80.000 und 90.000 Euro einsparen.
Fest steht, dass die Entschuldigung des Liverpool Boss, Peter Moore, nicht völlig ausreichen wird, um das Image des Vereins wieder ins rechte Licht zu rücken.
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