FC Liverpool | Wie stark ist das Team von Jürgen Klopp wirklich?

Der FC Liverpool spielt eine überragende Saison. In der Premier League stürmt das Team von Trainer Jürgen Klopp mit 22 Punkten Vorsprung dem ersten Titel seit 1990 entgegen - und auch in der Champions League und im FA Cup sind die Reds noch vertreten. Dennoch fällt auf: Der LFC tut sich mitunter schwer, gewinnt viele Partien nur mit einem Tor Unterschied. Wie stark also ist Liverpool wirklich?

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Fotocredit: Eurosport

Trent Alexander-Arnold reagierte blitzschnell. Nach einem abgefälschten Schuss von Joe Gomez ersprintete sich der Rechtsverteidiger den Ball und bediente Sadio Mané, der neun Minuten vor Abpfiff zum 3:2-Endstand gegen West Ham United abschloss.
Wieder ein Sieg in der Meisterschaft für Liverpool, der 18. in Folge. Und es war mal wieder knapp. Zum 13. Mal setzte sich die Klopp-Auswahl bei 26 Siegen mit einem Tor Unterschied durch.
Glück oder Können? Aus der Sicht von Fußball-Experte Marcus Foley von Eurosport in London trifft Letzteres zu:
Der Begriff "Kloppage Time" hat sich an der Merseyside inzwischen etabliert und beschreibt die Crunch Time in der Schlussphase ausgeglichener Partien. Nach einem späten Auswärtserfolg bei Crystal Palace (2:1) Ende November meinte Klopp:

Sensationelle Saisonbilanz vom FC Liverpool

Mit dieser Mentalität steuert Liverpool auf eine rekordverdächtige Saisonbilanz zu. In 44 Pflichtspielen ging der LFC 37 Mal als Sieger vom Platz, nur viermal als Verlierer. Darunter im Ligapokal gegen Manchester City nach Elfmeterschießen (5:6) sowie im FA Cup, als man aufgrund der parallel laufenden Klub-WM (Liverpool schlug Flamengo im Finale mit 1:0) die zweite Mannschaft gegen Aston Villa ins Rennen schickte (0:5).
Ansonsten hielten sich die Reds weitestgehend schadlos, stellen mit nur 17 Gegentoren in 27 Ligapartien die beste Defensive und mit 64 Treffern den zweitbesten Angriff nach Manchester City (68). Gegen West Ham feierte Liverpool den 21. Liga-Heimsieg in Serie.
Es war der 18. Ligaerfolg in Serie, womit die Reds den bisherigen Rekord von Manchester City aus dem Jahr 2017 übertrafen.
"Es ist etwas ganz Spezielles", gestand Klopp und fügte hinzu:
Die letzte Niederlage in der Premier League datiert vom 3. Januar 2019, als man mit 1:2 bei Manchester City verlor.

Guardiola hakt Titel bereits Ende Dezember ab

Die Dominanz des LFC ist so groß, dass selbst Pep Guardiola bereits Ende Dezember die weiße Fahne schwenkte. Liverpool noch zu überholen sei "unrealistisch", erklärte der Teammanager von Manchester City. Damals, nach 18 Spieltagen, betrug der Vorsprung der Reds auf die Skyblues bereits 14 Punkte.
Leicester City war zu diesem Zeitpunkt erster Verfolger des Klopp-Teams, ging aber im direkten Duell mit 0:4 unter. "Die unaufhaltsamen Reds zerstören ihren hartnäckigsten Verfolger", kommentierte die "Sun".
Bereits am 12. Spieltag hatten die Citizens gegen Liverpool im Topspiel den Kürzeren (1:3) gezogen. Guardiola schwärmte im Anschluss vom deutschen Trainer:

Unterschied zwischen Liverpool und dem Rest der Liga

Nach 27 Spieltagen beträgt der Abstand zwischen Liverpool und dem Zweiten ManCity unfassbare 22 Punkte.
Für Eurosport-Experte Foley gibt es dafür gute Gründe: "Liverpool ist viel besser als der Rest der Liga. Der Grund dafür ist, dass die Reds unerbittlich bis zur letzten Sekunde spielen. Sie zermürben ihre Gegner so sehr, dass ein Tor oft genug ist, um den Willen des anderen Teams zu brechen."
Ein Teil des Problems beim amtierenden Meister Manchester City ist die Innenverteidigerposition. Während offensiv in der Regel der Motor auf Hochtouren läuft, schlucken die Skyblues verhältnismäßig viele Gegentore.
Der Abgang von Vincent Kompany im Sommer (RSC Anderlecht) sowie die Verletzung von Aymeric Laporte (Knorpel- und Meniskusschaden im rechten Knie) haben dazu geführt, dass Kapitän Fernandinho oft in der Abwehr aushelfen muss. Sein Fehlen in der Schaltzentrale sorgte aber auch dafür, dass das zentrale Mittelfeld der Citizens geschwächt wurde.
Liverpool hingegen hat neben seiner stabilen Abwehr um Superstar Virgil van Dijk mit Jordan Henderson, James Milner, Fabinho, Georginio Wijnaldum, Naby Keita und Alex Oxlade-Chamberlain ein Weltklasse-Aufgebot im Mittelfeld.

Die Probleme Liverpools in dieser Saison

Schwächen hat Liverpool in dieser Spielzeit vor allem dann gezeigt, wenn man gegen defensiv starke Spitzenteams in Rückstand geraten war. So geschehen in der Liga bei Manchester United (1:1) sowie in der Königsklasse beim SSC Neapel (0:2) und zuletzt im Achtelfinal-Hinspiel bei Atlético Madrid (0:1).
Atlético traf bereits nach vier Minuten und zog sich dann komplett zurück. Liverpool kam so bei knapp 70 Prozent Ballbesitz nur zu zwei klaren Torchancen, fand keine Lücke im Spinnennetz der Rojiblancos. Klopp lobte die Qualität des Gegners:
Eine bittere Niederlage, die den Champions-League-Sieger aber nicht aus der Bahn werfen dürfte.
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Jürgen Klopp und James Milner bei Liverpool - Barcelona

Fotocredit: Getty Images

Liverpool hat schon häufig Comeback-Qualitäten gezeigt. Nicht nur in dieser Saison, sondern auch im Königsklassen-Halbfinale 2019, als der LFC eine 0:3-Pleite beim FC Barcelona mit einer 4:0-Gala im Rückspiel korrigierte. Klopp bleibt im Duell gegen Atlético vor allem wegen des Heimrechts optimistisch:
Und es ist klar, dass der 52-Jährige damit mehr eine sportliche Drohung aussprach denn eine Einladung...
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