"Zwei Jahre wären lang, aber bei einem Jahr könnte ich mal sehen."

Dieser Satz dürfte einen ganzen Klub in Alarmbereitschaft versetzen. Er stammt von Kevin De Bruyne, einem der besten Spieler und absoluten Leistungsträger von Manchester City und stellt lautgedachte Abschiedsgedanken aufgrund des zweijährigen Ausschlusses des Klubs aus allen europäischen Wettbewerben durch die UEFA dar.

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Vor allem der Nebensatz ("bei einem Jahr könnte ich mal sehen") zeigt, dass der Belgier seinen Entschluss bereits als gefasst ansieht, sollten die Skyblues wirklich allen europäischen Wettbewerben zwei Jahre lang fern bleiben müssen.

De Bruyne: Champions-League-Titel ist das Ziel

De Bruynes Gedankengänge sind durchaus nachvollziehbar. Mit 28 Jahren befindet es sich im besten Fußballeralter, ist fit und lechzt nach Titeln - vor allem nach dem in der Champions League. Mit ManCity wird er den bis zu seinem 30. Lebensjahr nicht gewinnen, vorausgesetzt der Einspruch des Klubs bleibt erfolglos. "Der Klub hat uns gesagt, dass er Berufung einlegen wird und sich fast hundertprozentig sicher ist, dass er Recht hat. Deshalb warte ich ab, was passieren wird", versucht der ehemalige Wolfsburger zu relativieren, doch die eigentliche Message bleibt klar erkennbar.

Josep Guardiola umarmt Kevin de Bruyne

Fotocredit: Getty Images

De Bruynes Aussagen rufen natürlich die üblichen Verdächtigen auf den Plan. Erste Gerüchte rund um die spanischen Schwergewichte Real Madrid und FC Barcelona ließen nicht lange auf sich warten. Wenig verwunderlich, aber in Zeiten der Coronakrise dürfte ein Transfer der Größenordnung De Bruyne für die finanziell angeschlagenen Klubs von der iberischen Halbinsel auch nur schwer realisierbar sein.

Mit einem geschätzten Marktwert von 120 Millionen Euro und einem noch bis 2023 gültigen Vertrag in Manchester würde der Belgier wohl das Budget beider Topklubs sprengen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Haupttransferziele Kylian Mbappé (Real Madrid) und Neymar (FC Barcelona) ebenfalls jenseits der 100-Millionen-Euro-Grenze liegen dürften.

De Bruyne: PSG könnte zuschlagen, wenn...

Barca-Coach Quique Setién lies erst kürzlich in der "Gazzetta dello Sport" durchblicken, dass die Katalanen im Sommer wohl deutlich kürzer treten müssen, als ursprünglich geplant: "222 Millionen Euro für ihn (Neymar, Anm. d. Red.)? Nein. Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der so viel ausgeben kann."

Im Lager der Königlichen sieht es nicht viel anders aus. Einen finanziellen Push für den kommenden Sommer erhofft sich Real allerdings durch den Verkauf von Gareth Bale, dessen exorbitant hohes Jahresgehalt inzwischen zu einem echten Problem geworden ist. Rund 675.000 Euro in der Woche streicht der Waliser angeblich in der spanischen Hauptstadt ein.

Zinédine Zidane (links) und Gareth Bale

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Paris Saint-Germain hingegen könnte wohl bei De Bruyne zuschlagen - auch im Rahmen des Financial Fairplays, wenn einer oder gar beide o.g. Topstars den Verein verlassen sollten. Aber wie gesagt: eher unrealistisch.

Unternimmt Klopp einen zweiten Anlauf bei De Bruyne

Was ist also mit ManCitys Ligakonkurrenten Manchester United und dem FC Liverpool? Jürgen Klopp stand schon zu seiner Zeit bei Borussia Dortmund im Jahr 2013 kurz vor einer Verpflichtung des Mittelfeldregisseurs. Damals suchte der BVB nach einem Ersatz für den zum FC Bayern abgewanderten Mario Götze. Spieler und Verein sollen sich bereits einig gewesen sein, am Ende scheiterte der Wechsel am Veto von Chelsea-Coach José Mourinho.

Jürgen Klopp (Liverpool) und Kevin de Bruyne (Manchester City)

Fotocredit: Twitter

Nun könnte Klopp als Manager der Reds einen zweiten Angriff wagen. Das nötige Kleingeld dürfte vorhanden sein.

Manchester United hingegen konzentriert sich derzeit auf einen anderen Hochkaräter, der nicht ganz billig werden dürfte. Dortmunds Jadon Sancho soll im Sommer zu den Red Devils wechseln. Sollte das passieren, wäre sicher kein Geld mehr übrig, um dem ungeliebten Stadtrivalen zusätzlich auch noch De Bruyne abzuknöpfen.

De Bruyne der angekündigte internationale Topstar des FC Bayern?

Bliebe die Frage, ob nicht der FC Bayern seinen Hut in den Ring werfen sollte? Sportvorstand Hasan Salihamidzic hatte kürzlich in der "Welt am Sonntag" angekündigt, einen Großangriff auf dem Transfermarkt starten zu wollen. "Wir wollen uns mit einem Top-Talent aus Europa verstärken und auch einen internationalen Star nach München bringen, der die Qualität unserer Mannschaft hebt und der Mannschaft hilft, unseren Zuschauern ergebnisstarken und attraktiven Fußball zu bieten", wird der 43-Jährige zitiert. Präsident Herbert Hainer hatte diese Ambitionen im Interview mit dem "kicker" noch einmal unterstrichen.

Als Top-Talent würde beispielsweise Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea durchgehen. Das Interesse des FC Bayern an ihm machte "Brazzo" schon im vergangenen Sommer öffentlich. Auch Kai Havertz wird immer wieder mit den Münchenern in Verbindung gebracht. Timo Werner erteilte dem Rekordmeister dagegen jüngst eine Absage.

Ich und alle bei uns stehen dafür, dass wir die Champions League gewinnen wollen.

Der beschriebene internationale, qualitätsanhebende Star könnte neben Leroy Sané auch sein Teamkollege De Bruyne sein. Beim deutschen Rekordmeister hätte der Belgier eine fast 100-prozentige Chance, auch in den kommenden zwei Jahren in der Champions League vertreten zu sein. Zudem kennt er die Bundesliga aus seiner Zeit bei Werder Bremen und dem VfL Wolfsburg bereits bestens.

"Wir bleiben ein Käuferverein. Ich und alle bei uns stehen dafür, dass wir die Champions League gewinnen wollen - ohne wirtschaftlich unvernünftig zu werden", verlieh Salihamidzic seiner Aussage Nachdruck. Wie passend, denn auch De Bruyne geht es um den Titel in der Königsklasse, der, wenn nicht doch noch etwas passiert, mit ManCity wohl vorerst ausbleiben wird.

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