Manchester City: Pep Guardiola hisst die weiße Fahne
Pep Guardiola steckt mit Manchester City in einer Ergebniskrise und verliert den FC Liverpool an der Spitze der Premier League aus den Augen. Angesichts von 14 Punkten Rückstand hisst der 48-Jährige nun bereits die weiße Fahne - und verweist auf andere Wettbewerbe, in denen die Citizens diese Saison noch Titel einholen könnten. Ansonsten bleiben ihm offenbar nur noch Durchhalteparolen.
Eurosport
Fotocredit: Eurosport
Die wohl bemerkenswerteste Szene des Abends fand abseits des Spielfeldes statt.
Nachdem Fred von Manchester United beim 2:1-Auswärtssieg im Derby Opfer rassistischer Schmähungen geworden war, war Pep Guardiola dem Rivalen im Kabinengang nachgelaufen und hatte dem Profi sein tiefstes Bedauern ausgedrückt.
ManCity-Geschäftsführer Ferran Soriano tat es ihm gleich, ihn sah man im Tunnel mit United-Direktor David Gill über den Vorfall sprechen. Glücklich blickte keiner drein.
Später verkündeten die Citizens, in Bezug auf rassistische Äußerungen eine "Null-Toleranz-Strategie" zu fahren: "Wer wegen rassistischer Vorfälle schuldig gesprochen wird, wird lebenslang aus diesem Klub ausgesperrt werden."
Fred wird bei Eckball von Feuerzeug getroffen
Wie britische Medien übereinstimmend berichten, wurde nach den Vorfällen zumindest ein Fan verhört (der allerdings bestritt, ein Rassist zu sein).
Fred war aber nicht nur Opfer eines rassistischen Einzeltäters; so war der ManUtd-Profi bei einer Ecke gleich mit mehreren Wurfgeschossen - unter anderem drei Feuerzeugen und einer Wasserflasche - attackiert worden. Ein Feuerzeug traf den Brasilianer sogar.
Die Premier League schrieb später in einem Statement:
Pep Guardiola mit schonungslosem Statement
Angesichts dieser üblen Szenen geriet das Sportliche schon fast in den Hintergrund. Geschockt wirkten Fans wie Verantwortliche der Citizens. Meisterschaftsfavorit? Das war mal.
Angesichts des schon gewaltigen Rückstands auf Liga-Spitzenreiter FC Liverpool hisste Guardiola die weiße Fahne.
Laut dem ehemaligen Bayern-Trainer habe sein Team zurzeit nämlich massive Probleme gegen Mannschaften, die aus einer gut aufgestellten Defensive heraus gefährlich kontern können, analysierte Guardiola schonungslos. Was ihn zu einer bemerkenswerten Erkenntnis brachte:
Pep bemüht Durchhalteparolen
Und offenbar auch nicht mit der englischen Elite. 14 Punkte Rückstand macht man eben nicht einfach so wett - auch wenn man in der Vorsaison insgesamt 98 Zähler geholt hatte. Liverpool hatte in der Vorsaison aber auch nur 17 Zähler liegen lassen - und in der aktuellen Spielzeit sogar erst zwei.
"Die Realität ist, dass wir 14 Punkte zurück liegen, weil wir Fehler gemacht haben, weil andere Mannschaften auch Qualität haben und weil Dinge passiert sind, die wir nicht beeinflussen können", spielte Guardiola auf das Verletzungspech des Tabellendritten in der Abwehr an.
Angesichts der zuletzt wenig berauschenden Leistungen bleibt dem 48-Jährigen derzeit offenbar gar nichts anderes übrig, als Durchhalteparolen zu bemühen.
Den Rückstand in der Liga müsse man "akzeptieren und weitermachen". Es gäbe außerdem noch "andere Wettbewerbe, in denen wir mitspielen", sagte Guardiola mit Blick auf die letzten Wochen des Jahres. Als Kampfansage sei das allerdings nicht zu verstehen.
Am Ende sogar ohne Titel?
"Wir denken nicht daran, die Champions League zu holen. Es geht nicht darum, wie viele Punkte wir noch brauchen oder andere liegen lassen müssen. Wir versuchen einfach, Spiele zu gewinnen", sagte Guardiola.
Die Formkurve der Citizens zeigt mit nur zwei Siegen aus den vergangenen sieben Pflichtspielen allerdings gefährlich nach unten.
Vor dem Showdown mit dem aktuell hartnäckigsten Liverpool-Verfolger Leicester City am 21.12. stehen nun außerdem drei Auswärtsspiele auf dem Programm: In der Champions League bei Dinamo Zagreb (Mi., 18:55 Uhr im Livescoring), in der Premier League beim ebenfalls kriselnden FC Arsenal (So., 17:30 Uhr im Liveticker) und im EFL Cup beim Überraschungsteam Oxford United (18.12., 20:45 Uhr im Livescoring).
Winter-Transfers möglich
Vier Siege sind da für ManCity fast schon Pflicht, um sich das nötige Selbstvertrauen für den daraufolgenden Wahnsinn zwischen den Feiertagen - drei Spiele zwischen 27. Dezember und Neujahr - zu holen.
Spätestens dann wird man wissen, ob City noch realistische Chancen auf den Premier-League-Titel hat - oder in den Rückspiegel blicken muss.
Die Verantwortlichen der Citizens werden sich zudem sehr genau überlegen, ob der aktuelle Kader nicht im Wintertransferfenster noch verstärkt werden muss.
Guardiola vertrat diesbezüglich bisher allerdings eine klare Meinung: "Ich möchte keine Spieler im Januar", hatte er vor kurzem erst gesagt.
Da hatte er aber auch noch keine 14 Punkte Rückstand.
Das könnte Dich auch interessieren: Folgenschwerer Sturz im eigenen Zuhause: BVB wochenlang ohne Witsel
Ähnliche Themen
Werbung
Werbung
/origin-imgresizer.eurosport.com/2024/12/18/image-ec453673-a7e8-4c9b-a566-6689a5fb6276-68-310-310.jpeg)