Der FC Liverpool, FC Chelsea und Leicester City - für einen dieser Vereine endet der letzte Premier-League-Spieltag am Sonntag auf dem ungeliebten fünften Rang, der vor allem eines bedeutet: keine Qualifikation für die Champions League.
Im Rennen um die beiden verbliebenen Startplätze geht es vor allem um Millionen-Einnahmen. Doch auch sportlich wäre wohl besonders für die Big-Five-Klubs Liverpool und Chelsea ein Abstieg in die Europa League katastrophal.
Die Reds konnten sich mit ihrem 3:0-Erfolg über Burnley am Mittwoch zumindest schon vor Leicester schieben. Doch viel enger als zwischen den drei Vereinen könnte es vor dem Finale kaum zugehen. Es läuft auf einen Showdown hinaus.
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Während Chelsea nach der geglückten FA-Cup-Revanche gegen die Foxes auf Platz drei die besten Ausgangschancen hat, liegen Liverpool und Leicester punktgleich dahinter (beide 66).

FC Chelsea hat die besten Karten

Das Team von Jürgen Klopp rangiert einzig wegen der besseren Tordifferenz auf Rang vier (+24), Leicester ist aber in Reichweite (+20). Und auch Chelsea auf Platz drei ist alles andere als sicher. Ein einziger Punkt trennt die Londoner von den beiden Konkurrenten. Bei der Tordifferenz (+23) können sich die Blues ebenfalls nicht absetzen. Es könnte somit auf die erzielten Tore oder den direkten Vergleich hinauslaufen.
Chelsea-Trainer Thomas Tuchel ist sich dieser Tatsache bewusst und mahnte nach dem 2:1-Sieg gegen Leicester: "Es ist nicht die Zeit, um zu feiern oder Lobgesänge anzustimmen. Wir müssen daran denken, dass es nur drei Punkte sind. Und wir brauchen drei weitere am Sonntag." Der Sieg gegen Leicester sei "nur der erste Schritt gewesen". Die Blues haben es allerdings in der eigenen Hand.
Mit einem Sieg gegen Aston Villa (17:00 Uhr im Liveticker) steht Chelsea sicher in der Champions League. Sollten die Londoner allerdings Punkte liegen lassen, wäre die Tür offen. Verteidiger Antonio Rüdiger sagte: "Es liegt in unseren Händen und wir müssen es einfach vollenden. Ich denke, Chelsea macht es gerne interessant und wartet bis zum letzten Spiel. Es liegt an uns und wir werden alles geben, um in den Top Vier zu landen."
Zusätzlich zur besten Ausgangsposition haben die Londoner noch eine weitere Chance. Im Finale der Königsklasse spielt Chelsea am 29. Mai gegen Man City. Gewinnen die Blues, hätten sie ein Startrecht für die kommende Saison. Darauf verlassen will sich das Tuchel-Team aber sicher nicht. Zu viel steht ohne Champions League auf dem Spiel.

Vereine kassieren Millionen-Prämien

Alleine für eine Teilnahme an der Gruppenphase erhält jede Mannschaft über 15 Millionen Euro. Zum Vergleich: In der Europa League gibt es in der Gruppenphase lediglich 2,8 Millionen Euro. Insgesamt zahlt die UEFA an Europa-League-Klubs 560 Millionen Euro aus, nur ein Bruchteil der 2,5 Milliarden Euro in der Königsklasse.
Hinzu kommen in der Champions League weitere Prämien für Siege (2,7 Mio.) oder Remis (900.000) sowie das Erreichen der K.o.-Runde (von 9,5 Mio. im Achtelfinale bis hin zu 15 Mio. für die Teilnahme am Endspiel). Liverpool nahm beispielsweise in der Titelsaison 2019 rund 130 Millionen Euro ein.
Auch in dieser Spielzeit, in der die Reds im Viertelfinale gegen Real Madrid ausschieden, waren es noch 90 Millionen Euro. Besonders für Liverpool und Chelsea hätte eine verpasste Teilnahme an der Champions League Folgen - etwa wenn es um neue Spieler-Transfers geht oder darum, den bestehenden Kader halten zu können.
In zukünftigen Verhandlungen mit Sponsoren wäre ein Fehlen in der Königsklasse für die betroffenen Vereine ebenso schwierig. Manchester Uniteds Sponsor Adidas soll sich etwa durch eine Vertragsklausel abgesichert haben. Sollten die Red Devils zwei Jahre in Folge die Champions League verpassen, verringern sich die Zahlungen um 30 Prozent.

Klopp bremst Reds-Euphorie: "Noch hohe Hürden zu überwinden"

Jürgen Klopp warnt seine Mannschaft

Die Reds (Sonntag, 17:00 Uhr gegen Crystal Palace) wollen im Rennen um die Champions League jedenfalls nicht nachlassen. Innenverteidiger Nat Phillips, gegen Burnley einer der Torschützen, meinte: "Der Druck ist jetzt da. Wir dürfen an diesem Punkt nicht nachlassen. Wir müssen jedes Spiel gewinnen." Trainer Jürgen Klopp ergänzte: "Wenn man das Halbfinale gewinnt, ist der nächste Schritt das Finale. Darin stehen wir nun und wir werden alles geben, um das auch zu gewinnen".
Während vor allem Liverpool nach einer schwachen Phase im Frühjahr (acht Niedelagen in 13 Spielen) zuletzt wieder auf dem aufsteigenden Ast (vier Siege) war, droht Leicester (Sonntag, 17:00 Uhr gegen Tottenham) das zweite Jahr in Folge, kurz vor Schluss aus den Top Vier herauszurutschen.
Bereits in der Vorsaison vergaben die Foxes durch einen schlechten Saisonendspurt die Königsklasse und Chelsea rettete sich auf Platz vier. Auch jetzt zeigt der Pfeil für Leicester eher in Richtung Europa League. Erstmals seit Dezember liegt der Meister von 2016 außerhalb der Champions-League-Plätze.
Für alle drei Vereine geht es somit um sehr viel. Am Sonntagabend gegen 19:00 Uhr steht fest, ob sich die Fans in Liverpool, London oder Leicester in der kommenden Saison auf die Champions-League-Hymne freuen dürfen.
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