Was für ein Ende der Monster-Serie von Pep Guardiola mit Manchester City. Der souveräne Tabellenführer der Premier League (elf Punkte Vorsprung) hat am 28. Spieltag ausgerechnet gegen den Stadtrivalen Manchester United verloren. Am Ende musste sich City mit 0:2 (0:1) geschlagen geben.
Seit dem 21. November hatten die Skyblues nicht mehr verloren, waren 28 Partien lang ungeschlagen, feierten 21 Siege in Folge, 15 davon in der Premier League.
Wie konnte es also jetzt zur Niederlage kommen? Warum trafen Bruno Fernandes (2., Elfmeter) und Luke Shaw (50.) und nicht Ilkay Gündogan, Kevin De Bruyne oder Raheem Sterling?
Bundesliga
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07/03/2021 AM 19:51
Grundlage dafür war vor allem ein "teuflischer" Plan von United-Trainer Ole Gunnar Solksjaer für die Red Devils. Drei Dinge, die uns auffielen.

1. Damit hatte niemand gerechnet

Manchester United war wirklich nicht bekannt dafür, in den sogenannten "Big-Six-Matches" für Furore zu sorgen. In der ersten seiner Partien gegen die größten Teams der Premier League bekam Solksjaer gegen Tottenham Hotspur dermaßen "auf die Mütze", dass er in den weiteren sechs sein Team nur noch mauern ließ. Das Resultat: Sechs Mal 0:0.
Gegen City hatte der United-Coach offenbar genug vom "Angsthasen-Fußball" und setzte alles auf eine Karte. Die Außenverteidiger extrem hoch, das gesamte Team hoch motiviert, liefen die Red Devils sofort aggressiv an. Als dann auch noch Bruno Fernandes per Elfer traf (2.), bekamen die Gäste noch mehr Rückenwind.

Bruno Fernandes bringt Manchester United in Führung

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Pep traute seinen Augen kaum und sein Team brauchte mehr als 15 Minuten, um in den vertrauten Ballbesitz-Fußball und somit ins Match zu finden. Danach gaben die Citizens zwar spielerisch den Ton an, doch United verteidigte als Mannschaft, zog sich kompakt zurück, verdichtete die Räume und ließ den Gegner somit kaum hinter die Abwehrkette. Die daraus resultierenden Distanzschüsse waren so bezeichnend wie ungefährlich.
United kontrollierte das Spiel ohne Ball (34 Prozent Ballbesitz). "Es ist immer schwierig gegen City zu spielen. Aber jetzt haben wir fast alles perfekt gemacht. Der Start war perfekt, wir hatten dadurch mehr Raum zum Kontern. Wir sind fokussiert geblieben und haben gut verteidigt", analysierte Fernandes bei "Sky" treffend.
Exemplarisch hervorgehoben werden kann die Leistung von Aaron Wan-Bissaka. Er nahm Raheem Sterling komplett aus dem Spiel. Auch eine Szene in der zweiten Halbzeit, als United-Angreifer Marcus Rashford über den halben Platz sprintete, um hinten einen Ball zu gewinnen, sprach für sich.
"Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber beim zweiten Tor einen Fehler. Bei uns haben die Tore gefehlt. Wir schauen jetzt auf Mittwoch zur Champions League", blickte Kevin De Bruyne nach vorne.

John Stones von Manchester City

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2. Der neue Gündogan

Letztlich waren seine Versuche nicht von Erfolg gekrönt, doch trotzdem fiel gegen United einmal mehr auf, dass sich der ehemalige Dortmunder Ilkay Gündogan mit seinen 30 Jahren noch einmal neu erfunden hat. War er bislang eher als der Assistgeber bekannt, hat er jetzt seinen Torriecher gefunden. 13 Saisontore hat er bislang auf dem Konto, elf davon erzielte er in der Liga.
Gündogan tritt selbstbewusst, körperlich topfit und geschmeidig auf. Hat er den Ball im zentralen Mittelfeld am Fuß, sucht er zwar noch immer den besser positionierten Mitspieler, doch sieht er eine Lücke, zieht er direkt ab.
Gegen United probierte er es mit einigen Distanzschüssen. Es spricht auch für die Fähigkeiten von Guardiola, dass er in der Lage ist, Spielern auch im fortgeschrittenen Alter noch dazu zu bringen, eine neue Facette von sich herauszuarbeiten.

Ilkay Gündogan versuchte es gegen United häufig aus der Distanz

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3. Die Ära De Gea neigt sich dem Ende zu

David de Gea stand im Derby nicht zwischen den Pfosten. Der Spanier hat wegen der Geburt seines ersten Kindes Sonderurlaub bis Ende des Monats. Es war die Chance für Dean Henderson, Argumente für sich zu sammeln. Und das tat der 23-jährige Engländer eindrucksvoll mit seiner weißen Weste im Duell mit dem Erzrivalen.
"Ihm gehört definitiv die Zukunft", prognostizierte der ehemalige Bundesliga-Torwart und "Sky"-Experte René Adler. Allerdings ist die Personalie nicht ganz unproblematisch, denn De Gea besitzt noch einen hochdotierten Vertrag bis 2023.

Sicherer Rückhalt für United im Derby gegen City: Dean Henderson (mitte)

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Ähnlich wie Alexander Nübel beim FC Bayern hat Henderson sicher kein Interesse daran, bis dahin hauptsächlich auf der Bank zu schmoren. Nicht umsonst soll der BVB auf der Suche nach einem neuen Torwart bereits seine Fühler nach Henderson ausgestreckt haben.
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