Manchester United in der Krise: Trainer Ole-Gunnar Solskjaer hat keine Daseinsberechtigung mehr

0:5 gegen Liverpool, 0:2 gegen Manchester City - Manchester United schlittert von einer schmerzhaften Heimpleite in die nächste. Die bittere Wahrheit für alle Fans der Red Devils: Die Mannschaft kann nicht im Ansatz mit den Topteams der Premier League mithalten. Zudem wird auch intern die Kritik an Ole Gunnar Solskjaer immer lauter. Dem Trainer gehen die Argumente für eine Weiterbeschäftigung aus.

Wie lange noch? Ole-Gunnar Solskjaer steht einmal mehr stark in der Kritik

Fotocredit: Getty Images

Harry Maguire ging erstmal feiern. Den 21. Geburtstag seiner Schwester wollte sich der Abwehrspieler von Manchester United nicht entgehen lassen - Derbypleite gegen Manchester City hin oder her. Natürlich lagen die Paparazzi auf der Lauer und veröffentlichten ein Foto von Maguire, das ihn offensichtlich bestens gelaunt auf dem Weg zur Twen-Party zeigt.
Für jeden United-Fan war das ein weiterer Stich ins Herz an diesem gebrauchten Samstag. Wie schon beim 0:5 gegen den FC Liverpool waren die Red Devils auch gegen den Stadtrivalen völlig chancenlos. Das Ergebnis von 0:2 spiegelt die Dominanz der Skyblues nicht im Ansatz wider.
"Das war gefühlt das nächste 0:5. Es hat sich noch schlimmer angefühlt als die Pleite gegen Liverpool", sagte United-Legende und "Sky UK"-Experte Roy Keane. Sein vernichtendes Urteil: "Ich habe diese United-Spieler aufgegeben."
Trainer Ole Gunnar Solskjaer hatte seine Mannschaft nach dem Pressing-Desaster gegen Liverpool in einem defensiver orientierten 3-4-1-2 aufs Feld geschickt. Mauern gegen City im Old Trafford - eine fragwürdige Strategie, die auch so gar nicht funktionierte.

Manchester Uniteds unheimliche Negativserie

City spielte mit United Katz und Maus in der ersten Halbzeit, die Flügelspieler Phil Foden und Gabriel Jesus zwangen Uniteds Mittelfeldspieler auf den Halbpositionen immer wieder dazu, die drei Innenverteidiger zu unterstützen. So spielten die Hausherren quasi durchgehend mit einer Fünferabwehrkette.
In der Halbzeit stellte Solksjaer auf Viererkette um, doch da war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Zumal United auch nach der Pause offensiv nichts zustande brachte. In der letzten halben Stunde schossen Ronaldo und Co. nicht einmal aufs Tor, insgesamt verzeichneten die Red Devils ganze vier Ballkontakte im City-Sechzehner.
Die Negativ-Spirale nimmt allmählich groteske Züge an. United verlor sechs der letzten zwölf Spiele und holte aus den zurückliegenden sechs Premier-League-Spielen nur vier Punkte.
Ein Wert untermauert insbesondere die Katastrophen-Bilanz bei Heimspielen: 21 Prozent aller Niederlagen im Old Trafford in der Premier League - seit 1992/93 heißt Englands höchste Spielklasse so - kassierte ManUnited unter Solskjaer.
Das Old Trafford, früher als "Theater of Dreams" bekannt, ist unter Solskjaer ein Theater der Alpträume.

Immer mehr United-Fans rücken von Solskjaer ab

Schon allein die nackten Zahlen entziehen dem Norweger die weitere Daseinsberechtigung als Trainer der Red Devils. Die Bewertung der Arbeit eines Trainers richtet sich in erster Linie an den Ergebnissen, das ist auch in England so.
Hinzu kommt im Fall Solskjaer der Eindruck, dass seine Mannschaft nicht ansatzweise mit den besten Teams der Liga mithalten kann. Es war fast schon bemitleidenswert, mit welch bescheidenen Mitteln United versuchte, gegen Liverpool und ManCity zu bestehen. Nie zuvor wurde der stolze Klub in zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen in der Premier League derart gedemütigt. "Ole's at the wheel", sangen die Gäste-Fans hämisch - eigentlich ein positiver Gesang der ManUtd-Fans.
"Tracht Prügel gegen Liverpool, Tracht Prügel gegen City. Das ist als United-Fan nicht mehr auszuhalten", sagte Gray Neville, wie Keane Spieler-Legende und heutiger TV-Experte.
Die Fans sind mittlerweile einiges an Kummer gewohnt und rücken immer mehr vom einstigen Publikums-Liebling Solskjaer ab. Pfeifkonzerte schon zur Halbzeitpause sind im Old Trafford inzwischen Standard.
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Wie lang ist Solskjaer noch Trainer von United?

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Vorwurf: Zu viele Trainer, keine Gleichbehandlung der Spieler

Und auch innerhalb der Mannschaft gibt es offenbar immer mehr Vorbehalte gegen Solskjaers Arbeit. So soll sich Brundo Fernandes intern beschwert haben, dass der Coach nicht alle Spieler gleich behandeln würde. Ein Indiz könnte die Einwechslung von Marcus Rashford gegen City sein. Obwohl Rashford die letzten beiden Trainingstage vor dem Stadtduell wegen einer starken Erkältung verpasst hatte, durfte er 25 Minuten mitwirken.
Dagegen ist Danny van de Beek, den sich United im Sommer 2020 immerhin 45 Millionen Euro Ablöse kosten ließ, unter Solskjaer weiter nahezu komplett außen vor. Als der Niederländer in der 80. Minute endlich aufs Feld kam, wurde es nochmal laut Old Trafford. Die Fans feierten den 24-Jährigen.
Laut der Zeitung "Daily Mail" sind die Spieler zudem Solskjaers Trainer-Staff allmählich leid. Es seien einfach zu viele junge Coaches mit zu wenig Erfahrung in die tägliche Arbeit involviert, heißt es aus Mannschaftskreisen.

Cristiano Ronaldo zwischen Genie und Wahnsinn

Und was macht eigentlich der Superstar? Steht derzeit abwechselnd für Genie und Wahnsinn. In der Champions League rettete Cristiano Ronaldo sein Team in beiden Spielen gegen Atalanta Bergamo mit Last-Minute-Toren (3:2/2:2) und womöglich auch Solskjaer vor der Entlassung.
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Cristiano Ronaldo im Trikot von Manchester United

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In der Liga fiel er dagegen mit schwachen Leistungen, abfälligen Gesten in Richtung seiner Mitspieler und unnötiger Härte auf - alles Anzeichen von Frustration. Laut "Sun" ist Ronaldo "geschockt" über die Entwicklung des Vereins seit seinem Abschied 2009.
Angesichts des Status quo stellen sich Fans wie Experten die Frage, warum Solskjaer noch immer nicht entlassen wurde.

Warum darf Solskjaer weitermachen?

Die Nibelungentreue der Besitzerfamilie Glazer und von Vorstandschef Ed Woodward zum Coach kennt scheinbar keine Grenzen.
Neville vermutet dahinter ein Kalkül: "Ed Woodward hört Ende Jahres als CEO von Manchester United auf. Er will nicht in die Geschichte des Klubs eingehen als derjenige, der als letzte Amtshandlung den Trainer feuert."
Zahlreiche englische Medien gehen allerdings mittlerweile vom Gegenteil aus. Die Rechnung: United nutzt die anstehende Länderspielpause, um einen geeigneten Nachfolger zu finden. Das nächste Spiel bestreitet Manchester United am 20. November gegen den FC Watford. Es verdichten sich die Anzeichen, dass Solskjaer dann nicht mehr auf der Bank der Red Devils sitzen wird.
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Wichtig wie nie: Solskjaer vergleicht Cristiano Ronaldo mit Michael Jordan

Quelle: Perform

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