Manchester United kassiert 0:5-Pleite gegen den FC Liverpool: Gedemütigt und in Stücke gerissen
VonThomas Gaber
Publiziert 25/10/2021 um 00:50 GMT+2 Uhr
Manchester United wird beim 0:5 vom FC Liverpool gedemütigt und muss die höchste Niederlage gegen den Erzrivalen seit 96 Jahren einstecken. Den Superstars Cristiano Ronaldo und Paul Pogba brennen die Sicherungen durch und die Kritik an den Red Devils wird immer heftiger. Trainer Ole-Gunnar Solskjaer schließt einen Rücktritt jedoch aus. Dabei gibt es kaum Hoffnung auf eine Trendwende.
Cristiano Ronaldo (M.) bekam Stress mit mehreren Liverpool-Spielern
Fotocredit: Getty Images
Sir Alex Ferguson fuhr es mal so richtig in die Glieder. Mo Salah hatte soeben das 5:0 für den FC Liverpool im Premier-League-Spiel bei Manchester United erzielt, als die Live-TV-Kamera ins Gesicht der auf der Tribüne sitzenden United-Trainer-Legende zoomte.
Ferguson blies die Backen auf und schüttelte ungläubig den Kopf. 0:5 nach 50 Minuten in einem Heimspiel - so etwas hatte es in der Geschichte von Manchester United noch nicht gegeben.
Ferguson war beileibe nicht der einzige United-Supporter, der sich wie im falschen Film vorkam. Ganz anders war dagegen die Gemütslage von Kenny Dalglish. Der Liverpool-Hero kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus.
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Rio Ferdinand sieht "Jungs gegen Männer" spielen
Besser hätte man die unterschiedliche Stimmungslage der beiden verfeindeten Lager nicht darstellen können. Ekstase hier, Entsetzen dort. Ein Liverpooler 5:0 gegen United gab es zuletzt im Jahr 1925.
Die Experten störten sich nach dem Spiel jedoch nicht an einer aus United-Sicht beschmutzten Fußball-Geschichte, sondern an der katastrophalen Leistung der Red Devils.
"Das war ein absoluter Schocker. Manchester United wurde ausgelöscht, in Stücke gerissen, demontiert", polterte "Sky Sports"-Experte Gary Neville.
Uniteds Ex-Spieler schlüpft gerne in die Rolle des polarisierenden Chef-Kritikers, wenn es nicht läuft bei Manchester. Doch diesmal hatte er mit allem recht. United hatte Liverpools Sturmlauf in der ersten Halbzeit nichts entgegenzusetzen. Rio Ferdinand, wie Neville ein Freund der scharfen Worte, sah "Jungs gegen Männer" spielen.
Ole-Gunnar Solskjaer schließt Rücktritt aus
Am Sonntag geschah das, was sich seit längerer Zeit angedeutet hatte. Manchester United ist nicht mehr als ein fragiles Gebilde, das es schafft, gegen schwächere Teams Spiele zu gewinnen und auch mal ein großes Comeback zu landen, wie beim 3:2-Sieg unter der Woche in der Champions League gegen Atalanta Bergamo.
Doch mit den Topteams können die Red Devils nicht mithalten. "Ich bin mal gespannt, wie Manchester aussieht, wenn sie so gegen Liverpool spielen. Das wird nicht gut gehen", hatte Paul Scholes, wie Neville und Ferdinand sehr erfolgreicher United-Spieler, bereits nach dem Bergamo-Spiel prophezeit. Wie wahr.
Der Auftritt der Mannschaft gegen Liverpool machte selbst den so geerdeten Trainer Ole Gunnar Solskjaer fassungslos. "Es ist einer der dunkelsten Tage, seitdem ich hier Trainer bin. Wir waren individuell und als Team nicht gut genug. Wir haben letzte Saison gegen Tottenham 1:6 verloren. Aber das war schlimmer. Viel schlimmer. Ich fühle mich sehr schlecht", sagte er.
An einen Rücktritt denkt Solskjaer jedoch nicht. "Ich bin den Weg mit den Jungs schon zu weit gegangen, um jetzt alles hinzuschmeißen. Wir werden zusammen weitermachen und schauen, wohin das führt", meinte der Norweger.
Üble Frustaktionen von Cristiano Ronaldo und Paul Pogba
Neville schätzt die Lage für Solskjaer derweil als "unerträglich" ein. "Der Druck auf Ole ist doch nicht mehr auszuhalten. Dieses Spiel war eine brutale Schmach. Das Management betont immer wieder, dass Ole fest im Sattel sitzt, egal was passiert. Solche Ergebnisse führen das ad absurdum", so Neville.
Zu der indiskutablen Vorstellung als Mannschaft kamen gegen Liverpool auch noch krasse Unbeherrschtheiten der Superstars hinzu. Ende der ersten Halbzeit verpasste Cristiano Ronaldo dem am Boden liegenden Curtis Jones im Kampf um den Ball gleich mehrere Tritte - eine Frustaktion deluxe, für die Ronaldo Dunkelgelb sah (45.).
Die Quittung bekam der Portugiese dann von aufgebrachten Liverpool-Spielern, allen voran Virgil van Dijk. Die Rudelbildung war nur schwer wieder aufzulösen - als der Ball wieder lief, gab Liverpool mit dem 4:0 durch Mohamed Salah die passendste Antwort (45.+5).
Noch dämlicher und brutaler war die Aktion von Paul Pogba. Der Franzose wurde erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt, musste aber nach 15 Minuten mit Rot schon wieder runter - nach einem üblen Tritt mit gestrecktem Bein gegen Naby Keita.
Eine Szene, die Scholes so richtig auf die Palme brachte. Die United-Legende fuhr Pogba so richtig an die Wand.
"Es würde mich nicht wundern, wenn wir Paul nicht mehr im United-Trikot auf dem Platz sehen werden, solange Ole Manager bleibt. Paul hat so viele Chancen bekommen. Jeder United-Manager hat ihm vertraut. Aber er tritt dieses Vertrauen mit Füßen. Was er heute gemacht hat, ist dumm und respektlos gegenüber dem Manager und seinen Mitspielern. Würde irgendein United-Fan etwas vermissen, wenn Paul nicht mehr da wäre? Ich glaube nicht", ätzte Scholes.
Kleinlaute Töne aus der Mannschaft von Manchester United
Aus der Mannschaft kamen dagegen ganz leise Töne. Harry Maguire entschuldigte sich bei den Fans: "Das war weit weg von dem, was wir ihnen als Mannschaft zumuten können. Wir haben die Farben des Klubs nicht würdig vertreten. Aber wir werden uns jetzt nicht gegenseitig zerfleischen. Jeder Spieler sollte aber mal über seine Leistung nachdenken und es beim nächsten Mal deutlich besser machen."
Es ist jedoch sehr unwahrscheinlich, dass dies so schnell gelingen wird. Dafür spielt Manchester United einen viel zu launenhaften Fußball. Einbrüche wie gegen Bergamo und Liverpool jeweils in der ersten Halbzeit häufen sich sogar.
Und angesichts des Spielplans in den nächsten zwei Wochen muss jedem Fan von Manchester United angst und bange werden. Die Gegner? Tottenham (Liga), Bergamo (CL) und Manchester City (Liga).
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