Tuchel schlägt Alarm: Chelsea mit Personalproblemen in die Wochen der Wahrheit - Duell mit Liverpool und City steht an

Bis Anfang Dezember thronte der FC Chelsea an der Tabellenspitze der Premier League. Doch in den vergangenen Wochen schwächelten die Blues, die neben zahlreichen Verletzungen von Corona-Infektionen hart getroffen wurden. Trotz des 3:1-Sieges bei Aston Villa schimpfte Trainer Thomas Tuchel über den vollen Terminkalender. Bereits im Januar droht der FC Chelsea sämtliche Meisterchancen zu verspielen.

Chelseas Teammanager Thomas Tuchel (mitte)

Fotocredit: Getty Images

Mit versteinerter Miene saß Thomas Tuchel den Journalisten gegenüber und schimpfte. Wenig ließ vermuten, dass der Chelsea-Coach mit den Londonern gerade 3:1 bei Aston Villa gewonnen hatte. Der 48 Jahre alte Schwabe kochte. "Wir sind besorgt, ich bin super besorgt", wetterte Tuchel nach dem Sieg im Villa Park.
Kurz zuvor hatten die Blues in Birmingham nach einem weiteren Kraftakt drei wichtige Punkte eingefahren. Nach dem frühen Rückstand durch ein Eigentor von Reece James hatte Chelsea das Spiel gedreht. Dennoch polterte Tuchel wegen des randvollen Spielplans, etlicher Verletzungen und zahlreicher Coronainfektionen.
Matchwinner Romelu Lukaku hatte im Spiel am Sonntag nach seiner Coronainfektion erstmals wieder auf dem Feld gestanden. Nach seiner Einwechslung zur zweiten Halbzeit traf der wuchtige Mittelstürmer erst zur 2:1-Führung und holte in der Nachspielzeit den Elfmeter zum 3:1-Endstand heraus.
Trotz seiner "guten Leistung" sei Lukaku für einen Einsatz aber "nicht bereit" gewesen, erklärte Tuchel: "Wir haben ihn 45 Minuten lang spielen lassen. Das war mehr, als die Ärzte empfohlen hatten", verriet Tuchel und gab mit Blick auf den engmaschigen Spielplan zu bedenken: "Vielleicht machen wir hier einen großen Fehler, Spieler spielen zu lassen, die gerade von Corona zurückgekommen sind und ein oder zwei Trainingseinheiten absolviert haben. Aber sie zwingen uns, zu spielen, also spielen wir."
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"Situation sehr ernst": Tuchel fordert Wiedereinführung der fünf Wechsel

Quelle: Perform

Chelsea schwächelt im Dezember

Das Auswärtsspiel bei Aston Villa war bereits die achte Begegnung im Dezember für den FC Chelsea. Eine Belastung, der die Mannschaft angesichts der angespannten Personalsituation augenscheinlich nicht gewachsen war: Bis zum 14. Spieltag thronten die Blues noch an der Spitze der Premier League vor Manchester City und dem FC Liverpool und stellten mit nur sechs Gegentreffern die beste Defensive der Liga.
Doch in den folgenden fünf Ligaspielen gewannen die Blues nur noch zwei Mal und kassierten dabei sieben Gegentreffer.
Während Chelsea im Dezember schwächelte, marschierte das Team von Pep Guardiola wie eine Dampfwalze durch die Premier League. City gewann die vergangenen neun Ligaspiele allesamt. In den zurückliegenden drei Begegnungen erzielte die Offensive um Kevin De Bruyne 17 Tore und fegte dabei unter anderem Pokalsieger Leicester City am Sonntag 6:3 vom Feld.
Allein in diesem Monat sammelte Manchester City sieben Punkte mehr als die Blues. Noch vor dem Jahreswechsel droht die Mannschaft von Tuchel sämtliche Meisterchancen zu verspielen.

Tuchel besorgt um Gesundheit

"Viele lesen nur die Kaderliste und denken sich: '18 Spieler, alle sind da, Top-Mannschaft. Das stimmt, aber wenn man tiefer blickt, sieht man unsere Probleme und große Risiken", monierte Tuchel. Callum Hudson-Odoi musste gegen Aston Villa 90 Minuten spielen, obwohl er gerade erst von einer Coronainfektion genesen war. Auch Mateo Kovacic spielte "nach einer Verletzung und Covid ohne Vorbereitung oder Training."
"Sie lassen uns spielen, selbst wenn wir Covid haben", attackierte Tuchel die Verantwortlichen. Das Lazarett ist groß: Derzeit fehlen den Blues unter anderem die deutschen Legionäre Kai Havertz und Timo Werner wegen einer Coronainfektion. Zu allem Überfluss verletzten sich gegen Aston Villa auch noch N'Golo Kanté und Thiago Silva.
"Es ist wie es ist. Aber das kann nicht das Richtige sein", so Tuchel.
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Chelsea-Coach im Spiel gegen Aston Villa

Fotocredit: Getty Images

Umso kritischer sah er, dass in der Premier League derzeit nur drei Spielerwechsel erlaubt sind. "Fünf Wechsel wurden wegen Corona eingeführt, ganz Europa hat fünf Wechsel, ganz Europa hat eine Winterpause, aber wir spielen durch. Aber auf wessen Rücken? Auf den Rücken der Spieler", wütete der ehemalige Dortmund-Trainer.

Chelsea in der Verfolgerrolle

Auch wegen der hohen Belastung lobte Tuchel die Einstellung seiner Mannschaft nach dem Dreier gegen Aston Villa. "Es ist ein großer Sieg. Es ist sehr schwer, hier zu spielen. Die Reaktion war sehr gut, die Mentalität war außergewöhnlich", sagte Tuchel.
Vor den anstehenden Wochen spricht der Coach seiner Mannschaft Mut zu. Denn der volle Terminkalender für Chelsea reißt nicht ab: Bis zum 15. Januar muss der Champions-League-Sieger sechs Pflichtspiele bestreiten - darunter die vorentscheidenden Ligakracher gegen Manchester City und den FC Liverpool.
Schon jetzt nehmen die Blues im Meisterkampf nur noch die Verfolgerrolle ein: Die Citizens sind bereits auf sechs Punkte enteilt, auch die Reds haben den FC Chelsea in der Tabelle überholt.
Umso dringender muss das Team von Tuchel nach dem Jahreswechsel trotz der angespannten Personalsituation zu alter Form finden. Wie gegen Aston Villa bedarf es in den kommenden Wochen eines Kraftaktes, um den Trend umzukehren. Gelingt das nicht, zerplatzen die Meisterträume schon im Januar.
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Tuchel gesteht Risiko bei Lukaku: "Mehr als von den Ärzten empfohlen"

Quelle: Eurosport

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