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Erling Haaland verzückt Manchester City: Pep Guardiola setzt Stärken des Wunderstürmers frei
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Publiziert 06/09/2022 um 13:37 GMT+2 Uhr
Manchester City liegt Erling Haaland nach nur wenigen Wochen bereits zu Füßen. Der Neuankömmling stellte mit seinem zehnten Tor im sechsten Spiel einen 30-jährigen Rekord ein. Eine Überraschung war der phänomenale Einstand des Norwegers aber nicht. Vielmehr überraschte das schnelle Umdenken Pep Guardiolas, der mit seiner verloren geglaubten Neun eine neue Ära im Ethihad Stadium einläutet.
Erling Haaland von Manchester City
Fotocredit: Getty Images
"Oh, Haaland trifft weiterhin. Was für eine Überraschung." Wenn es nach Mats Hummels geht, war der Siegeszug seines ehemaligen BVB-Teamkollegen in England zu erwarten. Wie bereits in Dortmund benötigte der Norweger kaum Anlauf, um sich in die Herzen der Fans zu schießen.
Gegen Aston Villa (1:1) markierte der 22-Jährige seinen zehnten Treffer im sechsten Liga-Spiel und zog dadurch mit Micky Quinn und dessen Bestmarke aus der Premier-League-Saison 1992 gleich.
Sollte der "Dämon", wie er von seinen Kameraden bei Manchester City liebevoll genannt wird, seinen Torhunger weiterhin nicht stillen können, dürften alsbald weitere Rekorde pulverisiert werden. "Wenn er so weitermacht, knackt Haaland den Shearer-Rekord noch vor Kane", schrieb ein begeisterter Gary Lineker auf Twitter. Alan Shearer führt die ewige Torschützenliste der Premier League mit 260 Toren an, Spurs-Star Kane rangiert bei 188 Treffern.
Doch wie Hummels bereits festgestellt hat - so unerwartet kam der Einschlag des 60-Millionen-Mannes nicht. Vielmehr überraschte die Tatsache, dass City-Coach Pep Guardiola sein Spielsystem in einer derartigen Geschwindigkeit auf den Wunderstürmer zugeschnitten hat. Die Zeiten der "verlorenen Neun" gehören in Manchester nämlich der Vergangenheit an.
Haaland bringt alte Tugenden zurück
In der Saison 2018/19 überschritt ein nomineller Stürmer der Citizens letztmals die magische Marke von 20 Toren in der Premier League - für einen Top-Klub eine gefühlte Ewigkeit. Unter Guardiola funktionierte die City-Offensive aber nach wie vor.
In den Jahren darauf avancierten mit Ilkay Gündogan (13 Tore, 2020/21) und Kevin de Bruyne (15 Tore, 2021/22) zwei Mittelfeldspieler zu den jeweiligen Torjägern, die Treffer teilten sich auf das gesamte Team auf. In den entscheidenden Momenten jedoch - wie beispielsweise in der Champions League - ließ Manchester die eiskalte Konsequenz eines richtigen Stürmers vermissen.
Darum war die Verpflichtung von Haaland im vergangenen Transferfenster der logische Schritt. Die Umsetzung warf dennoch einige Fragen auf. Wie sollte ein Spieler wie Haaland, der über Geschwindigkeit, Tiefe im Spiel und körperlichen Einsatz kommt, in das grazile Ballbesitzspiel eines Guardiola implementiert werden?
Ungewöhnliches Umdenken: Guardiola passt sich an Haaland an
Das Spiel von Manchester City war zuletzt von einer sehr variablen Offensive geprägt. Ob Riyad Mahrez, Raheem Sterling (mittlerweile bei Chelsea), Phil Foden oder Bernardo Silva - wer am Ende der Ballstafette den Ball ins Netz bugsierte, hing letztlich von der Spielsituation ab.
Jeder Spieler war bislang in jede Aktion mit eingebunden. Dieser Umstand barg jedoch eine große Schwäche, zumal es im gegnerischen Strafraum keinen zuverlässigen und kaltschnäuzigen Fixpunkt gab.
Die Ankunft von Haaland zwang Guardiola gewissermaßen zum Umdenken.
Wie Heat-Maps belegen, ist der Norweger im Gegensatz zu seinen Vorgängern kaum auf den Außenbahnen anzutreffen und hält sich überwiegend im Zentrum auf. Zwar ist der 22-Jährige auch manchmal in der Rückwärtsbewegung gefordert, seine Qualitäten sind jedoch vor allem auf den letzten 30 Metern Richtung Tor verankert.
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Erling Haaland komplettiert die City-Offensive um das fehlende Puzzleteil
Fotocredit: Getty Images
Haaland liest das Spiel, sein Positionsspiel im Strafraum macht ihn unweigerlich zu einer der gefährlichsten Tormaschinen Europas - und wäre im alten City-System wohl unnötig verschwendet worden.
Haalands Gabe, das Geschehen auf dem Platz zu antizipieren und seinen Gegnern mindestens einen Schritt voraus zu sein, verleihen ManCity den Killerinstinkt, den man in den vergangenen Spielzeiten vermisste.
Haaland eröffnet City neue Optionen
Guardiola selbst bestätigte sein taktisches Umdenken und will sich in Zukunft auf die Selbstverständlichkeit seines Torjägers verlassen.
"Wir wissen, dass Erling immer da sein wird", umschrieb der Katalane die immerwährende Strafraum-Präsenz des ehemaligen Dortmunders. "In der Vergangenheit, mit einer Falschen Neun oder einem anderen Spielertypen zum Beispiel, hätten wir nicht davon ausgehen können. Aber dieser Junge wird immer da sein."
Dies eröffnet City gerade gegen tiefstehende Gegner neue Optionen.
Eine weitere Qualität, die in Manchester in den letzten Jahren beinahe in Vergessenheit geriet, stellen nämlich die 1,95 Meter Körpergröße Haalands dar. Sowohl gegen Crystal Palace (4:2) als auch gegen Nottingham Forest (6:0) machte der Norweger per Kopf den Unterschied.
Haaland lässt Citys Angriff also buchstäblich über sich hinaus wachsen und stellt als Fixpunkt an der Spitze stets Gefahr dar.
Eine neue Ära bricht an
Die jüngsten Auftritte und das neu aufblühende Offensivspiel der Cityzens verzückt bereits jetzt die Fans. "Was er in Norwegen, Österreich und Deutschland gemacht hat, macht er auch hier", kommentierte Guardiola die Leistungen seines Schützlings.
Angesichts seiner Qualitäten und seiner Variabilität im Abschluss wird Haaland bereits ein Platz neben den Legenden des Klubs prophezeit. "Sergio ist eine Legende. Niemand kann ihm seinen Platz in den Herzen der City-Fans streitig machen." Aber: "Erling hat die Qualität, ebenso dort zu sein. Was Sergio gemacht hat, ist einzigartig. Aber Erling hat dieses Talent", so Guardiola.
Zehn Tore in sechs Spielen unterstreichen die riesigen Ambitionen, mit welchen Haaland auf die Insel gereist ist. Und beweisen, dass ein Multi-Millionen-Zugang auch gerne mal von Anfang an funktionieren kann.
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Guardiola: Haaland schießt seit seiner Geburt Tore
Quelle: Perform
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