FC Liverpool "keine Klopp-Mannschaft mehr" - für die Reds geht es nur noch um Schadensbegrenzung
Der FC Liverpool kommt auch im neuen Jahr nicht richtig in die Gänge. In der Premier League laufen die Reds der Musik hinterher und drohen gar die Champions League zu verpassen. Dazu müssen Jürgen Klopp und seine Mannen im FA Cup ins Wiederholungsspiel - eine zusätzliche Belastung zur Unzeit. Die Lage an der Anfield Road spitzt sich somit immer mehr zu. Benötigt Liverpool also weitere Verstärkung?
Wiederholungsspiele im FA Cup: Klopp fordert Abschaffung
Quelle: Perform
Die Miene von Jürgen Klopp sprach Bände.
Als der Teammanager des FC Liverpool am Samstagabend über den Rasen der Anfield Road schritt, um sich pflichtbewusst bei den Reds-Anhängern für die Unterstützung zu bedanken, war ihm die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben.
"Wir haben heute Abend nicht mehr als ein Unentschieden verdient", konstatierte Klopp nach dem ernüchternden 2:2 (1:1) seiner Mannschaft im FA Cup gegen die Wolverhampton Wanderers, ihres Zeichens Tabellenvorletzter der Premier League.
"Die Folgen sind in diesem Fall, dass wir ein zusätzliches Spiel haben. Das ist in Ordnung, ich habe kein Problem damit", ergänzte der 55-Jährige, der in diesem Zusammenhang jedoch eine Abschaffung der Wiederholungsspiele im FA Cup anregte: "Wir hätten immernoch eine Verlängerung oder ein Elfmeterschießen spielen können, damit das Spiel heute Abend entschieden wird."
Bereits im Vorfeld hatte Klopp über den aufgeblähten Kalender im Profifußball geklagt. "Wir müssen die Spiele reduzieren", forderte er mit Blick auf die Pokalwettbewerbe. Nun hat sich Liverpool mit dem Wiederholungsspiel (17. Januar, 20:45 Uhr im Liveticker) eine weitere Partie eingebrockt.
Dabei ist die Lage für die Reds schon jetzt angespannt genug.
Liverpool droht Champions League zu verpassen
Schließlich läuft der Meister von 2020 auch in der Premier League der Musik ordentlich hinterher. Lediglich Platz sechs steht für die Reds nach 17 absolvierten Partien zu Buche. Der Rückstand auf die Champions-League-Ränge beträgt schon jetzt sieben Zähler (bei noch einem Spiel weniger gegenüber Newcastle United).
Die Meisterschaft machen in dieser Spielzeit andere aus: Dauerrivale Manchester City, mit dem man sich in der Vorsaison ein Herzschlagfinale um den Titel lieferte, ist bereits elf Punkte enteilt, Tabellenführer Arsenal gar 16.
Für Liverpool geht es in dieser Spielzeit somit nur noch um Schadensbegrenzung, sprich, unter die ersten Vier zu kommen, um das Ticket für die Königsklasse zu sichern. Dass dies allerdings kein Selbstläufer ist, mussten Klopps Mannen am vergangenen Spieltag gegen den FC Brentford erfahren, als es eine überraschende 1:3-Pleite setzte.
"Es ist, als ob sie versuchen, nach der Art von Jürgen Klopp zu spielen, ohne die Spieler von Jürgen Klopp zu haben", urteilte Liverpool-Ikone Jamie Carragher nach der Niederlage bei "Sky Sports" und führte weiter aus: "Ich sehe die Spieler nicht mehr sprinten, aber sie spielen immer noch mit dieser hohen letzten Linie. Das ist keine Klopp-Mannschaft mehr."
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Die Spieler des FC Liverpool nach der Partie in Brentford
Fotocredit: Getty Images
Verletzungspech: Liverpools Umbruch stockt
In der Tat gestaltet sich der Umbruch, den der Champions-League-Sieger aus dem Jahr 2019 im Sommer vollzog, schwieriger als gedacht. Zumal Liverpool immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen hat.
Jüngstes Opfer ist Abwehrchef Virgil van Dijk, der mit Oberschenkelproblemen wochenlang ausfällt. Bei Diogo Jota (Wadenverletzung) und Luis Díaz (Knieverletzung) ist es dagegen fraglich, ob sie in dieser Saison überhaupt noch einmal zum Einsatz kommen werden.
Auch aufgrund dessen reagierte Liverpool auf dem Transfermarkt und verpflichtete Offensiv-Allrounder Cody Gakpo, eine der Entdeckungen der WM in Katar. Gemeinsam mit Darwin Núñez, der zuletzt aufsteigende Form zeigte und gegen Wolverhampton traf, soll der Niederländer den Abgang von Sadio Mané (FC Bayern München) vergessen machen.
Gegen die Wolves zeigte Gakpo bereits einige gute Ansätze und leitete das Tor von Mohamed Salah zum zwischenzeitlichen 2:1 ein.
Liverpool entgeht Pokal-K.o. nur knapp
Dass es letztlich jedoch nicht für einen Sieg reichte, lag nicht zuletzt auch an einem individuellen Fehler des ansonsten so zuverlässigen Keepers Alisson Becker. Allerdings zeigten sich die Hausherren nicht nur hinten fehleranfällig, sondern wirkten auch im Spiel nach vorne recht uninspiriert.
"Es war eine dominante Leistung von uns, bevor sie einen Fuß in das Spiel bekommen haben. Wir haben von da an nicht genügend Zweikämpfe gewonnen. Sie haben uns massive Probleme bereitet", gestand Klopp.
Darüber hinaus hatte der Titelverteidiger Glück, dass der vermeintliche Siegtreffer von Toti für die Gäste aufgrund einer strittigen Abseitsentscheidung des Schiedsrichtergespanns um Referee Andy Madley keine Anerkennung fand.
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Toti (l./Wolverhampton Wanderers/l.) erzielt per Hacke das vermeintliche 3:2 gegen den FC Liverpool
Fotocredit: Getty Images
Liverpool: Carragher nennt Hauptproblem
Es bedarf somit einer deutlichen Leistungssteigerung, um nicht nur das Wiederholungsspiel am 17. Januar in Wolverhampton für sich zu entscheiden, sondern auch in der Liga eine Aufholjagd zu starten.
Hierfür müsste Liverpool nach Ansicht von Carragher jedoch noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden. "Ohne die Verpflichtung eines Mittelfeldspielers können sie nicht unter die ersten Vier kommen", prophezeite er.
Tatsächlich geistert der Name Jude Bellingham schon länger rund um das Stadion an der Anfield Road. Ein Abgang des Shootingstars noch in diesem Winter von Borussia Dortmund scheint jedoch nahezu ausgeschlossen.
Klopp muss somit mit dem vorhandenen Spielermaterial versuchen, das Maximum herauszuholen. Ansonsten dürfte sowohl die Lage und auch Klopps Miene noch lange angespannt bleiben.
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