Manchester City - Champions-League-Titel oder nix: Pep Guardiolas gefährliches Spiel mit dem Feuer

Der League Cup futsch, das Derby verloren, die Meisterschaft in weiter Ferne: Manchester City hat eine Woche zum Vergessen erlebt. Während Premier-League-Spitzenreiter Arsenal von Sieg zu Sieg eilt, müssen die Skyblues im Titelkampf abreißen lassen. Pep Guardiola scheint dies jedoch wenig zu kümmern. Der Ex-Bayern-Coach ordnet seinem großen Ziel alles unter - doch das ist ein Spiel mit dem Feuer.

Pep Guardiola (Manchester City) während der 0:2-Pleite im Derby gegen Manchester United

Fotocredit: Getty Images

Erling Haaland hatte wahrlich keinen leichten Stand.
Der Ausnahmestürmer von Manchester City musste sich am Samstag im Stadt-Derby nicht nur auf dem Platz mit Raphaël Varane und Luke Shaw auseinandersetzen, sondern auch die Provokationen der United-Fans von den Rängen über sich ergehen lassen.
"Haaland, Haaland! Wie geht es deinem Vater?", schallte es während der 1:2-Niederlage der Citizens immer wieder durch das Old Trafford. Die Anhänger der Red Devils spielten damit auf das brutale Foul von United-Ikone Roy Keane an Haalands Vater Alf-Inge im Jahr 2001 an.
Doch damit nicht genug: Auch TV-Experte und Ex-Liverpool-Profi Dietmar Hamann nahm sich den Norweger nach dessen unglücklichem Auftritt (19 Ballkontakte, zwei Torabschlüsse) zur Brust. "Manchester City war ohne Haaland ein besseres Team, auch wenn er in dieser Saison 40 Tore schießt", lautete das vernichtende Urteil des 49-Jährigen bei Twitter.
Obwohl City-Coach Pep Guardiola seinen Schützling im Nachgang verteidigte ("Wir müssen ihn öfter finden."), änderte dies nichts an der Tatsache, dass Haaland auch im dritten Spiel in Serie ohne eigenen Torerfolg blieb.
Viel schlimmer ist jedoch, dass sich nur drei Tage nach dem überraschenden Aus im League Cup (0:2) gegen den FC Southampton, seines Zeichens Tabellenschlusslicht der Premier League, nun auch der Traum vom dritten Meistertitel in Serie in Luft aufzulösen droht.
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Erling Haaland (vorne) und Kevin De Bruyne (Manchester City) nach der Derby-Pleite gegen Manchester United

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Arsenal enteilt City - doch Guardiola ist es egal

Schließlich zieht der FC Arsenal in der englischen Liga weiter unbekümmert seine Kreise an der Spitze und eilt von Sieg zu Sieg. Anders als Verfolger City krönten sich die Gunners am Sonntagabend gegen Tottenham Hotspur mit einem 2:0-Erfolg zum Derbysieger.
Die Mannschaft von Guardiolas einstigem Lehrling Mikel Arteta ist ohne Frage die Mannschaft der Stunde auf der Insel und mittlerweile seit zwölf Partien ungeschlagen. Der Vorsprung der Londoner auf die zweitplatzierten Skyblues beträgt nun bereits acht Punkte, weshalb die Mission Titelverteidigung für Guardiola und seine Mannen in weite Ferne rückt.
Richtig zu stören scheint dies den ehemaligen Bayern-Trainer allerdings nicht. "Die Premier League und der Carabao Cup (League Cup; Anm. d. Red.) sind mir egal, wir können nicht gewinnen", hisste Guardiola bei "BT Sport" bereits die Weiße Flagge im Meisterrennen und führte weiter aus: "Wir haben eine Menge gewonnen, also ist das kein Problem."
Eine bemerkenswerte Aussage, zumal sowohl City als auch Arsenal noch nicht einmal die Hälfte ihrer Ligapartien absolviert haben. Mit jenen Äußerungen stellte Guardiola einmal mehr unter Beweis, dass für ihn in dieser Spielzeit nur eine Trophäe zählt: Der Champions-League-Titel.

Alles für den Henkelpott: Guardiolas riskanter Plan

Seit Jahren jagt City dem Henkelpott vergeblich hinterher und auch Guardiola hat den prestigeträchtigen Pokal seit 2011 (mit dem FC Barcelona) nicht mehr geholt. Mit dem FC Bayern scheiterte er dreimal im Halbfinale, mit City erreichte er einmal das Endspiel (2021, 0:1 gegen Chelsea, d. Red.).
Jenen Makel in seiner überaus erfolgreichen Karriere möchte der Spanier in dieser Saison endlich ausmerzen, was er zuletzt auch ungewohnt offen nach außen kommunizierte. "Natürlich wäre meine Amtszeit unvollständig, wenn wir die Trophäe nicht gewinnen", betonte der 51-Jährige. Entsprechend ordnet Guardiola in seinem siebten Jahr in Manchester alles seinem großen Ziel unter.
"Wir haben es in der Vergangenheit schon mit all unserer Kraft versucht. Es ist die Trophäe, die wir nicht haben, und wir versuchen, sie zu gewinnen", so der Starcoach, der das Gefühl habe, dass der englische Vorzeigeklub den Titel "früher oder später" bekommen werde.
Ein Selbstläufer wird dies in der laufenden Saison allerdings keineswegs, zumal sich ManCity längst nicht mehr in der Form des vergangenen Spätherbstes befindet.
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Pep Guardiola

Fotocredit: Getty Images

ManCity: Champions League oder nix?

Die jüngsten Aussagen Guardiolas, dass der Meistertitel bei ihm keine Priorität habe, könnten nun dazu führen, dass seine Stars ein Stück weit die Spannung verlieren. Bereits nach dem Pokal-Debakel in Southampton hatte Kapitän Ilkay Gündogan die Einstellung der Skyblues infrage gestellt.
"Es ist sehr frustrierend und schwer zu akzeptieren, aber es ist ein wichtiges Warnsignal, um zurückzukommen zu den Tugenden, die wir in den vergangenen Wochen, vielleicht auch schon vor der WM, verloren haben", schlug der deutsche Nationalspieler Alarm.
Davon wollte Guardiola nach der Derby-Pleite gegen United jedoch nichts wissen. "Wir waren die ganze Zeit präsent", behauptete er. Nun gilt es, eben diese Präsenz auch in etwas Zählbares umzuwandeln, schließlich droht im schlimmsten Fall sogar die erste titellose Saison seit sechs Jahren.
Immerhin haben es die kommenden Aufgaben in den Pokalwettbewerben in sich: Im FA Cup trifft City in der 4. Runde ausgerechnet auf Arsenal (27. Januar). In der Königsklasse lautet der Achtelfinal-Gegner RB Leipzig (22. Februar / 14. März), der anders als der englische Meister nach der WM-Endrunde eine Erholungspause einlegen durfte.
Auf Guardiola, Haaland und Co. wartet auf dem Weg zum Henkelpott somit noch einiges an Arbeit.
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Quelle: Perform

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