Drei Dinge, die beim Manchester-Derby auffielen: Haaland macht Guardiola Angst
Manchester City hat ein historisches Stadtderby der Superlative gegen Manchester United mit 6:3 gewonnen. Matchwinner waren Erling Braut Haaland und Phil Foden, denen beiden ein Hattrick gelang. Teammanager Pep Guardiola gab danach dazu, dass die Statistiken des Norwegers "beängstigend" seien. Der Spanier hatte aber auch einiges beobachtet, das ihn nachdenklich stimmte. Drei Dinge, die auffielen.
Erling Braut Haaland (Manchester City)
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Man kann es für langweilig halten, dass sich Artikel zum Thema Manchester City seit Wochen fast immer um Erling Braut Haaland drehen.
Langeweile aber ist das Letzte, was aufkommt, wenn der Norweger für seinen neuen Klub aufläuft. Das war auch bei der 6:3-Gala im Stadtderby gegen Manchester United nicht anders.
Neu ist hingegen, dass Haaland bei seinen inzwischen regelmäßigen Hattrick-Darbietungen einen Mitstreiter bekommen hat: Phil Foden. Das Duo zerlegte die Abwehr der Red Devils in seine Einzelteile.
Dennoch offenbarte City gegen United auch ein paar Schwächen, die Teammanager Pep Guardiola prompt öffentlich thematisierte.
Citys Überfallkommando räumt ab
Wem gehört die Stadt? Fußballerisch den Skyblues - und das stellte die Auswahl von Guardiola mit einer gnadenlosen Anfangsphase klar. Nach zehn Minuten notierten die Statistiker 4:0 Torschüsse, 75:25 Prozent Ballbesitz und eine Zweikampfquote von 100 Prozent. Dazu traf Phil Foden (8.) zur Führung. Und: City kam bis dato ohne Foul aus!
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Manchester City: Erling Braut Haaland (li.) und Phil Foden (re.)
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Auf der United-Bank lieferten sich derweil Superstar Cristiano Ronaldo, Teammanager Erik ten Hag und Casemiro ob des Überfallkommandos von der anderen Seite ein unfreiwilliges Duell um das längste Gesicht.
Es war beeindruckend, wie die City den Stadtrivalen an die Wand spielte, Angriffswelle folgte auf Angriffswelle. "Aggressiv gegen den Ball und gut im Raum" habe man agiert, analysierte Guardiola die furiose Anfangsphase.
Nachdem Ilkay Gündogan per Freistoß noch am Pfosten gescheitert war, nahm Erling Braut Haaland die Sache in die Hand. Innerhalb von zehn Minuten erzielte der Norweger zwei Tore und legte den vierten Treffer für Foden überragend auf. Ein Teil der United-Anhängerschaft hatte genug gesehen - und verließ zur Pause das Etihad Stadium.
Haaland knackt BVB-Startrekord
Als Haaland im Januar 2020 zu Borussia Dortmund kam, rieben sich Fans, Verein und Teamkollegen die Augen. Der 19-Jährige erzielte in seinen ersten acht Ligaspielen sage und schreibe 13 Tore. Eine Sensationsbilanz. Nicht zu toppen. Von wegen! Durch seinen Hattrick im Derby gegen United überbot Haaland seinen Dortmunder Startrekord und steht nach acht Premier-League-Auftritten bei 14 Treffern. Da dem Stürmer auch noch drei Assists gelangen, hat er nun 17 Scorer-Punkte auf dem Konto. Phänomenal.
"Ja, das ist unglaublich, seine Zahlen sind beängstigend", staunte Pep Guardiola im "Sky"-Interview. Nun macht der Ausnahmespieler also nicht nur den Gegnern Angst, sondern ein bisschen auch dem eigenen Trainer.
Überrascht von den Wundertaten des ehemaligen BVB-Profis ist Guardiola indes nicht. "Erling hat das auch vorher schon gezeigt, in Norwegen, in Österreich, in Deutschland. Er hat überall getroffen." Dennoch: In Manchester stößt Haaland gerade in neue Dimensionen vor. Es war der dritte Hattrick in dieser Ligasaison für den 22-Jährigen.
Guardiola muss bereits Fragen danach beantworten, mit wie vielen Treffern denn Haaland die Spielzeit abschließen könne. Den Rekord, den bislang Alan Shearer und Andy Cole mit je 34 Toren halten, werde er doch locker packen, oder? Darum gehe es doch gar nicht, wiegelte der Coach ab. "Am Ende zählen Titel." Der Erfolg der Mannschaft fuße darauf, dass "die Jungs sich auf dem Platz helfen".
Und das tun sie. "Wir fühlen alle diese Leidenschaft, den Wunsch, nach vorne zu spielen, anzugreifen. Heute war es einfach großartig, mehr muss man nicht sagen", erklärte Haaland nach der historischen 6:3-Gala, die als torreichstes Manchester-Derby in die Geschichte eingeht.
Perfektion? Bleibt ein Traum für City
Pep Guardiola gilt als Perfektionist - und wird sie dennoch nie erreichen. "Perfektion existiert nicht", gab der 51-Jährige nach dem Derby zu Protokoll. Man werde aber "danach schauen", diesem Idealzustand möglichst nahezukommen. Vor allem in der ersten Halbzeit konnte den gemeinen Fußballfan der Verdacht beschleichen, dass er gerade vielleicht doch Zeuge fußballerischer Perfektion wird.
Sah Guardiola - natürlich - differenzierter. "Wir können so vieles besser machen", so der Spanier und nannte stellvertretend die Passgenauigkeit. Auch seien nicht alle Spieler immer am obersten Leistungsniveau gewesen. Und: "Am Ende waren wir platt." Die drei Gegentreffer in den zweiten 45 Minuten, die daraus resultierten, können dem Coach nicht gefallen.
Den kompletten Spielverderber wollte aber auch Guardiola nicht geben und verteilte Extralob an die Adresse von Foden. "Die Laufleistung und die Gier, die Phil zeigt, sind die Gründe, weshalb er immer spielt. Er hat sich diese Tore absolut verdient." Tatsächlich erwischte der 22-Jährige einen Sahnetag.
"So eine Leistung im Derby ist ein Traum", schwärmte der zentrale Mittelfeldspieler von der Gesamtleistung der Mannschaft. "Wir haben vom Anpfiff an Hingabe gezeigt und unsere Chancen genutzt."
Initiiert wurde das Offensivspektakel häufig von Kevin De Bruyne. Eine Augenweide das Zuspiel des Belgiers mit Effet an den langen Pfosten vor dem 3:0 durch Haaland. De Bruyne orchestrierte das City-Spiel in beeindruckender Weise. Da konnte es sich Guardiola sogar leisten, den Superstrategen nach 75 Minuten vom Feld zu nehmen.
"Es war ein guter Nachmittag für uns", befand der Trainer, "jeder im Stadion war glücklich". Aber Perfektion? Auf gar keinen Fall!
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Quelle: Perform
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