Manchester United - Antony teurer als Cristiano Ronaldo: Das ist ten Hags neuer Offensiv-Star
Manchester United treibt seine Kaderplanung weiter voran und hat einen regelrechten Transfer-Coup gelandet. Die Red Devils gaben am Dienstag die Einigung mit Antony von Ajax Amsterdam bekannt. Der Ex-Schützling von United-Coach Erik ten Hag avanciert mit einer Ablöse von angeblich bis zu 100 Millionen Euro zum teuersten Neuzugang der Klubgeschichte. Doch was macht den Flügelflitzer so besonders?
Antony im Trikot von Ajax Amsterdam
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Mats Hummels verstand die Welt nicht mehr.
"Ich habe wirklich keine Ahnung, wie man als Schiedsrichter auf angeblichem Champions-League-Niveau auf die Idee kommt, Rot zu geben", attackierte Borussia Dortmunds Innenverteidiger im November des vergangenen Jahres Schiedsrichter Michael Oliver nach der 1:3 (1:0)-Heimpleite gegen Ajax Amsterdam.
Grund für Hummels' Entrüstung war der Platzverweis, den Oliver gegen den 33-Jährigen nach dessen Einsteigen gegen Ajax-Offensivmann Antony aussprach (29.).
Doch nicht nur der Unparteiische bekam am "DAZN"-Mikrofon sein Fett weg. "Die Schauspielerei meines Gegenspielers sollte man nicht außer Acht lassen. Das war grob unsportlich. Antony ist ein super Fußballer, jetzt muss er noch lernen, Sportler zu werden", lautete das harte Urteil des deutschen Nationalspielers.
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Antony (l./Ajax Amsterdam) im November 2021 im Zweikampf mit Mats Hummels (Borussia Dortmund)
Fotocredit: Imago
Halb Europa jagt Antony
Rein fußballerisch gesehen gab es dagegen am Auftritt des Brasilianers an jenem Abend nur wenig zu beanstanden. Der Außenstürmer sorgte ein ums andere Mal für Gefahr und besiegelte letztlich mit zwei späten Torvorlagen die Niederlage des BVB.
Jene Leistungen sind auch den Topteams der Branche nicht verborgen geblieben. Nahezu halb Europa - darunter angeblich auch der FC Bayern - hat sich dem Vornehmen nach mit dem 22-Jährigen beschäftigt. Den Zuschlag hat letztlich Manchester United erhalten, wie der Klub am Dienstag in den Sozialen Medien bestätigte. Dem englischen Rekordmeister sind Antonys Dienste offenbar bis zu 100 Millionen Euro (Bonuszahlungen inklusive) wert.
Doch was macht den Flügelflitzer eigentlich so begehrt?
Antony: Frecher Tempo-Dribbler mit Hang zur Übertreibung
Antony hat sich während seines rund zweieinhalbjährigen Engagements in Amsterdam zunehmend zu einem kompletten Angreifer entwickelt, der seine Stärken unweigerlich im Eins-gegen-Eins besitzt, dabei allerdings nicht die Defensivarbeit vernachlässigt.
"Antony ist großartig darin, Verteidiger auszutricksen, er spielt einfach mit ihnen, egal ob in der Eredivisie oder auf europäischer Ebene. Allerdings ist er auch ein Teamplayer, der seine Mitspieler immer wieder in Szene setzt und dadurch viele Tore vorbereitet. Er musste lernen, mehr gegen den Ball zu arbeiten und genau das hat er auch getan", schwärmt Fußball-Experte Kevin van Nunen von Eurosport in Amsterdam.
Der Rechtsaußen sorgte in der vergangenen Saison mit wettbewerbsübergreifend zwölf Treffern und zehn Vorlagen (in 33 Spielen) für Furore. Auch in der noch jungen Spielzeit verbuchte er in drei Partien bereits vier Scorerpunkte (zwei Tore, zwei Assists).
Bei aller Qualität gibt es in mancher Hinsicht jedoch noch ein wenig Luft nach oben, wie van Nunen betont: "Er ist frech und probiert manchmal einen Trick zu viel, aber das ist in Ordnung, weil er noch jung ist."
Antony: Erinnerungen an den jungen Ronaldo werden wach
Genau jenen Eigenschaften ist es zu verdanken, dass sich Antony bereits zu diesem frühen Zeitpunkt seiner Karriere ersten Vergleichen mit einem anderen Weltstar, der gegenwärtig bei Manchester United unter Vertrag steht, konfrontiert sieht. "Ich möchte ihn sicher nicht als den neuen Cristiano Ronaldo bezeichnen, aber er erinnert mich ein Stück weit an den jungen CR7", so der Eurosport-Experte weiter.
Apropos Ronaldo: Keinen geringeren als den fünfmaligen Weltfußballer, der Gerüchten zufolge nach wie vor mit einem Abschied aus Manchester liebäugelt, soll Antony bei den Red Devils nun vergessen machen - zweifelsohne eine Herkulesaufgabe für den Außenstürmer, der bis vor etwas mehr als zwei Jahren noch in seiner Heimat für den FC Sao Paulo kickte.
Der trickreiche Youngster debütierte Ende 2018 mit 18 Jahren in der ersten brasilianischen Liga und entwickelte sich bei seinem Jugendklub innerhalb kürzester Zeit zum Leistungsträger. Es dauerte nicht lange, bis Ajax auf Antony aufmerksam wurde und ihn im Sommer 2020 für eine Ablöse von rund 20 Millionen Euro unter Vertrag nahm.
Unter dem damaligen Übungsleiter Erik ten Hag - heute Trainer von ManUnited - reifte der 22-Jährige zum Nationalspieler und gewann 2021 gemeinsam mit der Seleçāo Olympia-Gold in Tokio. "Man kann durchaus sagen, dass Antony bei Ajax die Erwartungen übertroffen hat", bilanziert van Nunen.
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Antony (l.) und Daley Blind - Ajax Amsterdam
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Ajax-Abschied mit Nebengeräuschen
Der nächste logische Schritt ist nun der Wechsel in die Premier League. Gänzlich frei von Nebengeräuschen läuft der geplante Abschied jedoch nicht ab.
Obwohl Antony seinen Wechselwunsch im Interview mit Transfer-Experte Fabrizio Romano kürzlich noch einmal öffentlich bekräftigte ("Ich will weg"), kam der niederländische Rekordmeister jenem Wunsch lange Zeit nicht nach.
Auf einen möglichen Abgang seines Schützlings angesprochen, entgegnete Ajax-Coach Alfred Schreuder noch am Montag gereizt: "Ich habe mehr als genug über dieses Thema gesagt. Heutzutage geht es immer nur um Geld. Das ist sehr traurig, aber das ist unsere Welt. Ich bin mit solchen Vorgehen überhaupt nicht einverstanden."
Ajax soll zunächst ein Angebot von United in Höhe von 90 Millionen abgelehnt haben. Die Red Devils besserte dem Vernehmen nach deshalb auf 95 Millionen nach, dazu könnten noch Bonuszahlungen in Höhe von rund fünf Millionen kommen, wodurch Antony zum teuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte aufsteigt.
Von etwaigen Champions-League-Abenden wie im November des Vorjahres in Dortmund wird sich der Brasilianer zunächst einmal jedoch verabschieden müssen, da United in der laufenden Spielzeit mit der Europa League vorliebnehmen muss. Sollte seine Entwicklung jedoch weiter so steil nach oben gehen, dürfte der nächste Auftritt in der Königsklasse lediglich eine Frage der Zeit sein.
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Die Lederhose sitzt: Bayern-Neuzugänge zeigen sich in Tracht
Quelle: Eurosport
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