FC Liverpool im Kaufrausch – Rekordtransfer Wirtz und 95-Millionen-Mann Ekitiké: Warum die Reds so viel Geld ausgeben können
Der FC Liverpool präsentiert sich in diesem Transfersommer äußerst spendabel. Mehr als 300 Millionen Euro stehen aller Voraussicht nach auf der Ausgabenseite des englischen Meisters. Fast die Hälfte davon ging für Rekordmann Florian Wirtz von Bayer Leverkusen drauf, Eintracht Frankfurts Hugo Ekitiké wird nur geringfügig günstiger. Warum sitzt das Geld an der Mersey aktuell so locker?
Florian Wirtz ist Liverpools neuer Rekordtransfer
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Man könnte dieser Tage annehmen, unter dem Stadion an der Anfield Road sei eine unversiegbare Geldquelle entdeckt worden. Auch der Verdacht, dass Arne Slot womöglich eine erfolgreiche Ausbildung zum Alchemisten absolviert hat, drängt sich angesichts des Liverpooler Kaufrauschs auf.
40 Millionen Euro für Jeremie Frimpong von Bayer Leverkusen, 45 Millionen Euro für Milos Kerkez vom AFC Bournemouth, knapp 150 Millionen Euro (inklusive Boni) für Frimpongs Kumpel Florian Wirtz, der damit zum Rekordtransfer der Premier League avancierte. Hugo Ekitiké kommt überdies aus Frankfurt an die Mersey - für kolportierte 95 Millionen Euro. Macht nach Adam Riese 330 Millionen Euro.
330 Millionen Euro für neues Personal, während auf der Seite der Einnahmen bis dato "lediglich" 63 Millionen Euro stehen. Selbst mathematische Tiefflieger erkennen, dass sich das nicht rechnen kann. Doch woher kommt das ganze Geld beim amtierenden englischen Meister.
Vorab: Liverpool gehört - und das ist für einen Premier-League-Klub alles andere als unüblich - einer Investorengruppe. Seit 2010 zeichnet die US-amerikanische Fenway Sports Group um Gründer John W. Henry, zu der auch der berühmte Baseball-Verein Boston Red Sox zählt, die wirtschaftlichen Geschicke beim Traditionsverein.
reds sparsamer als andere Schwergewichte
Und das macht sie - im Vergleich zu anderen Investoren auf der Insel - durchaus mit Weitsicht.
Natürlich waren Darwin Nunez (85 Millionen Euro), Virgil van Dijk (84 Millionen Euro) oder Alisson Becker (72 Millionen Euro) kostspielige Neuzugänge, allerdings erstreckten sich die Einkäufe über die vergangenen sieben Jahre.
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Liverpools Haupteigentümer John Henry und Ehefrau Linda Pizzuti Henry
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Während der LFC seit 2015 rund eine Milliarde Euro in neues Personal investierte, gaben Manchester City und der FC Chelsea mehr als zwei Milliarden Euro auf dem Transfermarkt aus, bei Liverpools Dauerrivalen Manchester United waren es knapp 1,7 Milliarden Euro.
Dennoch sprangen für die Reds in besagter Dekade zwei Meistertitel (2020 und 2025) und ein Champions-League-Sieg (2019) heraus, die Red Devils warten seit 2013 auf einen Triumph in Englands Beletage, in der Königsklasse liegt der letzte Titel schon 17 Jahre zurück.
Liverpool im Sommer 2024 mit Transferplus
Das verhältnismäßig "sparsame" Transfergebaren sowie der sportliche Erfolg bedeuten volle Kassen. Im vergangenen Sommer gab Liverpool für Giorgi Mamardashvili und Federico Chiesa nur 42 Millionen Euro aus, 47 wurden aus Spielerverkäufen generiert. Laut "Liverpool Echo" belaufen sich die jüngsten Einnahmen aus Liga und Champions League auf knapp 300 Millionen Euro, auch die erhöhte Stadionkapazität wird sich erstmals monetär auszahlen.
Außerdem: Das Transferfenster ist noch weit über einen Monat geöffnet, freilich kann und wird sich auch in puncto Abgängen noch etwas tun. Darwin, der seit seiner Ankunft im Sommer 2022 nie vollumfänglich zu überzeugen wusste, dürfte noch reichlich Geld in die Kassen spülen.
Darwin und Díaz bald weg?
Die SSC Neapel gilt als aussichtsreichster Kandidat auf eine Verpflichtung des Uruguayers, eine erste Offerte über 55 Millionen Euro lehnte Liverpool dem Vernehmen nach ab. Auch Luis Díaz hat in diesem Sommer einen Markt. Nachdem sich der FC Barcelona aufgrund der Verpflichtung von Marcus Rashford aus dem Poker um den kolumbianischen Nationalspieler zurückgezogen hat, rechnet sich der FC Bayern gute Chancen aus.
Der deutsche Rekordmeister müsste für Díaz‘ Dienste um die 75 Millionen Euro berappen. Angewiesen ist Liverpool auf die Díaz-Millionen jedoch nicht, der Verein steht dank der vergangenen Jahre auf sicheren Beinen, hat seine Finanzen – wie es das "Liverpool Echo" formulierte - "im Griff."
Ganz ohne Geldquelle unter dem Stadion, ganz ohne Alchemie.
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