RB Leipzig ist DFB-Pokalsieger 2022. Die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco setzte sich im Endspiel im Berliner Olympiastadion mit 4:2 im Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg durch.
Maximilian Eggestein hatte die Breisgauer in Führung gebracht (19.). Christopher Nkunku glich in Unterzahl für Leipzig aus (76.), Marcel Halstenberg hatte zuvor für eine Notbremse die Rote Karte gesehen (57) gesehen.
Im Elfmeterschießen scheiterten Christian Günter und Ermedin Demirovic für Freiburg, bei Leipzig trafen alle bis dahin angetretenen Spieler.
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Drei Dinge, die uns beim Pokalfinale auffielen.

1. Rot als Wendepunkt – pro Leipzig

Zum ersten Mal seit elf Jahren standen weder der FC Bayern München noch Borussia Dortmund im Pokalfinale in Berlin. Zuletzt war dies 2011 der Fall, als Schalke 04 den MSV Duisburg 5:0 abfieselte. Dass weder der Serienmeister noch der regelmäßige Vize-Meister dabei waren, merkte man dem Niveau der Partie an.
Zwar standen sich im Berliner Olympiastadion der Tabellenvierte und der Tabellensechste der abgelaufenen Bundesligasaison gegenüber – RB war sogar die punktemäßig beste Mannschaft der Rückrunde – die Qualität des Spiels ließ aber sehr zu wünschen übrig.
Beide Mannschaften setzten von Beginn an auf Sicherheit und entschieden sich für die Defensivvarianten der Fünferkette. Weder Freiburg noch Leipzig ließen Struktur und klare Abläufe in ihrem Offensivspiel erkennen. Beide Teams verloren die Bälle viel zu schnell und kamen so auch kaum in die gefährlichen Zonen.

Tedesco und Mikrofon fallen Bierdusche zum Opfer

Dass Freiburg mit dem ersten brauchbaren Angriff in Führung ging, spielte dem Sportclub in die Karten, so dass sich die Breisgauer noch weiter aufs Verteidigen konzentrieren konnten. Bei Leipzig führte der Rückstand zu noch größerer Nervosität, die aufgrund der zwei verlorenen Finals 2019 und 2021 ohnehin schon zu spüren war.
Als Leipzig nach der Pause etwas mehr Kontrolle über das Spiel gewann, schienen sich die Sachsen ihre aufkeimende Dominanz mit dem Platzverweis für Marcel Halstenberg selbst zunichte zu machen. Doch es kam anders. Die Rote Karte war der Wendepunkt der Partie, aber am Ende profitierten die Leipziger mehr davon als die Freiburger.
Dem SCF gelang es nicht, das Spiel mit einem Mann mehr zu kontrollieren und Leipzig erarbeitete sich den verdienten Ausgleich. Danach beherrschten zum Teil übertriebene Emotionen auf beiden Seiten die Partie. Aber die personelle Überlegenheit der Breisgauer war nie zu spüren, auch wenn sie durch den Fehlschuss von Demirovic aufs leere Tor in der 104. Minute die Chance zur erneuten Führung hatten. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass Leipzig mehr fürs Spiel tat und in der 119. Minute einen Elfmeter hätte bekommen müssen.
Und so fand eine intensive, unterhaltsame und spannende, aber sicher nicht hochklassige Partie ihre Entscheidung im Elfmeterschießen.

Marcel Halstenberg im Duell mit Lucas Höler

Fotocredit: Getty Images

2. Die Handspielregel bleibt ein Graus

Es gibt wohl kaum eine Regel im Fußball, die so viele Diskussionen auslöst und die auch so viele Interpretationen zulässt wie die Handspielregel. Es vergeht kein Spieltag, an dem nicht mindestens eine Szene rauf und runter diskutiert wird. Mit der Einführung des VAR gerieten Handspiele noch einmal zusätzlich ins Blickfeld. Nicht selten beugen sich auch die Assistenten im Kölner Keller über Szenen, drehen und wenden sie hin und her. Zuletzt beim Relegationsspiel Hertha gegen HSV.
Und auch beim Pokalfinale durfte eine umstrittene Handszene nicht fehlen. Dem Führungstreffer des SC Freiburg durch Maximilian Eggestein ging ein für jeden sichtbares Handspiel von Roland Sallai voraus.

Streich erklärt: Darum nahm der Freiburg-Coach die Medaille ab

Aber für Regelkundige war sofort klar, dass hier kein strafbares Handspiel vorlag – und das Tor damit legal erzielt wurde. Vor der Saison wurde dieser Passus der Regel erst angepasst. Seitdem ist ein unabsichtliches Handspiel nur mehr strafbar, wenn der Spieler, der mit der Hand am Ball ist, auch das Tor erzielt. Es ist also mit der neuen Handspielregel nicht mehr strafbar, wenn nach dem Handkontakt ein Mitspieler unmittelbar danach ein Tor erzielt.
Die Frage, die sich bei diesem Treffer von Eggestein aber wieder einmal stellt: Entspricht diese Regel auch dem Sinn des Spiels? Wohl eher nicht - und das kann am Ende keinen zufrieden stellen.

3. Statement-Game von Nico Schlotterbeck

Natürlich war auch Bundestrainer Hansi Flick beim Pokalfinale in Berlin. Und natürlich wurde er im Interview vor der Partie auch zu seinem Neu-Nationalspieler Nico Schlotterbeck gefragt. "Er ist ein Spieler, der sehr selbstbewusst ist, und auch mit dem Ball weiß, was er zu tun hat", sagte Flick über den zukünftigen Spieler von Borussia Dortmund.
Flick hat bisher keine Gelegenheit ausgelassen, das selbstbewusste Auftreten des 22-Jährigen zu thematisieren. Das Wörtchen "zu" muss man sich vor "selbstbewusst" immer dazu denken. Flick hat beim Thema Hierarchie und Auftreten feine Antennen, er erwartet von jungen Spielern auch, dass sie sich unterordnen und ihre Rolle kennen.
In Freiburg ist bzw. war Schlotterbeck aber unumstrittener Führungsspieler. Und das untermauerte er mit seinem Auftritt in Berlin. Der Verteidiger strahlte große Sicherheit aus, brachte Körperlichkeit auf den Platz und strotzte nur so vor Mentalität. Selten wurden Defensivaktion so gefeiert wie in diesem Pokalfinale.
Aber auch offensiv setzte er immer wieder Akzente, spielte gute Bälle nach vorne und marschierte auch mit dem Ball am Fuß in die gegnerische Hälfte, ohne dabei Übersicht und Ruhe zu verlieren. Es war eine Leistung, wie man sie sich in seinem letzten Spiel für seinen Verein eigentlich nur wünschen kann. Nur das Resultat passte nicht.
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