Werder Bremen feiert Klassenerhalt: Trainer Florian Kohfeldt entschuldigt sich

Der SV Werder Bremen bleibt in der Bundesliga. Mit zwei Remis in der Relegation gegen den FC Heidenheim (0:0, 2:2) sicherte sich das Team von Florian Kohfeldt die Klasse. Mit der Ambition "Europa" in die Saison gegangen, haben die Hanseaten gerade so das Schlimmste abgewendet. Der Druck zerrte an den Nerven. Was die Zukunft auch bringen mag, am Montagabend herrschte einfach nur Erleichterung vor.

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Florian Kohfeldt stand nach dem 2:2 im Relegations-Rückspiel gegen den FC Heidenheim, der Partie, die ihm den Bundesliga-Klassenerhalt sicherte, die ganze Saison ins Gesicht geschrieben. Euphorie, Angst, Druck, Unsicherheit, Leidenschaft, Erleichterung. Der Trainer des SV Werder Bremen wusste am Montagabend nicht genau wohin mit seinen Emotionen.
Bevor er sich den Fragen der Presse stellte, hatte er noch mal Marco Bode, den Aufsichtsratsvorsitzenden, fest in den Arm genommen. Gerade ihn, der ihn immer gestützt hatte, als sich im Winter ein Heer von Kritikern auf Kohfeldt stürzte.
"Wir waren so oft tot. Und wir sind immer wiedergekommen. Es ist ein unglaublicher Druck, der von allen abfällt", sagte Kohfeldt in die Kamera bei der Übertragung von "Amazon Prime" und fügte an: "Sorry für die scheiß Saison…"

Kohfeldt mit derben Schlusswort

"Ich bin einfach nur froh und glücklich, dass wir es doch noch geschafft haben", sagte Bremens Coach Florian Kohfeldt bei "DAZN", um letztlich ein derbes, aber passendes Schlusswort zu finden: "Scheiß Saison, gutes Ende."
Der viermalige Meister, der lediglich 1980/81 zweitklassig gewesen war, ging in einem umkämpften Geisterspiel bereits in der dritten Minute durch ein Eigentor von Norman Theuerkauf in Führung, Ludwig Augustinsson (90.+4) legte erst in der Nachspielzeit nach. Heidenheim mühte sich redlich, doch der Doppelpack von Tim Kleindienst (85./90.+7, Foulelfmeter) reichte nicht zum erhofften Wunder. Mit gesenkten Köpfen gingen die Gastgeber in die Kabine, während alle Grün-Weißen auf dem Rasen tanzten.
Eine Analyse des von viel Nervosität geprägten Duells wollte kein Bremer mehr betreiben. "Das fällt mir nun wirklich schwer", stammelte ein emotional ausgelaugter Werder-Kapitän Davy Klaassen. "Wenn man sieht, wie schwer alles gewesen ist, ist die Erleichterung natürlich groß. Wir sind auf jeden Fall stolz, dass wir weiter in der Bundesliga spielen", ergänzte er noch.
Die Bremer werden eine Weile brauchen, bis sie die nervenzehrende Saison verarbeitet haben und bis zum Beginn der neuen einige offenen Fragen beantworten müssen.
Auf die aktuelle Freude wird aber wohl auch schnell die harte Realität folgen. Finanziell ist der Verein stark angeschlagen, die fehlenden Zuschauereinnahmen durch die Corona-Krise hat die Lage stark erschwert. Spielraum auf dem Transfermarkt gibt es somit kaum.

Bange Blicke in die Zukunft

Sportdirektor Frank Baumann hatte zuletzt schon angemerkt: "Die ganz großen beziehungsweise die Masse an Transfers wird es nicht geben, weil die Umsätze sich reduzieren. Die Umsätze werden im Sommer signifikant einbrechen."
Zudem fällt ihm selbst etwas auf die Füße, was im vergangenen Sommer noch als cleverer Kniff durchging. Mit dem BVB und der TSG Hoffenheim handelte er Leihdeals bis Saisonende für Ömer Toprak und Leonardo Bittencourt aus. Allerdings besteht nach dem Klassenerhalt nun eine Kaufverpflichtung für beide. Toprak kostet 6,4 Millionen Euro, Bittencourt sieben Millionen. Vom HSV kommt Martin Harnik zurück auf die Payroll. Und ob in diesen Zeiten wirklich ein Verein die festgeschriebene Ablöse von 38 Millionen Euro für Milot Rashica zahlt, ist auch zweifelhaft.
Und was ist wirklich dran an den Gerüchten um Kohfeldt, der angeblich mit anderen Klubs in Verbindung stehen soll?
Der Coach selbst hat sich für die nächsten Tage immerhin seine eigene Taktik zurechtgelegt. Sein Motto: "Nix sehen, nix hören. Handy abgeben und genießen."
Es sei ihm gegönnt. Nach dieser "sch... Saison".
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