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Star-Karussell in Turin: So plant Juventus die Zukunft

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Juventus Turin: Bonucci, Buffon und Ronaldo (v.l.n.r.)

Fotocredit: Getty Images

VonTobias Laure
26/03/2020 Am 12:13 | Update 01/04/2020 Am 14:20

Juventus Turin steckt in der Zwickmühle. Der italienische Rekordmeister muss während der Corona-Pandemie einen Umbruch planen, der dringend notwendig ist. Zwar führt der Traditionsklub die Tabelle der Serie A an, trotzdem braucht der Kader eine Verjüngungskur. Die aber ist nur zu haben, wenn sich für einige Stars ein neuer Verein findet. Eine Aufgabe, die sich kompliziert gestaltet.

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Eurosport.de ordnet in einer Serie die Lage rund um die europäischen Top-Klubs ein und blickt auf die kommende Transferphase voraus.

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Die große Transfer-Frage: Gelingt der Umbruch?

Seit 2012 heißt der Meister in Italien Juventus Turin, achtmal in Serie holte der Klub den Scudetto in den Piemont. Sportlich also alles bestens? Nicht unbedingt, wie Fußball-Experte Simone Eterno von Eurosport Italien erläutert. "Klar, jeder weiß um die Stärke von Juventus. Was aber häufig übersehen wird, ist die Tatsache, dass Turin in der Serie A die im Durchschnitt älteste Startelf hat. Das ist ein Problem." Vor allem in Mittelfeld und Angriff fehle es dem Rekordmeister an jungem Blut.

Die "Alte Dame" ist alt geworden. Superstar Cristiano Ronaldo steht mit seinen 35 Jahren symbolisch dafür, dass es vor allem die Routiniers sind, die Juventus auf Kurs halten. Mit 21 Toren bei 22 Ligaeinsätzen hat der Portugiese als Toptorjäger seines Teams entscheidenden Anteil an der Tabellenführung. Die aber ist knapp, Lazio Rom sitzt dem Abonnement-Champion mit nur einem Zähler Rückstand im Nacken. Wie es im Meisterkampf weitergeht, hängt freilich vom Verlauf der Corona-Pandemie ab, die Italien weltweit am härtesten getroffen hat. Mit Paulo Dybala, Daniele Rugani und Blaise Matuidi wurden bereits drei Juventus-Profis positiv auf das Virus getestet. Die Serie A ruht mindestens bis 3. April, für die Zeit danach soll die Lage neu bewertet werden.

Transferziel Nummer eins: Paul Pogba

Manchester United, Juventus Turin, Manchester United - und bald wieder Juventus? Das Pendeln zwischen den Red Devils und den Bianconeri könnte weitergehen für Paul Pogba. "Juve braucht ein Upgrade im Mittelfeld, denn Sami Khedira, Blaise Matuidi, Aaron Ramsey und auch Miralem Pjanic haben nicht ihre beste Saison gespielt", legt Eterno den Finger in die Wunde. Der 27-Jährige habe "noch etwas zu beweisen in Turin", wenngleich Pogbas Ausbeute aus seinen ersten Jahren bei Juventus gigantisch ist. Vier Meistertitel, zwei Pokalsiege und drei Supercup-Erfolge feierte der Franzose zwischen 2012 und 2016 mit Turin, dazu gelang 2015 der Einzug ins Finale der Champions League.

Paul Pogba - von Manchester United zu Juventus Turin?

Fotocredit: Getty Images

Pogbas Marktwert wird von "transfermarkt.de" auf rund 100 Millionen Euro taxiert, sein Vertrag in Manchester läuft noch bis 30. Juni 2021. "Es ist aber nicht gesagt, dass er bei einem Transfer in Turin landet. Real Madrid soll ebenfalls Interesse haben und war schon 2016 an Pogba dran, als der von Juventus zu United wechselte", sagt Eurosport-Experte Eterno.

Große Namen, die zur Debatte stehen:

Klingt komisch, ist aber so: Juventus hat eine ganze Reihe an Stars in seinen Reihen, die wohl zum Verkauf stehen - aber keinen Abnehmer finden. "Das ist auf den ersten Blick nicht so leicht zu verstehen", erklärt Eterno. "Der Klub würde Spieler wie Gonzalo Higuaín oder Khedira verkaufen, aber es gibt einfach keine Vereine, die die entsprechenden Summen bezahlen würden."

Das Problem ist nicht neu, bereits in der vergangenen Transferperiode tat sich Juventus schwer, Mario Mandzukic und Higuaín einem neuen Klub schmackhaft zu machen. "Es liegt auf der Hand. Beide sind Ü30-Spieler, beide sind hohe Gehälter gewohnt und niemand wollte einen der beiden zu diesen Konditionen verpflichten. Das ist auch der Grund, weshalb Dybala fast bei Manchester United gelandet wäre - denn er war der einzige Juventus-Star, der auf dem Markt wirklich für andere Topvereine wirklich attraktiv war", führt Eterno aus. Mandzukic landete letztlich beim al-Duhail Sports Club in Katar, Higuaín blieb der "Vecchia Signora" erhalten.

Und was ist eigentlich mit ... Gianluigi Buffon und Giorgio Chiellini?

Der große alte Mann der Torhüter-Zunft und der Kapitän von Juventus haben in Turin Legenden-Status. Doch sowohl der Vertrag von Gianluigi Buffon als auch der von Giorgio Chiellini laufen am 30. Juni aus - und dann? Ein Jahr, so ist es Konsens unter den meisten Experten, werden bei wohl noch dranhängen.

Gianluigi Buffon

Fotocredit: Getty Images

Trainer Maurizio Sarri würde vor allem eine Vertragsverlängerung mit Chiellini in eine heikle Situation bringen. "Die Zukunft in der Innenverteidigung gehört ohne Zweifel Matthijs de Ligt und Merih Demiral. Das führt dazu, dass Sarri dann Chiellini und Leonardo Bonucci auf die Bank setzen müsste - eigentlich undenkbar", so Eterno. Bei Buffon ist die Situation einfacher. Der 42-Jährige war schon in der laufenden Saison auf Abruf da, kam in Meisterschaft, Pokal und Champions League zu insgesamt elf Einsätzen. Gut vorstellbar, dass der ewige Gigi weiterhin den Feuerwehrmann hinter Stammkeeper Wojciech Szczesny spielt.

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