Cristiano Ronaldo trottete entgeistert über den Rasen des Juventus Stadiums.

Ähnlich wie auch seinen Mannschaftskollegen wollte dem portugiesischen Superstar am 14. Spieltag der Serie A gegen den AC Florenz nichts gelingen. Nach frühem Rückstand (3.) und Platzverweis für Juan Cuadrado (18.) wurde Ronaldo zu allem Überfluss auch noch der vermeintliche 1:1-Ausgleichstreffer aufgrund einer Abseitsstellung aberkannt (57.).

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Ein später Doppelschlag (76./81.) besiegelte schließlich Juves erste Saisonniederlage (0:3) und sorgte für lange Gesichter bei Trainer-Novize Andrea Pirlo und seinen Schützlingen.

"Wir sind das Spiel schlecht angegangen, haben die Einstellung, das Spiel um jeden Preis gewinnen zu wollen, vermissen lassen. Wir haben vielleicht schon an den bevorstehenden Urlaub gedacht - und das darf nicht passieren. Das hilft uns aber dabei, solche Fehler in Zukunft nicht mehr zu machen", kritisierte der Juve-Coach.

Juve hechelt Milan und Inter hinterher

Die Klatsche gegen die Fiorentina war gleichzeitig Juves höchste Heimpleite in der Serie A seit dem 10. Januar 2010 gegen den AC Mailand (0:3). Damals leitete ein gewisser Ciro Ferrara die Geschicke an der Seitenlinie, der die Alte Dame am Ende der Spielzeit 2010/11 auf Platz sieben führte.

Apropos Milan: Während Juventus in der kurzen Weihnachts-Verschnaufpause seine Wunden leckt, thronen die weiter ungeschlagenen Rossoneri an der Tabellenspitze (34 Zähler), dicht gefolgt vom Stadtrivalen Inter (33 Punkte).

Der amtierende Meister aus Turin kommt dagegen weiter nicht richtig in Tritt und hechelt auf Platz sechs mit zehn Punkten Rückstand der Spitzengruppe hinterher. Gleich sechsmal mussten die Bianconeri in der laufenden Spielzeit bereits die Punkte teilen (bei sechs Siegen).

"Pirlo versucht, dem Team seine Spielphilosophie einzuimpfen. Er hat dafür aber weder genügend Zeit noch Trainingseinheiten, um dies bestmöglich umzusetzen", konstatierte Fußball-Experte Davide Bighiani von Eurosport in Mailand.

Cristiano Ronaldo - Juventus-Fiorentina - Serie A 2020/2021 - Getty Images

Fotocredit: Getty Images

Ronaldo allein auf weiter Flur

Viel Zeit bleibt dem 41-Jährigen aber auch in der verkürzten Winterpause nicht, schließlich steht am 6. Januar bereits der große Showdown im Giuseppe-Meazza-Stadion gegen Milan an - zweifelsohne ein Sechs-Punkte-Spiel für Juve, um noch in das Rennen um den Scudetto eingreifen zu können.

Ronaldo nahm deshalb auch seine Mitspieler in die Pflicht. "Wir wissen, dass wir mehr investieren müssen, um besser zu spielen und um kontinuierlicher zu gewinnen. Denn wir sind Juventus", war kürzlich auf seinem Instagram-Kanal zu lesen. Der Vize-Weltfußballer des Jahres 2020 befindet sich in bestechender Form (12 Tore in zehn Partien), bekommt jedoch schlichtweg zu wenig Unterstützung von seinen Offensivkollegen.

So reichen Álvaro Morata, der bis dato eher als Vorlagengeber (sechs Assists) denn als Vollstrecker in Erscheinung trat, vier Tore, um sich auf Platz zwei der internen Torjägerliste hinter CR7 einzureihen. Auch der hoch veranlagte Paulo Dybala bleibt mit lediglich einem Treffer deutlich hinter den Erwartungen zurück. "Juventus ist nach wie vor zu abhängig von Ronaldo", lautet daher auch das Fazit von Bighiani.

Während die Hintermannschaft um Leonardo Bonucci und Matthijs de Ligt zurück zu alter Stärke gefunden hat (13 Gegentore), drückt der Schuh in der Offensive mit nur 25 erzielten Treffern (Inter 34, Milan 32) doch deutlich.

"Inter ist der Favorit - Milan und Juve die ersten Verfolger"

Doch können die Konkurrenten die Schwächephase der Bianconeri in dieser Spielzeit ausnutzen und die mittlerweile neun Jahre andauernde Juve-Dominanz tatsächlich brechen?

"Der AC Milan hat in den vergangenen Wochen ohne Ibrahimovic weit über seinen Verhältnissen gespielt. Es ist somit davon auszugehen, dass sie noch einen Leistungsabfall erleben werden. Dagegen könnte der Wegfall der Dreifachbelastung für Inter im Nachgang zu einem Glücksfall werden. Meine Prognose lautet daher: Inter ist der Favorit - Milan und Juve die beiden ersten Verfolger", konstatiert Eurosport-Experte Bighiani.

Trotz eines äußerst durchwachsenen Saisonstarts ist es somit keineswegs ausgeschlossen, dass Ronaldo und Co. den Rasen des Juventus Stadiums bald erneut mit Silberware anstatt mit hängenden Köpfen verlassen werden.

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