Das schlug ein wie eine Bombe.
Am 31. August verkündete Juventus Turin offiziell den Abgang von Superstar Cristiano Ronaldo. Den fünfmaligen Weltfußballer zog es nach drei Jahren bei der Alten Dame zurück zu Ex-Klub Manchester United.
"Ich habe mein Herz und meine Seele für Juventus gegeben und werde die Stadt Turin bis zu meinen letzten Tagen immer lieben", verabschiedete sich Ronaldo auf seiner Instagram-Seite. Für Juve erzielte der Offensivstar in 134 Pflichtspielen satte 101 Tore.
Serie A
Medien: Staatsanwaltschaft weitet Ermittlungen gegen Juve aus
VOR 5 STUNDEN
Und auch der italienische Rekordmeister bedankte sich in einer langen Stellungnahme bei für die Zusammenarbeit mit dem 36-jährigen Portugiesen. "Es war eine großartige Geschichte", hieß es vonseiten der Turiner. Doch Ronaldo wird ein großes Loch hinterlassen. Zweifellos.

Juventus Turin: Cristiano Ronaldo reißt sportliches Loch

In drei Jahren bei Juve gewann Ronaldo zweimal den Scudetto sowie einmal den Pokal. Zudem wurde CR7 zweimal zu Italiens Fußballer des Jahres gewählt und Torschützenkönig in der vergangenen Saison.
"Ich bin nicht enttäuscht von ihm. Große Spieler kommen und gehen. Er hat drei Jahre alles für den Verein gegeben, jetzt geht er und das Leben geht weiter", meinte zwar sein nun Ex-Trainer Massimiliano Allegri. Doch ganz so einfach ist es nicht.
"Das ist ein abgespecktes Juventus. Ich wünsche mir, dass sie eine gute Saison spielen. Aber ich glaube nicht, dass sie um den Scudetto kämpfen können", erklärte Ex-Juve-Manager Luciano Moggi gegenüber "Radio Bianconera" und fügte an: "Wenn so ein wichtiger Spieler geht, sorgt das für Erschütterungen."
Die ersten Erschütterungen sind vor allem sportlicher Natur - und bereits sichtbar.

Cristiano Ronaldo wechselt von Juventus Turin zu Manchester United

Fotocredit: Getty Images

Juevntus Turin: Dybala, Chiesa und Morata gefordert

Im ersten Spiel ohne Ronaldo unterlag Juve zuhause gegen Aufsteiger Empoli (0:1). Bereits am 1. Spieltag kam man mit einem erst spät eingewechselten CR7 nur zu einem 2:2 bei Udinese Calcio.
"Die ersten Spiele von Juventus ohne Ronaldo waren sicherlich nicht ermutigend. Die Bianconeri spielte nicht wie ein Team. Vor allem offensiv wirkte man ideenlos", analysierte Fußball-Experte Davide Bighiani von Eurosport Italien.
Nach zwei Spieltagen in der Serie A liegt Juventus bereits fünf Punkte hinter der Konkurrenz. Inter Mailand, AC Mailand, AS Rom, Lazio Rom und die SSC Neapel haben allesamt die maximale Ausbeute auf dem Konto. Juve muss schon früh aufpassen, nicht den Anschluss zu verlieren.
Neben Ronaldo verließ auch Vereinsikone Gianluigi Buffon (Parma Calcio) den Verein. In Turin ist im Sommer eine Ära zu Ende gegangen. Die Zeichen stehen auf Neustart. Als Ronaldo-Ersatz wurde Moise Kean (FC Everton) per Leihe zurück in den Nordwesten Italiens geholt. Doch er kann Ronaldo natürlich sportlich nicht annähernd ersetzen. Einziger namhafter Neuzugang im Kader ist Europameister Manuel Locatelli (Sassuolo Calcio).
"Die Verantwortung muss auf andere wichtige Spieler verteilt werden. Es wird an Paulo Dybala, Federico Chiesa und Álvaro Morata liegen, das Erbe von Cristiano Ronaldo anzutreten", ist Serie-A-Experte Bighiani überzeugt. Defensiv sind die Legenden Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci sowie Matthijs de Ligt als Wortführer gefordert.

Paulo Dybala (links) und Álvaro Morata sind die Stars in der Juve Offensive

Fotocredit: Getty Images

Juventus Turin: Allegri unzufrieden mit seinem Kader

Allerdings hängt nicht nur aus sportlicher Sicht der Haussegen schief. Auch hinter den Kulissen soll es bei der Bianconeri gewaltig brodeln.
Laut der italienischen Tageszeitung "Il Giornale" ist Allegri sauer auf Präsident Andrea Agnelli und Sportdirektor Federico Cherubini. Demnach hätten beide ihn enttäuscht und Versprechungen nicht eingehalten.

Juventus-Trainer Massimiliano Allegri

Fotocredit: Getty Images

Dies gilt insbesondere beim Thema Kaderplanung. So soll Allegri gegen einen Abgang von Ronaldo gewesen sein und sich eine Rückkehr von Mittelfeldspieler Miralem Pjanic gewünscht haben. Der Bosnier wurde allerdings vom FC Barcelona an Besiktas Istanbul ausgeliehen.
"Ich habe einen guten Kader, wir müssen einfach realisieren, dass wir nicht jedes Spiel dominieren können. Wir müssen uns noch finden und das wird uns dann für die Zukunft helfen. Ich bin optimistisch, immer", spielte Allegri nach dem Empoli-Spiel bei "DAZN" die Thematik herunter.
Auch interessant: FC Bayern: Wird der Kader immer schwächer?

Juventus Turin: Sportliche Zukunft der Alten Dame ungewiss

Doch wer den 54-jährigen Coach kennt, der weiß, dass dieser den maximalen Erfolg will. In seiner ersten Amtszeit (2014 bis 2019) bei Juve wurde Allegri fünfmal Meister, viermal Pokalsieger und zog 2015 sowie 2017 ins Finale der Champions League ein. Der Henkelpott mit den Turinern fehlt ihm allerdings noch.
Der Champions-League-Traum für Juventus ist in diesem Jahr utopisch. Allerdings haben die Italiener zumindest eine machbare Gruppe erwischt. Neben Titelverteidiger FC Chelsea bekommt es die Bianconeri noch mit Zenit St. Petersburg sowie Malmö FF zu tun. Das Achtelfinale ist also Pflicht.
Dennoch dürfte Juve mit dem Rennen um Trophäen in der Saison 2021/22 kaum ein Wörtchen mitreden. Auch national hat der italienische Rekordmeister nach neun Titeln in Folge seine Vormachtstellung zuletzt an Inter Mailand abtreten müssen. Erst auf den letzten Drücker qualifizierte man sich noch hinter der AC Mailand und Atalanta Bergamo als Vierter für die Königsklasse. In dieser Saison wird es nicht einfacher werden. Wenngleich auch die Konkurrenz einen schwierigen Transfersommer erlebte.
"Die Serie A hat Ronaldo, Gianluigi Donnarumma, Romelu Lukaku, Achraf Hakimi und Rodrigo de Paul verloren. Zudem sind keine großen Spieler aus dem Ausland gekommen. Das durchschnittliche Niveau der Liga ist massiv gesunken", so Serie-A-Experte Davide Bighiani.
Die Serie A steht vor einer ungewissen Zukunft. So wie insbesondere auch Juventus Turin. Ohne Cristiano Ronaldo.
Das könnte Dich auch interessieren: Altes Lied unter neuer Führung: "Nichts hat wirklich funktioniert"

Rassismus-Eklat für Southgate "absolut inakzeptabel"

Serie A
Nächster Rückschlag: Juve kassiert gegen Atalanta die fünfte Saisonpleite
GESTERN AM 19:50
Serie A
Italienische Justiz ermittelt gegen Juve wegen Spielertransfers
27/11/2021 AM 09:58