AS Rom: The Finished One? José Mourinhos Weg als Toptrainer ist nach dem Aus in Italien nicht zu Ende

José Mourinho wurde kürzlich überraschend von den Besitzern der AS Roma vor die Türe gesetzt. Bei den Fans herrschte im Anschluss an die Entscheidung große Trauer - die Beziehung zwischen "The Special One" und den Giallorossi-Anhängern war nämlich eine ganz besondere, selten wurde Mou derart geliebt. Die Zeit in der Ewigen Stadt hat darüber hinaus gezeigt: Der Portugiese ist noch nicht am Ende.

Mourinhos beste Aussagen: The Special One teilt aus

Quelle: Perform

José Mourinho war gezeichnet. Gezeichnet von einem knapp 25-minütigen Gespräch mit Dan und Ryan Friedkin, den beiden Besitzern der AS Roma.
Vater und Sohn Friedkin, das wurde im Anschluss klar, hatten Mourinho von seinen Aufgaben als Trainer entbunden. Aus heiterem Himmel. Kein Wunder, dass die Fans am Trainingszentrum Fulvio Bernardini in Trigoria völlig perplex waren, als Mourinho zum letzten Mal vom Parkplatz rollte.
Tränen flossen, mit brüchiger Stimme dankten sie Mourinho für alles. "Grazie, José!" war zu hören. Mourinho kurbelte sein Fenster herunter, setzte zu einem letzten "Ciao" an, die Augen rot unterlaufen, der sonst so toughe Coach war sichtlich geknickt.
"Wir danken José im Namen aller bei der AS Rom für seine Leidenschaft und sein Engagement seit seiner Ankunft bei den Giallorossi", wurden die Friedkins in einer Pressemitteilung zitiert. Aber die Bosse seien der Ansicht, dass "ein sofortiger Wechsel" auf der Trainerbank notwendig und im besten Sinne des Klubs ist.
Aus sportlicher Sicht tatsächlich nicht so abwegig. Das jüngste 1:3 bei der AC Mailand war bereits die siebte Niederlage in der laufenden Saison, nach 20 Spieltagen steht für die Roma lediglich Platz neun zu Buche. Zu wenig für den Anspruch der stolzen Hauptstädter, die nach Mourinhos Aus fortan von Vereinslegende Daniele De Rossi interimsweise trainiert werden.

Mourinho bei den Roma-Fans beliebt

Mourinho, der 2021 bei der Roma angeheuert hatte, war wieder einmal im "verflixten dritten Jahr" gescheitert. Wie schon bei Manchester United (2018) und seinem zweiten Engagement beim FC Chelsea (2015).
Zudem war auch keine Altersmilde bei ihm auszumachen. In Mourinho-Manier hatte er immer wieder Spieler öffentlich angezählt, bisweilen gedemütigt (Renato Sanches) und Schiedsrichter beschimpft.
Warum also diese Trauer bei den Anhängern, nachdem Mourinho von dannen gezogen war? Weil Mourinho geliebt wurde. "The Special One" war in Rom quasi "The Loved One". 2022 gewann die Roma unter Mourinhos Ägide in Tirana (1:0 gegen Feyenoord) die Conference League und damit den ersten Titel seit 14 Jahren. Danach ließ er sich den Pokal auf die Schulter tätowieren.
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José Mourinho küsst die Conference-League-Trophäe

Fotocredit: Getty Images

Alleine aus diesem Grund wurde der mittlerweile 60-Jährige im gelb-roten Teil der Ewigen Stadt verehrt. "Wir werden für alle Ewigkeit Tirana haben", rief ihm beispielsweise ein Fan zu, als Mourinho traurig davonrollte.

Mou führt Rom ins EL-Finale

Ein Jahr nach dem Triumph führte Mourinho sein Team ins Europa-League-Endspiel, das nur knapp gegen den Rekordsieger FC Sevilla (1:2) verloren ging. Sprich: Allein aus sportlicher Sicht hatte der zweimalige Champions-League-Sieger der Roma neues Leben eingehaucht und dem bisweilen anstaubten Klub wieder zu Glanz verholfen.
Doch bei der Roma geht es traditionell nicht bloß um Trophäen, es geht auch um Identifikation. Neben der Silberware, die Mourinho anschleppte, war er vor allem aufgrund seines Verhaltens so geschätzt.
Vor nicht allzu langer Zeit deutete noch vieles darauf hin, dass Mourinho seinen Vertrag verlängern würde. Er selbst kündigte ein ums andere Mal an, dass die Roma der Verein sein werde, für den er am längsten arbeiten würde.
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José Mourinho

Fotocredit: Getty Images

Ein finanziell lukratives Angebot aus Saudi-Arabien lehnte er – eigenen Angaben zufolge – ab. Das zieht in Trigoria, Mourinho lockte die Leute endlich wieder ins Stadion. Zuletzt waren 40 Heimspiele in Serie ausverkauft.
Obwohl kurz vor Ende seiner Amtszeit nicht mehr alles im Lot war, vor allem die vierte Niederlage im sechsten Derby gegen den verhassten Rivalen Lazio für Unmut sorgte – Mourinho und die Roma ist insgesamt eine Erfolgsgeschichte. Trainer und Verein haben sich gewissermaßen gegenseitig wiederbelebt.

Roma und Mou beleben sich

Denn: Nach dem Rauswurf bei Tottenham Hotspur im April 2021 hatten viele Experten Mourinhos Laufbahn für beendet erklärt. Dass der Trainer-Exzentriker noch einmal ein europäisches Schwergewicht coachen würde, schien nahezu ausgeschlossen. Die Zeit in Italien hat Mourinho als Bewerbungsschreiben für sich genutzt.
Vor allem Mannschaften, denen die Graumäusigkeit droht, können von der Erfahrung profitieren. Deshalb ist Mourinhos Weg auch noch nicht zu Ende, "The Special One" ist noch nicht "The Finished One". Ganz im Gegenteil. Nur wenige Stunden nach seiner Freistellung rankten sich bereits erste Gerüchte um seine Zukunft.

Heuert Mourinho bei Newcastle an?

Vor seinem Roma-Engagement wurde Mourinho angeblich schon einmal bei Newcastle diskutiert. Er könne dazu s sagen, erklärte er damals.
Er ergänzte: "Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass ich viele, viele Jahre lang mit einer der wichtigsten Persönlichkeiten in der Geschichte von Newcastle, Sir Bobby Robson, zusammengearbeitet habe und daher immer eine gewisse emotionale Verbindung zu dieser Stadt und dieser Fangemeinde hatte. Aber es ist nichts weiter als das."
Nicht die schlechtesten Voraussetzungen für eine etwaige Zusammenarbeit. Gut ankommen dürften derlei Aussagen jedenfalls auch in Newcastle. Wie schnell Mourinhos Tränen tatsächlich trocknen, bleibt abzuwarten.
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